Diann Rusch-Feja

EUN (European Schoolnet)

Ende September 1997 wird ein Prototyp eines europaweiten Schul-Servers unter der Schirmherrschaft des schwedischen Bildungsministeriums aufgebaut.

Planungen für dieses Projekt laufen seit Dezember 1996 mit dem Vorschlag "Towards an electronic network for schools" von Ylva Johansson, schwedischer Ministerin für Schule und Erwachsenenbildung. In diesem Vorschlag erläuterte Frau Johansson die Ziele des Projekts, die im Einklang mit den Zielen des Europarates (Juni 1996, Florenz) und der Resolution zur Förderung bildungsbezogener multimedialer Software stehen:

  1. Es soll gewährleistet sein, daß alle Schüler in Europa Zugang zu Computern, Software, Netzwerken etc. haben. Ansonsten sind die Vorteile der Informationsgesellschaft für die Schule, für die Lehrtätigkeit und für das Lernen nicht umsetzbar.
  2. Die Lehrtätigkeit und das Lernen sind so zu organisieren, daß Computer und andere Informationstechnologie zu Arbeitsinstrumenten in allen Schulfächern und allen Bereichen der Schule werden.
  3. Die Schüler sind in die Lage zu versetzen, daß sie die erforderlichen Kenntnisse der technischen Aspekte der Informationstechnologie erwerben können.

Weitere allgemeine Ziele schließen auch die Stimulierung zur Entwicklung multimedialer Lehr- und Lernsoftware, den Ausbau der Lehrerfort- und -ausbildung in der Nutzung von neuen Technologien im Unterricht und die Bewußtseinserweiterung über das Potential audiovisueller und multimedialer Lehr- und Lernhilfen im Netz für die Bildung ein.

Ein Steuerungskomitee nahm die Planungsarbeit im Januar 1997 auf. Sitzungen technischer Experten sowie inhaltlicher Berater fanden im April, Mai und Juni statt, aus denen zwei Grundsatzpapiere für den Aufbau zusammengestellt wurden: "The EUN technical platform - strategy and guidelines" und eine "List of suggested areas on the main EUN-Platform". In diesen Papieren sind die inhaltlichen und technischen Grundlagen für dieses Projekt erläutert.

Das EUN soll alle Ländernetze der Bildungssysteme sowie anderer Bildungseinrichtungen zusammenführen und mittels Metadaten recherchierbar machen. Die Multilingualität des Netzes hat eine hohe Priorität. Ein Aufsichtsrat (EUN editorial board) sowie eine technische Kommission (EUN Technical Network ETN) werden Unterstützung für die Dienstleistungen des zentralen Servers (der zunächst der "Hub" des gesamten verteilten Systems sein wird) erbringen. Sie sorgen außerdem für den Aufbau und die Integration der einzelnen Landesserver, die weitere bildungsbezogene Server in ihrem Gebiet fördern sollen.

Weitere Hinweise, Schulprojekte und Links zu bereits bestehenden nationalen Schulnetzen in den europäischen Ländern können unter der URL <http://www.eun.org> angesehen werden. Die Koordination der deutschen Teilnehmer liegt bei Michael Drabe (BMBF, Initiative Schulen ans Netz, e.V. <http://www.san.de>). Der Deutsche Bildungs-Server unter der Leitung von Prof. Dr. Peter Diepold ist ebenfalls am Projekt beteiligt.

Diann Rusch-Feja Max-Planck-Institut für Bildungsforschung Lentzeallee 94 14195 Berlin Tel. +49(0)30-82406-230 FAX +49(0)30-824 99 39 ruschfeja@mpib-berlin.mpg.de