Renate Grebing
Zum achten Mal war
das Informationszentrum für Fremdsprachenforschung (IFS) der
Philipps-Universität auf der internationalen
Sprachenmesse Expolingua vertreten, die vom 20. bis 23.
November 1997 in Berlin stattfand. Ziel dieser Fachmesse ist es,
die Öffentlichkeit über Angebote und Möglichkeiten für die
Sprachenvielfalt einer multikulturellen Gesellschaft zu
informieren. Zu den Ausstellern zählen u. a. Sprachschulen,
Übersetzungsbüros und Anbieter auf dem Gebiet des
computergestützten Fremdsprachenlernens.
Dem IFS bot sich durch die Teilnahme an der Expolingua die
Möglichkeit, sich dem Publikum, das vor allem aus Lehrern,
Wissenschaftlern, Studenten, Schülern und deren Eltern,
Übersetzern, Dolmetschern, Tourismusfachleuten,
Lehrmaterialproduzenten, Vertretern einschlägiger
Berufsverbände sowie Bildungspolitikern bestand, als
Dokumentationszentrum vorzustellen.
Zur Verdeutlichung und Demonstration der Arbeitsweise des IFS
standen zwei Computer zur Verfügung, auf denen die
Literaturdatenbank - sie umfaßt mittlerweile ca. 40.000
Dokumente - gespeichert ist. Die Besucher hatten die Möglichkeit
zu beobachten, wie Recherchen erstellt werden. Anhand des
Thesaurus "Moderner Fremdsprachenunterricht" wurden
Schlagwörter ausgewählt und kombiniert, und so konnten sich
Interessenten Literaturlisten zu bestimmten Fragestellungen
erstellen und ausdrucken lassen.
Das steigende Interesse an seltener unterrichteten Sprachen
dokumentierte sich in den Nachfragen nach Lehrmaterialien zum
Lernen der Sprachen Dänisch, Niederländisch, Irisch,
Portugiesisch, Italienisch und Neugriechisch. Im Rahmen eines von
der EU-Kommission unterstützten Projektes hat das IFS hierzu
eine Datenbank mit ca. 3.000 Dokumenten aufgebaut, in der die
meisten innerhalb der EU erschienenen Lehrmaterialien
erfaßt und dreisprachig beschrieben sind.
Viele Wissenschaftler erbaten auch Auskünfte zu einer weiteren
Datenbank, in der laufende Forschungsprojekte zum
Fremdsprachenunterricht gespeichert sind. Diese wird einmal
jährlich aktualisiert und soll demnächst auch über das Internet
erreichbar sein.
Während der Messe konnte auf die viermal jährlich erscheinende
Bibliographie "Moderner Fremdsprachenunterricht", die
Spezialbibliographien zu verschiedenen Themenkomplexen und die
sonstigen Publikationen des IFS hingewiesen werden.
Großer Beliebtheit erfreuten sich die kostenlos abgegebenen
Exemplare älterer Bände, die dem Leser einen Einblick in die
Vielfältigkeit der ausgewerteten Materialien vermittelten und
zum Abonnieren der Publikation beim Verlag für Wissenschaft
und Bildung in Berlin anregen sollten.
Für die Besucher waren auch die vom IFS unterhaltenen
Kontakte zu anderen Institutionen im In- und Ausland von
Interesse. Verwiesen werden soll hier nur auf die Zusammenarbeit
mit dem FIS Bildung, zu dessen CD-ROM das IFS Daten
geliefert hat. Weitere Informationen können der Homepage des IFS
entnommen werden, die unter der Adresse
http://www.uni-marburg.de/ifs/
abzurufen sind.
Abschließend soll auf zwei Themenbereiche hingewiesen werden,
die immer wieder von den Besuchern angesprochen wurden. Zum einen
handelte es sich dabei um Fragen zu Sprachkursen, Lehrmaterialien
und Literatur zu Fachsprachen wie z.B. Englisch oder Französisch
für Handel und Wirtschaft. Vor dem Hintergrund der europäischen
Einigung erlangt eine Ausrichtung des Fremdsprachenunterrichts
auf spezifische Verwendungsmöglichkeiten offensichtlich eine
größere Bedeutung. Zum anderen darf der Komplex Deutsch als
Fremdsprache nicht unerwähnt bleiben. Die starke Nachfrage wurde
nicht nur in Anfragen zu Literatur zum Thema Deutsch als
Fremdsprache in unterschiedlichen Kontexten deutlich, sondern
resultierte in einem lebhaften Interesse an Sprachkursen für
Deutsch an der Philipps-Universität, und hier besonders
an dem jährlich in Marburg durchgeführten internationalen
Sommerkurs.
Insgesamt kann die Teilnahme des IFS an der Expolingua als
überaus zufriedenstellend beurteilt werden. Die spontanen
Reaktionen der Besucher am Stand ermutigten zu einer Teilnahme
auch im nächsten Jahr.