Bernd Christopher
Der Workshop 3 stellte interessierten Teilnehmern ein Forum zur Verfügung, in dem aus der Sicht von Fachwissenschaftlern, Bibliothekaren und Softwareentwicklern über die entscheidenden Kriterien für eine Softwareentscheidung diskutiert wurde.
Einig waren sich die Teilnehmer darin, daß die Interessen von Softwareentwicklern, Datenbankbetreibern und Datenbankbenutzern nicht in jedem Fall identisch sind. Die Kriterien leichtes Erfassen, sicheres Speichern, unkomplizierte Suche und Ausgabe sind die gemeinsame Ausgangsbasis der verschiedenen Interessengruppen.
Grundlage für die Diskussion waren vorbereitete Statements, die aus der unterschiedlichen Sicht von Fachwissenschaftler, Bibliothekar und EDV-Spezialist einen Einblick in die Problematik gaben.
Astrid Diening (Gilching) hat in einer Untersuchung vier Literaturverwaltungssysteme aus Sicht einer Fachwissenschaftlerin gegenübergestellt und anhand von Kriterien (z. B. Dateneingabe, Bildschimlayout, Indexierung, Retrieval, Datenausgabe, Benutzerschnittstellen) analysiert. Fazit dieser Analyse war, daß die Bedürfnisse des Nutzers / Anwenders ein wesentlicher Punkt sind, da keines der Programme in allen Bereichen ausreichend positiv abgeschnitten hat.
Dr. Karl-Heinz Sühnhold (Berlin) ging auf einige aus Sicht der Bibliothekare wichtige Kriterien ein, denen eine anspruchsvolle Bibliothekssoftware genügen muß. Die Berücksichtigung bibliothekarischer Regeln, Fremddatenübernahme, Netzwerkfähigkeit, Austauschfähigkeit zwischen den Formaten, Anlage von Stammsätzen, Bedienbarkeit und individuelle Anpassungen, OPAC mit Standortnachweis, unterschiedliche Recherchewege, Dublettenkontrolle ... sind Aspekte, die eine Bibliothek entsprechend ihren Bedürfnissen gewichten muß. Die kurze Auswertung einer Befragungsaktion des Deutschen Bibliotheksinstituts zum DV-Einsatz und verwendeter Software in deutschen Bibliotheken rundete den Vortrag ab.
Dr. Willi Reinecke (Berlin) sprach über einige Kriterien, die Hard- und Software aus Sicht des EDV-Spezialisten erfüllen sollten. Das Kriterium "Was will ich erreichen?" muß im Mittelpunkt stehen. Da das Angebot an Software unüberschaubar ist, ist es erforderlich, die Kriterien für die Softwareentscheidung an den eigenen Bedürfnissen (auch perspektivisch) zu orientieren.
Eine problemlose Installation, automatische Systemanpassungen, übersichtliche Oberflächen, Gestaltung von Ein- und Ausgabemasken, hohe Verläßlichkeit und Transparenz, ein gutes Handbuch, Kundenservice, Preis-Leistungs-Verhältnis ... sind aber Aspekte, die immer mit in eine Entscheidung einbezogen werden sollten.
Bei den Beiträgen und Diskussionen wurde deutlich, daß die Kriterien hinsichtlich Aufbau und Benutzung von Datenbanken unterschiedlichen Stellenwert haben.
Eine Software, die den Ansprüchen von Datenbankbetreibern und -benutzern in jeder Hinsicht gerecht wird, ist bisher nicht zum Einsatz gekommen. Zu unterschiedlich sind die Wünsche und zu groß das vorhandene Angebot. Hier gilt es, den begonnenen Dialog zwischen den Softwareentwicklern, Datenbankbetreibern und den Endnutzern fortzusetzen.
Die Gesellschaft Information
Bildung sollte diese Diskussion auch in Zukunft aufgreifen und
den Dialog zwischen den Interessengruppen fortführen.
Anschrift des Verfassers
Dr. Bernd Christopher
Bundesinstitut für Berufsbildung
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