Yrla M. Labouvie / Petra Konz

Qualitätskriterien und Qualitätssicherungsmaßnahmen, aufgezeigt an der Datenbank PSYNDEX

1 Qualitätskriterien für die inhaltliche Abbildung
von Literaturdokumenten in einer Datenbank

Ohne die einzelnen Qualitätskriterien ausführlich diskutieren zu wollen, werden nachfolgend Qualitätskriterien für die inhaltliche Abbildung von Literaturdokumenten genannt.

1.1 Multiplizität der inhaltlichen Erschließung

Die inhaltliche Abbildung sollte in einer Vielzahl von Kategorien erfolgen, die sich sinnvoll ergänzen. Dies erhöht die Chance, den Inhalt einer Publikation vollständig und treffend zu beschreiben.

1.2 Inhaltliche Zuverlässigkeit

- Terminologische Kontrolle

Besonders in der Psychologie ist es erforderlich, denWortschatz für die Beschreibung der Literaturdokumente zu kontrollieren, indem die Fachbegriffe eindeutig definiert sind, ihr Umfang begrenzt, aber dennoch so umfassend ist, daß das Fachgebiet treffend, vollständig und aktuell repräsentiert wird.

- Richtigkeit

Der Inhalt des Dokumentes ist korrekt darzustellen.

- Genauigkeit

Der Inhalt des Dokumentes ist treffend darzustellen.

- Vollständigkeit

Alle relevanten Inhalte des Dokumentes sind aufzuführen.

- Konsistenz

Die Fachterminologie muß insbesondere bei der Indexierung sowohl inter- als auch intraindividuell gleichbedeutend verwendet werden. Dies beinhaltet Einheitlichkeit und Kontinuität bei der Verwendung der Terminologie.

- Objektivität

Die relevanten Inhalte sind ohne Wertung darzustellen.

- Verständlichkeit

Die Inhalte müssen so beschrieben werden, daß sie auch ohne spezifische Fachkenntnisse verstehbar sind.

1.3 Formale Zuverlässigkeit

- Konsistenz

Die Schreibweise der Fachbegriffe muß festgelegt sein; die Darstellung der Inhalte sollte konsequent den festgelegten Standards und Strukturen folgen; darüber hinaus sollte die Differenziertheit der inhaltlichen Erschließung für alle Dokumente gleich sein.

- Korrektheit

Rechtschreibfehler sollten ausgemerzt werden.

1.4 Mehrsprachigkeit

- Terminologische Kontrolle

Die Übersetzung der Fachterminologie, gleich in welche Sprache, muß soweit wie möglich kontrolliert sein, d. h. inhaltlich treffend und korrekt.

- Formale Konsistenz

Die Schreibweise der Übersetzung muß klar festgelegt sein; darüber hinaus sollte Kontinuität bei der Mehrsprachigkeit einzelner Felder gewahrt bleiben.

- Formale Korrektheit

Rechtschreibfehler in der Übersetzung müssen vermieden werden.

2. Maßnahmen der Qualitätssicherung

2.1 Definition von Beschreibungskategorien

Für die Referenzdatenbank PSYNDEX stehen für die inhaltliche Abbildung der Literaturdokumente die folgenden Kategorien zur Verfügung:

- Thesaurus-Deskriptor,

- "Freier" Deskriptor,

- "Phrase" (= kurze Annotation),

- Klassifikation,

- Kurzreferat.

Diese Kategorien ergänzen einander; sie entsprechen damit dem Kriterium "Multiplizität der inhaltlichen Erschließung". Vier dieser Kategorien sind Pflichtfelder, womit "Kontinuität in der Differenziertheit der Erschließung" erreicht wird.

2.2 Instrumente und Richtlinien der inhaltlichen Erschließung

Für die einzelnen Kategorien sind Instrumente und Richtlinien entwickelt worden, die die inhaltliche Zuverlässigkeit, formale Konsistenz und Mehrsprachigkeit unterstützen, wenn nicht gar garantieren.

Im folgenden werden zu den einzelnen Kategorien spezielle Maßnahmen der Qualitätssicherung aufgeführt.

Definition von Thesaurus-Deskriptoren

Die Dokumente der Datenbank PSYNDEX werden mit dem amerikanischen "Thesaurus of Psychological Index Terms", herausgegeben von der American Psychological Association, verschlagwortet. Dieser Thesaurus, der in seiner Terminologie die gesamte Psychologie abzudecken versucht (Kriterium: Vollständigkeit der Terminologie), umfaßt in seiner siebten Version 7.311 Begriffe: rund 4.300 aktive Deskriptoren, knapp 200 inaktiv gewordene Deskriptoren und 2.800 Synonyme bzw. Quasi-Synonyme. Er zeigt im Hauptteil (Relationship section) die Begriffe in ihrer hierarchischen Struktur, in einem Netzwerk von Ober- und Unterbegriffen und verwandten Begriffen. Zu einer Vielzahl von Deskriptoren werden sogenannte "scope notes" aufgeführt (Kriterium: Eindeutigkeit der Begriffe). Darüber hinaus nennt der Thesaurus sämtliche Begriffe nach ihrem Wortstamm alphabetisch rotiert (Rotated alphabetical terms section); außerdem bietet er zu ausgewählten Themen Cluster inhaltlich zusammengehörender Deskriptoren (Cluster section); zum Beispiel gibt es einen "Educational Cluster".

Von der Zentralstelle für Psychologische Information und Dokumentation (ZPID) wurde das gesamte Thesaurus-Vokabular ins Deutsche übersetzt (Kriterium: Mehrsprachigkeit), darüber hinaus wurden deutsche Synonymbegriffe festgelegt, die auf den deutschen Deskriptor verweisen (Kriterium: Terminologische Kontrolle der Übersetzung).

Der Thesaurus wird alle drei bis vier Jahre aktualisiert.

Eindeutigkeit, Vollständigkeit und Aktualität des kontrollierten Vokabulars unterstützen die Qualitätskriterien: Richtigkeit, Genauigkeit, Vollständigkeit und Konsistenz der inhaltlichen Erschließung. Die Übersetzung der Terminologie sichert Mehrsprachigkeit. Die Festlegung der Schreibweise der Begriffe unterstützt die formale Konsistenz.

Definition von "Freien" Deskriptoren

Die "Freien" Deskriptoren repräsentieren Konzepte, die im Thesaurus nicht enthalten sind (Kriterium: Vollständigkeit des kontrollierten Vokabulars). So erfaßt der Thesaurus etwa aufgrund unterschiedlicher Traditionen und Forschungsschwerpunkte der deutschsprachigen gegenüber der amerikanischen Psychologie spezifische deutsche Aspekte der Psychologie - insbesondere das Bildungssystem und Testverfahren - nur unzureichend. Ferner kann die alle drei bis vier Jahre erfolgende Revision des Thesaurus mit der wissenschaftlichen Entwicklung nicht ausreichend Schritt halten, so daß neue Inhalte zumindest anhand vorläufiger Deskriptoren abgebildet werden müssen. Die Definition "Freier" Deskriptoren fördert die Genauigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der inhaltlichen Erschließung.

Bei den "Freien" Deskriptoren handelt es sich um Schlagwörter ohne Anbindung an die hierarchische Struktur des Thesaurus. Häufig sind sie nur zeitlich begrenzt eingeführt, eben nur so lange, bis dieser Begriff als Thesaurus-Deskriptor eingeführt wird. Insgesamt stehen für PSYNDEX etwa 200 "Freie" Deskriptoren zur Indexierung zur Verfügung; fast alle sind ins Englische übersetzt (Kriterium: Mehrsprachigkeit).

Indexierungsregeln

Um eine hohe Indexierqualität zu erreichen, sind bei der Vergabe von Thesaurus-Deskriptoren verschiedene Regeln zu beachten. Die wichtigsten sind:

- Es muß mindestens ein Thesaurus-Deskriptor (Pflichtfeld, garantiert Kontinuität in der Feldbelegung), es können maximal 17 zugeordnet werden.

- Es soll eine möglichst spezifische Indexierung mit Vergabe der präzisesten Begriffe erfolgen (Kriterium: Genauigkeit).

- Die dem Dokument zugeordneten Thesaurus-Deskriptoren sind zu differenzieren in (standardisierte Darstellung):

- Hauptdeskriptoren (maximal sechs), sie stehen für die Inhalte mit zentraler Bedeutung;

- Nebendeskriptoren (maximal elf), sie stehen für zusätzlich in der Publikation angesprochene Aspekte.

- Die Thesaurus-Deskriptoren sollen inhaltlich abbilden:

- alle Begriffe bzw. Konzepte im Titel,

- unabhängige/abhängige Variablen bei empirischen und experimentellen Untersuchungen; bei sonstigen Publikationen die zentralen, insbesondere die psychologischen Konzepte,

- Methoden und Verfahren,

- die untersuchten Populationen,

- Personennamen,

- geographische Namen,

- Testnamen,

- Medikamentennamen,

- den formalen Charakter der Publikation.

Diese Vorgaben stützen die Vollständigkeit der inhaltlichen Erschließung.

- "Freie" Deskriptoren sind nur ergänzend zu den Thesaurus-Deskriptoren zu verwenden, nur dann, wenn der entsprechende Sachverhalt in der Publikation von besonderer Bedeutung ist.

Regeln für die Formulierung der "Phrase"

Die "Phrase" stellt eine kurze Beschreibung (Annotation) des Inhaltes der Publikation dar. Dieser unkontrollierte Wortschatz soll die Deskriptoren präzisieren und ergänzen (Kriterium: Genauigkeit und Vollständigkeit). Die "Phrase" führt Inhalte, die durch Deskriptoren nicht oder nicht ausreichend beschrieben werden können, in strukturierter, die Zusammenhänge verdeutlichender Form auf. Eine Wiederholung von Deskriptoren ist nur erwünscht, wenn diese bereits einen hohen Präzisionsgrad aufweisen. Die "Phrase" dient mehr dem Auffinden eines Literaturnachweises, im Gegensatz etwa zum Abstract, das primär auf die Informationsrepräsentation des Dokumentes abzielt.

Die "Phrase" wird ausschließlich in englischer Sprache formuliert.

In einem Auswertermanual wird versucht, soweit wie möglich Vorgaben zur Strukturierung und Standardisierung der "Phrase" zu machen. Sie unterstützen die formale und inhaltliche Konsistenz.

Beispiel: age-correlated limits of cognitive development capacity, intervention study on acquisition of memory task, testing-the-limits approach, 35 young & aged adults, experimental study.

Definition einer Sachgebietsklassifikation

Der Datenbank PSYNDEX liegt das Klassifikationssystem der Datenbank PsycINFO zugrunde. Es handelt sich um ein dreistufiges monohierarchisches Klassifikationssystem, bestehend aus insgesamt 157 Klassifikationskategorien mit 22 Haupt- und 135 Untergruppen. Zur Definition der einzelnen Kategorien stehen ausführliche "scope notes" (Kriterium: Terminologische Kontrolle) zur Verfügung. Im Jahr 1991 ist das Klassifikationssystem grundlegend überarbeitet und verbessert worden (Kriterium: Aktualität).

Von der ZPID wurde das Klassifikationssystem ins Deutsche übersetzt (Kriterium: Mehrsprachigkeit).

Die englische und deutsche Schreibweise der Klassifikationsgruppen ist eindeutig festgelegt (Kriterium: Terminologische Kontrolle auf formaler Ebene).

Klassifizierungsregeln

Bei der Einordnung eines Literaturdokumentes in das Klassifikationssystem sind folgende Gesichtspunkte zu beachten:

- Das Dokument ist mindestens in eine, höchstens in vier Klassifikationsgruppen einzuordnen.

- Die ausgewählten Klassifikationskategorien sind zu differenzieren in:

- die relevanteste Kategorie (entspricht dem Hauptschwerpunkt der Publikation),

- nachrangige Kategorie/n (stehen für den untergeordneten Schwerpunkt der Publikation).

- Das Klassifizieren soll so spezifisch und präzise wie möglich erfolgen, also sind in erster Linie die Untergruppen der Klassifikation zu verwenden.

Regeln zur Formulierung des Kurzreferates

- Abstractart (Vorgabe fördert formale Konsistenz).

Das Abstrahieren von Zeitschriftenartikeln, Dissertationen, Reports und Sammelwerksbeiträgen erfolgt in informativen Referaten (ohne Bewertung). Nach DIN 1426 soll ein entsprechendes Abstract "insbesondere Auskunft über das behandelte Gebiet, Zielsetzungen, Hypothesen, Methodologie, Ergebnisse und Schlußfolgerungen ... geben". D. h. es werden beim informativen Referat auch konkrete Resultate (quantitive und qualitative Daten) aufgeführt. Bücher (Monographien, Sammelwerke) werden in indikativen Referaten dargestellt, in denen auf die im Originaldokument behandelten Sachverhalte aufzählend hingewiesen wird.

- Das Abstract soll kurz, prägnant, in einem wissenschaftlich-fachlichen Stil formuliert sein. Redundanz ist zu vermeiden, ebenso wie journalistische Redewendungen.

- Für die verschiedensten Publikationsarten, wie empirische Studien, experimentelle Studien, methodische Studien, theoretische Studien, Übersichtsarbeiten, Fallberichte, Erfahrungsberichte, Bibliographien, Test- und Verfahrensentwicklungen, Biographische Studien, Nachrufe, Kritiken und Repliken, Diskussionen, Interviews, populärwissenschaftliche Beiträge, liegen spezielle Gliederungsregeln vor. Diese Vorgaben fördern formale Konsistenz, Vollständigkeit und Genauigkeit der inhaltlichen Beschreibung.

- Bei der Abstrahierung gelten gewisse "stilistische Konventionen". Sie legen fest: Zeitformen, passive Redewendungen, Aufzählungen, Nennung von Zahlen, Test-, Fragebogen- und Verfahrensnamen, Medikamentenbezeichnungen, Angaben von Korrelation und Signifikanzniveau, Abkürzungen sowie Sonderzeichen (Kriterium: Formale Konsistenz/standardisierte Darstellungsform).

Automatische Prüfläufe und Ergänzungen bei der Erfassung und den Updates

Beim Update werden die Pflichtfelder auf Belegung geprüft. Dies garantiert Vollständigkeit der Dokumentbeschreibung und Kontinuität der Feldbelegung.

Das gesamte Thesaurus-Vokabular (deutsch + englisch) ist in einer Hilfsdatei an den Erfassungspool angebunden; diese Hilfsdatei schließt Rechtschreibfehler bei der Eingabe der englischen Terms absolut aus. Wird ein Deskriptor falsch (Rechtschreibfehler) oder nicht in der definierten Schreibweise eingegeben, wird der Eintrag vom System abgelehnt. Die deutschen Begriffe werden beim Update aus der Hilfsdatei automatisch zugespielt. All dies garantiert formale Korrektheit der Terms sowie ihre standardisierte Schreibweise.

Die "Freien" Deskriptoren, die bei der Erfassung sowohl deutsch als auch englisch eingetippt werden müssen, sind in keiner Hilfsdatei hinterlegt, so daß eine automatische Vergleichsprüfung mit der Schlagwortliste nicht erfolgen kann. Ein individuelles Korrekturlesen ist hier erforderlich, was keine absolute Zuverlässigkeit garantiert. Eine Standardisierung der Schreibweise über eine Hilfsdatei ist geplant.

Das gesamte Klassifikationssystem (englisch + deutsch), einschließlich der Klassifikationscodes, ist als Hilfsdatei an den Erfassungspool angebunden. Die Eingabe der Klassifikationsgruppe in die Erfassungsmaske kann als vierstelliger numerischer Code oder im englischen Wortlaut (Trunkierung möglich) erfolgen. Ein nicht vorhandener Code wird bei der Eingabe nicht akzeptiert. Über den Code in der Hilfsdatei wird der Dokumentbeschreibung der volle Wortlaut der Klassifikationsgruppe deutsch und englisch zugespielt, damit sind Rechtschreibfehler ausgeschlossen. Hilfsdatei und Prüfprogramme sichern einheitliche Schreibweise und Übersetzung sowie formale Korrektheit.

Übergreifende Maßnahmen zur Qualitätssicherung

Eine Reihe übergreifender personeller und organisatorischer Maßnahmen kommen der Qualität der inhaltlichen Erschließung zugute.

Die "Inhaltliche Zuverlässigkeit" stützen vor allem folgende Maßnahmen:

- hohe fachliche Qualifikation der Dokumentare,

- "native speakers" für Übersetzungen sowie Auswertungen in englischer Sprache,

- soweit möglich Berücksichtigung der Spezialgebiete der Auswerter,

- Autopsieprinzip, d. h. die Publikation muß im Original für die Auswertung vorliegen,

- Erfahrungen der Auswerter mit Datenbankrecherchen,

- schneller Zugriff des Auswerters auf PSYNDEX während der inhaltlichen Erschließung,

- namentliche Verantwortung des Auswerters für seine inhaltliche Erschließung,

- Schulung der Auswerter.

Übergreifende Maßnahmen, die die "formale Zuverlässigkeit" stützen, sind mehrfache abteilungsinterne Korrekturläufe.

3 Datenbank-Struktur vs. Datenbank-Design

In diesem Kapitel soll aufgezeigt werden, inwieweit die vom Produzenten eingebrachte Datenbankstruktur und -qualität der inhaltlichen Erschließung von verschiedenen Hosts in den Datenbankdesigns umgesetzt worden sind.

3.1 GRIPS-Version der Datenbank PSYNDEX (Host DIMDI)

- Bei der Umsetzung ins GRIPS-Format ist die vom Produzenten vorgegebene analytische Struktur der Datenerfassung erhalten geblieben. Jeder Kategorie entspricht ein Datenbankfeld. Der Wortschatz ist in jedem Feld absuchbar, anzeigbar und ausdruckbar.


Kategorie GRIPS-Feld

Thesaurus-Deskriptor englisch Controlled term (CT)
Thesaurus-Deskriptor deutsch Controlled term German (CTG)
"Freier" Deskriptor englisch Index term (IT)
"Freier" Deskriptor deutsch Index term German (ITG)
Klassifikationsgruppe englisch Section heading (SH)
Klassifikationsgruppe deutsch Section heading German (SHG)
Phrase Key phrase (KP)
Kurzreferat englisch Abstract English (ABE)
Kurzreferat deutsch Abstract German (ABG)


- Die Kategorien sind auf Feldebene unterschiedlich invertiert. CT, CTG, IT, ITG, SH, SHG sind sowohl direkt- als auch freitext invertiert, andere ausschließlich im Freitext ansteuerbar: /AB, /KP.

- Ausschließlich die inhaltlichen Felder sind im Basic Index abgelegt, d. h. der Freitext umfaßt: TIG, TIE, ABG, ABE, CT, CTG, SH, SHG, IT, ITG, KP. Also auch SH und SHG; dies kann bei der Suche zu irrelevanten Nachweisen führen. Beispielsweise wenn man im Freitext nach "movement therapy" sucht, qualifizieren sich gleichermaßen Nachweise zu "art therapy" über die Klassifikationsgruppe "Art & Music & Movement Therapy". Dieser Mangel wird bei der Reduktion der Freitextsuche über den "Preferred Qualifier" (/PQ) wiederum ausgeglichen.

- Die Mehrsprachigkeit der Erschließung ist voll und differenziert erhalten geblieben; dies bietet die Möglichkeit, das GRIPS-Kommando sprachspezifisch auszurichten und zwar mit Hilfe von Sprach-Qualifiers.

/ENGL umfaßt: ABE, CT, IT, TIE, KP;

/GERM umfaßt: ABG, CTG, ITG, TIG.

Diese Differenzierung auf Sprachebene ist insbesondere deshalb so wichtig, um Suchstrategien zwischen PSYNDEX und PsycINFO übertragen zu können. Auch im Rahmen der Superbase-Funktion sollte die Suchsprache englisch formuliert sein.

- Der Thesaurus ist im Display in seiner vollen hierarchischen Struktur online anzeigbar (mit "history" und "scope notes" und Übersetzungen), differenziert nach deutschem und englischem Wortschatz, ebenso wie der rotierte alphabetische Teil des Thesaurus.

- Das Find-Kommando bietet darüber hinaus die Möglichkeit, die hierarchische Struktur in die Deskriptor-Suche einzuschließen (Down-, Up-, Related-, Tree-Funktion). Zusätzlich wird die Deskriptor-Suche insofern unterstützt, als bei Eingabe eines englischen oder deutschen Synonymbegriffes automatisch der (Haupt-)Deskriptor abgesucht wird.

- Das Klassifikationssystem ist in seiner hierarchischen Struktur gleichfalls deutsch oder englisch online anzeigbar. Im Find-Kommando werden auch hier über die Down-, Up- bzw. Tree-Funktion Unter- bzw. Hauptgruppen automatisch in die Suche eingeschlossen.

Darüber hinaus sind die Klassifikationscodes integriert; sie ermöglichen eine Anzeige der Klassifikation in ihrer hierarchischen Struktur.

- Die bei der Erschließung vorgenommene Differenzierung in Haupt- und Nebendeskriptoren sowie in Haupt- und Nebenklassifikationsgruppe ist im Datenbank-Design erhalten geblieben. Mit Hilfe des Gewichtungs-Qualifier läßt sich dieser Aspekt in die Suche einbringen:

Weighting /w1 anwendbar bei: CT, CTG, SH, SHG

3.2 SPIRS-Version der Datenbank PSYNDEX (SilverPlatter CD-ROM)

Die SPIRS-Version bietet einen der GRIPS-Version ähnlich differenzierten Zugang auf PSYNDEX, d. h. die analytische Kategorienstruktur, auch auf Sprachebene, ist erhalten geblieben. Der Basic Index umfaßt in der PC-SPIRS-Version den Wortschatz aus allen inhaltlichen, bibliographischen und formalen Feldern.

Der Thesaurus ist ausschließlich in englischer Version auf der CD-ROM anzeigbar; explosion-ähnliche Funktionen sind möglich. Das Klassifikationssystem ist bei der WinSPIRS-Version (1.0) anzeigbar und wird dies auch bei der PC-SPIRS-Version (3.3) sein. Die Gewichtung der Thesaurus-Deskriptoren sowie der Klassifikationsgruppen ist in die Suche nicht einschließbar.

3.3 AOS-Version der Datenbank PSYNDEX (Host GBI)

In der AOS-Version (vormals SUDOK) ist die Mehrsprachigkeit der Erschließung zwar erhalten geblieben, aber keinesfalls in der differenzierten Form wie bei GRIPS und SPIRS. Hier sind die Kategorien Thesaurus-Deskriptor deutsch bzw. englisch in einem Feld zusammengefaßt, ebenso die Kategorien Klassifikationsgruppe deutsch bzw. englisch. Sprachqualifier sind nicht einsetzbar. Die Kategorien "Freier" Deskriptor deutsch bzw. englisch sind nicht implementiert.

Der Thesaurus sowie das Klassifikationssystem sind in ihren Strukturen nicht integriert, Explosion-Funktionen daher nicht möglich. Gewichtete Suchen nach Thesaurus-Deskriptoren bzw. Klassifikationsgruppen sind ausgeschlossen.

Ein Display auf Feld-Ebene ist nur auf Einzelwort-Ebene möglich; diese Reduktion schränkt den gewünschten Überblick über Thesaurus-Deskriptoren erheblich ein.

Der Basic Index umfaßt wie die PC SPIRS-Version den Wortschatz sowohl der inhaltlichen als auch der bibliographischen und formalen Felder.

Abschließend kann festgestellt werden, daß die GRIPS-Version der Datenbank PSYNDEX die vom Produzenten angestrebte Qualität der inhaltlichen Abbildung der nachgewiesenen Literaturdokumente nahezu vollständig im Datenbank-Design umsetzt. Die PC-SPIRS-Version und vor allem die WinSPIRS-Version der PSYNDEX-CD-ROM kommen der GRIPS-Version am nächsten. Hingegen bleibt das Datenbank-Design der AOS-Version hinter den Möglichkeiten, die die inhaltliche Erschließung der Literaturdokumente bietet, am weitesten zurück.

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Anschrift der Verfasserinnen

Yrla M. Labouvie/Petra Konz
ZPID Universität Trier
Universitätsring 15
54286 Trier
Tel. (06 51) 201-2877; Fax: -2071