

am Institut für Wirtschafts- und Erwachsenenpädagogik
Pädagogik für die Informationsgesellschaft
Mit dem in Deutschland ersten Lehrstuhl Pädagogik und Informatik am Institut für Wirtschafts- und Erwachsenenpädagogik der Philosophischen Fakultät IV
dokumentierte die Humboldt-Universität zu Berlin, daß sie der Bedeutung der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien für den Bildungsbereich einen hohen Stellenwert beimißt.
Die Automatisierung "geistiger" Prozesse durch
Computertechnik und ihre Möglichkeiten für Lehren und Lernen sollen reflektiert und konstruktiv für die Ausbildung von Pädagogen genutzt werden. Dies verbessert zum einen die Qualität des Unterrichts in Schulen und Unternehmen und sichert zum anderen Arbeitsplätze - nicht nur die der angehenden Lehrer, sondern auch die der jungen Menschen, die Pädagogen auf die Informationsgesellschaft vorbereiten.
Diese strukturelle Entscheidung und ihre medienpädagogische Umsetzung in Lehre, Forschung und Dienstleistung haben eine vielfache positive Resonanz weit über die HUB hinaus gefunden. "Pädagogik und Informatik" ist ein Aushängeschild für die Innovationsbereitschaft der traditionsreichen Humboldt-Universität geworden.
Innovative Lehre
Wir möchten Absolventen des Fachbereichs (in Magister- wie Lehramtsstudiengängen) eine solide informationstechnische Bildung vermitteln:
- Studenten sollen Voraussetzungen, Möglichkeiten und Grenzen des Computereinsatzes in Schule und Gesellschaft kennen- und bewerten lernen,
- mit Computern praktisch umgehen können
- und die Informationstechnik sinnvoll in ihrem Arbeits- und Berufsfeld einsetzen.
Mit innovativen Lehrveranstaltungen beteiligt sich die Abteilung Pädagogik und Informatik an den Studiengängen für Magister sowie mit eigenen Wahlpflichtangeboten im Studienbereich "Curriculum und
Unterricht" für Lehrer an allgemein- und berufsbildenden Schulen. Im Zentrum steht die Reflexion pädagogischer Prozesse im Rahmen neuer Lehr-Lernverfahren, die Auswirkung der Digitalisierung von Informationen auf
das kognitive und emotionale Erleben von Kindern und Jugendlichen sowie die Konsequenzen der Computerisierung auf institutionelle und didaktische Steuerungsprozesse.
Seit 1994 werden Magisterstudenten im Rahmen des "Studienplans Pädagogik und Informatik (D5)" ausgebildet; er sieht obligatorische Veranstaltungen im Grundstudium sowie Wahlpflichtveranstaltungen aus mehreren
Bereichen vor und thematisiert adressatenbezogen Aspekte der Informationsgesellschaft unter pädagogischen Theoriestellungen (z.B. Modellierung, Simulation, Multimedia, Hypertext, Planungs- und Entscheidungssysteme, virtual reality; Ethik der Computernutzung).
Erschließung des Internet für die pädagogische Arbeit
Im BLK-Modellversuch "Informatische Bildung von Lehrerstudenten" entwickeln wir ein multimediales Paket von
Lehrtexten, Skripten, Grafiken, Bild- und Tondateien, Lernsequenzen und Lernarrangements sowie eine Sammlung exemplarischer Software für Lehre und Selbststudium auf der
Basis eines hypermedialen Systems für verschiedene Studiengänge zur Nutzung über CD-ROM und das Internet.
Seit Frühjahr 1994 betreiben wir einen eigenen WWW-Bildungs-Server. Er hat sich schnell zu einem pädagogischen Zentrum im deutschsprachigen Internet entwickelt, das auch externen Institutionen die Möglichkeit
gibt, mit eigenen Informationsangeboten weltweit präsent zu sein.
Studierende, Diplomanden und Lehrende nutzen den Server im Sinne einer "virtuellen Universität" als Ergänzung zu traditionellen Formen der Lehre. Sie können z. B.:
- Literaturrecherchen online am eigenen Arbeitsplatz durchführen
- Wissen über Diskussionsforen austauschen
- Dozenten und andere Studenten mittels E-mail kontaktieren
- weltweit mit anderen Wissenschaftlern kommunizieren
- Volltexte (Vorlesungsskripte, Aufsätze), Folien, Grafiken u.a.m. am Arbeitsplatz nutzen
- Datenbanken abfragen
- sich über Forschung und Lehre umfassend informieren
- eigene Arbeiten elektronisch publizieren
- telekooperativ arbeiten
- sich am Offenen Deutschen Schulnetz und an der Initiative "Schulen ans Netz" beteiligen
Hypermedia-Labor
Hier untersuchen wir in Kooperation mit Bildungsinstitutionen und der Wirtschaft multimediale Lehr-Lern-Systeme auf ihre
lern- und modelltheoretischen Annahmen und bestimmen die Bedingungen für ihre didaktische Optimierung. Die Ressourcen des Labors einschließlich der Sammlung
exemplarischer Lernprogramme für verschiedene Fächer stehen allen Mitarbeitern der Fakultät zur Verfügung. Im Rahmen der Bildungsinitiative "Schulen ans Netz" erproben wir Client-Server-Lösungen für den Einsatz an Landesservern und an Schulen.
Ein weiterer Forschungsschwerpunkt betrifft die Analyse von Lernprozessen unter dem Postulat virtueller Lernorte und kooperativer Arbeit in verteilten informationstechnischen Systemen (hier besonders die digitale Video-Kommunikation).
Entwicklung und Beratung für die Erziehungswissenschaft
Die Abteilung Pädagogik und Informatik hat wichtige Dienstleistungsaufgaben für die informationelle Infrastruktur der Philosophischen Fakultät IV übernommen. Sie entlastet damit die Institute von der Notwendigkeit,
bei der Beherrschung der EDV (lokale und internationale Netze, Multimedia, Hypertext) und ihrer pädagogischen Nutzung eigene Sach- und Hilfskraftmittel einzusetzen; die Synergieeffekte einer Beratung und Koordinierung
durch die Abteilung inclusive dem Einsatz erheblicher Drittmittel sparen knappe Ressourcen. Hier ist zu nennen:
- technisch/organisatorisch: Betrieb mehrerer Server, Beratung der EDV-Verantwortlichen in den Abteilungen, Koordinierung der Vernetzung (Banyan-Vines und WIN/Internet), Beratung in Hard- und Softwarefragen
unter pädagogischen Gesichtspunkten, Koordinierung der EDV-Ausstattung einschl. Ersatzbedarf;
- Entwicklung/Adaption mehrerer "Datenbanken" im Rahmen des Netzes:
- eine eigene Literaturdatenbank "Pädagogik und Informationsgesellschaft" mit derzeit ca. 9.000 Dokumentationseinheiten
- "Literaturdokumentation Berufliche Bildung" (s.o., 25.000 DE)
- Literaturdatenbank "Bildungsgeschichte" der BBF (65.000 DE)
- Softwaredatenbank der erziehungswissenschaftlichen Institute
- Datenbank für Lernsoftware
- das elektronische "Handbuch Erziehungswissenschaften" der DGfE
- Web-Seiten für die erziehungswissenschaftlichen Institute sowie ein elektronischer Vorlesungskommentar
- integriertes Studienberatungssystem (elektronische Datenaufnahme, Lehrveranstaltungsberatung, Begleitung der Lehrveranstaltungen, Prüfungsberatung)
- Aufbau des "Deutschen Bildungs-Servers"
- SchulWeb mit ca. 8000 deutschsprachigen Schulen im WWW
- Mitintiator und Sponsor von "Schulen ans Netz"
Drittmittelprojekte
- <Literaturdokumentation Berufliche Bildung: Entwicklung, Erprobung und Implementation einer Datenbank für Literatur aus dem Bereich der beruflichen Bildung. DM 0,5 Mio (BMBW), abgeschlossen.
- Deutscher Bildungs-Server (DBS). Nachweis von bildungsrelevanten Ressourcen für Erziehungswissenschaftler, Lehrer, Bildungsadministratoren in Kooperation mit dem DFN-Verein "Deutsches Forschungsnetz". DM 2,1 Mio (BMBF)
- Modellversuch "Informatische Bildung von Lehrerstudenten". Qualifizierung von Lehrern allgemein- und berufsbildender Studienrichtung für den Einsatz multimedialer Lehr-Lern-Materialien, DM 0,6 Mio (BLK)
- DFG-Projekt "Dissertationen Online" in Zusammenarbeit mit den Fachgesellschaften der Chemie, Informatik, Mathematik und Physik, der Deutschen Bibliothek u.a.DM 1,2 Mio (DFG)
- Projekte im Europäischen Schulnetz (DM 0,4 Mio)
- Partner im
"Hochschulnetzwerk Lehrerbildung und Neue Medien" der Bertelsmann-Stiftung
(HSNW) (DM 0,1 Mio)
Verantwortlich: Prof. Dr. Peter Diepold
Humboldt Universität, Abt. Pädagogik und Informatik, Geschwister-Scholl-Str. 7, D-10099 Berlin, Tel. (030) 2093 4178; Fax: -4198, E-Mail: diepold@educat.hu-berlin.de. Verweise auf Quellen (URLs) im Original: http://www.educat.hu-berlin.de/info/wiruns.html