Formative Evaluation

- Begleitende Untersuchungen zur Erarbeitung und zum Einsatz der Materialien des Modellversuches -


Der Prozess der Erarbeitung der Materialien des Modellversuches war verbunden mit einer ständigen Erprobung und Verbesserung des Inhalts, der Struktur und der didaktischen Gestaltung der Materialien.

Dazu wurden die Materialien unter Lehrbedingungen an der Humboldt-Universität zu Berlin über vier Semester vom WS 1997/98 bis zum SS 1999 in Proseminaren bei ca. 150 Studierenden erprobt.

Ziel dieser Erprobung war es, Erkenntnisse über die Gestaltung der Materialien, über die didaktisch-methodische Umsetzung der Materialien als curriculare Bausteine und die Nutzung der Materialien und den damit verbundenen Lerngewinn der Studierenden zu gewinnen.

Mit den folgenden Instrumentarien wurden vor allem qualitative Aussagen ermittelt, die der genannten Zielstellung dienen konnten:

Im Ergebnis dieser Untersuchungen fiel eine Fülle von qualitativen Daten an, die zumeist sofort bei der Er- und Bearbeitung der Materialien und der Gestaltung der Seminare Eingang fanden.

Darüber hinaus konnten einige allgemeine Erkenntnisse über die eingangs genannten Zielstellungen gewonnen werden.

Hinsichtlich der Einschätzung der Materialien gab es eine global positive Einschätzung durch die Studierenden. Im Detail wurden aber zahlreiche Hinweise durch die Studierenden gegeben, die sich bezogen auf die Anordnung und Abfolge der einzelnen Abschnitte, Übungen und Seiten der jeweiligen Themen.

Es erwies sich aber auch, dass die offenen Fragen im "elektronischen Fragebogen" in der Allgemeinheit ihrer Formulierung von den Studierenden relativ wenig beantwortet wurde. Detaillierte Antworten zur Gestaltung der Materialien wurden mehr aus den Fragen und Meinungsäußerungen der Studierenden während der Arbeit mit den Materialien und in den auswertenden Gesprächen gewonnen.

Das war auch dadurch bedingt, dass die Studierenden im Seminar mehr mit der Arbeit mit den Materialien als mit deren Einschätzung beschäftigt waren.

Ein Ergebnis aus den Meinungsäußerungen der Studierenden war die relativ einheitliche Konzipierung der Seiten (insbesondere der „Einstiegsseiten“ zu den Themenbereichen) des Modellversuches. Dieser einheitliche Aufbau ergibt eine bessere Orientierung für die Bearbeitung der unterschiedlichen Themen, zugleich wird der Aneignungsprozess der Studierenden in einer bestimmten Weise geführt und geprägt.

Eine Absicht der begleitenden Untersuchungen war es, die didaktisch-methodische Umsetzung der Materialien und ihre Brauchbarkeit für die informatische Bildung der Studierenden zu untersuchen.

Aus dem elektronischen Fragebogen, der für jedes Seminar ausgefüllt wurde, und den Gesprächen mit den Studierenden lassen sich folgende verallgemeinernde Einschätzungen treffen.

Die Studierenden favorisieren generell eine stärker kommunikations- und kooperationsorientierte Methode bei der Bearbeitung der Materialien. Dem ist besonders dann Rechnung zu tragen, wenn es sich um Nutzer ohne Vorkenntnisse zur PC-Nutzung handelt. Für diese Gruppe empfiehlt sich eine Nutzung der Materialien in Zusammenarbeit mit Kommilitoninnen und Kommilitonen und die Inanspruchnahme tutorieller Veranstaltungsangebote.

Wenn es um Theorie- und Anwendungsaspekte geht, scheinen kommunikations- und kooperationsorientierte Lernformen auch die adäquate Form studentischen Lernens zu sein.
Geht es jedoch vorwiegend um den Erwerb von Grundfertigkeiten im Umgang mit dem PC ist eine stärkere Einzelarbeit möglich, in vielen Fällen sogar wünschenswert, weil der Übungsbedarf individuell sehr unterschiedlich ist.

Das ist auch bei der Gestaltung der Materialien des Modellversuches berücksichtigt worden und ist bei der Nutzung der Materialien in unterschiedlichen didaktischen Designs zu beachten.

Die Materialien des MV eignen sich für eine ausschließlich selbständige Arbeit der Studierenden nur bedingt. So ist aber durch präzise Zielangaben, Übungen und Kontrollen im Bereich des Erwerbs von Grundfertigkeiten eine stärkere Orientierung auf die selbständige (individuelle) Arbeit der Studierenden möglich. Für die Bearbeitung der anderen Inhalte der Themenbereiche empfehlen sich kommunikations- und kooperationsorientierte Formen studentischen Lernens.

Eine weitere Absicht der begleitenden Untersuchungen war es zu erkennen, inwiefern die Materialien die Erwartungen und Bedürfnisse der Studierenden treffen und wo sie selbst Schwerpunktsetzungen für ihre künftige Arbeit sehen.

Die Studierenden schätzen ein, dass sie vor allem bei den Themen "Web-Seite erstellen", "OPAC-Recherche", "Kommunikation im Internet" (hier besonders zu E-Mail und Mailing- Listen) und zur Nutzung von Suchmaschinen und -strategien für sich einen großen Lerngewinn registrieren. Diese Einschätzung ist sicherlich daraus zu erklären, dass diese Themen für die meisten Studierenden z.T. völlig neu waren und so rein quantitativ ein hoher Wissenszuwachs erreicht wurde.

Am Ende des Semesters beantworteten die Studierenden, die das Proseminare besuchten, in einer strukturierten Diskussion Fragen nach den Inhalten, die sie für ihre weitere Arbeit nutzen werden.

Große Übereinstimmung bei den Studierenden hinsichtlich der weiteren Nutzung gab es für:

Damit wird deutlich, dass gerade für die künftigen Nutzungsabsichten, gute Voraussetzungen durch die erfolgreiche Aneignung der theoretischen und praktischen Grundlagen bei den Studierenden gelegt wurden.