Empirische Begleitforschung:
Allgemeines
Die auf der CD vorliegenden Materialien wurden in einem
Zeitraum von zwei Jahren in Auseinandersetzung mit zwei universitären
Lehrveranstaltungen entwickelt. Eine dieser beiden Veranstaltungen war ein
Proseminar mit dem Titel "Computer als Denkzeug", die andere war eine
Einführungsvorlesung in die Erziehungswissenschaften mit dem Titel "Lehren und
Lernen in der Informationsgesellschaft". Beide Veranstaltungen richteten sich
in erster Linie an Lehrerstudenten. Sie waren aber auch für Studenten anderer
Fachrichtungen offen. Beide Veranstaltungen wurden während der ganzen Zeit des
Modellversuchs, also Wintersemester 1997/98, Sommersemester 1998,
Wintersemester 1998/99 und Sommersemester 1999, jedes Semester neu angeboten.
Die Vorlesung wurde immer von Herrn Diepold gehalten, das Proseminar in zwei
parallelen Veranstaltungen von Frau Politt. Im Wintersemester 1998/99 fand
zusätzlich dazu noch ein Proseminar statt, das Herr Schaale veranstaltete.
Im
Proseminar wurden im wesentlichen grundlegende Computerfertigkeiten vermittelt.
Dazu gehörten: 1) Textverarbeitung, 2) Arbeiten mit Datenbanken, 3)
Kommunikation über Internet (E-Mail, chatten, newsgroups), 4) Informationssuche
im Internet, 5) Schreiben von Internetseiten und 6) Arbeiten mit Teachware. Die
Lehre im Proseminar war sehr handlungsorientiert ausgerichtet. Alle Fertigkeiten
wurden in Auseinandersetzung mit Problemen geübt, die sich im studentischen
Alltag stellen. Darüber hinaus wurde viel Wert darauf gelegt,
dass die Teilnehmer miteinander über ihre Probleme kommunizierten.
Die
Vorlesung war in erster Linie eine Einführung in die Erziehungswissenschaften.
In dieser Vorlesung wurden grundlegende Konzepte der Erziehungswissenschaft eingeführt und anhand von Beispielen mit Bezug zur modernen
Informationstechnologie, insbesondere zu Computern, demonstriert. Verschiedene
Möglichkeiten, den Computer als Lehrmedium zu nutzen, wurden vorgestellt.
Mögliche Gefahren unangemessener Computernutzung wurden kritisch reflektiert.
Die speziellen Anforderungen, die sich aus der rapide wachsenden
Informationstechnologie für die Erziehungswissenschaften ergeben, wurden
diskutiert. Auch in der Vorlesung wurde ein handlungsorientierter Ansatz
verfolgt. Es wurde immer wieder herausgearbeitet, wie die Studenten Computerfertigkeiten in ihrem Studium sinnvoll nutzen können. In einigen Treffen
wurden den Studenten kleine Aufgabe mit Computerbezug gestellt; beispielsweise
sollten sich die Studenten eine Nutzerlizenz beim Rechenzentrum
besorgen.
Ein großer Teil der Materialien auf der CD wurde für die
Veranstaltungen entwickelt und direkt in den Veranstaltungen ausprobiert. Um die
Effektivität dieser Entwicklungsprozesse sicherzustellen, wurden begleitend empirische Untersuchungen durchgeführt. Diese Untersuchungen zielten zum einen
darauf ab, die für die Einführung der Informatischen Grundbildung wichtigen
Charakteristika der Zielgruppe zu erfassen, und zum anderen darauf, so gut wie
möglich die Wirksamkeit der im Modellversuch entwickelten didaktischen
Materialien und Prinzipien festzustellen. Aufgrund des Verlaufs des
Modellversuchs war letzteres nur sehr eingeschränkt möglich. So wurden die
Materialien und Prinzipien während des gesamten Modellversuchs in
unterschiedlichsten Aspekten ständig weiterentwickelt. Damit wäre es unmöglich
und auch weitgehend unsinnig gewesen, die Wirkung bestimmter Versionen einzelner
Materialien oder Prinzipien systematisch erfassen zu wollen. Anstelle dessen
wurden lediglich die Lehrveranstaltungen in ihrer Gesamtheit als komplexe
Zusammenstellungen von Lehrmaterialien und angewandten Lehrprinzipien
betrachtet.
Außerdem erlaubte die didaktische Gesamtkonzeption der
Lehrveranstaltungen keine systematischen Lernerfolgskontrollen. Aus diesem
Grunde sollte lediglich der Einfluss der Veranstaltungen auf verschiedene
Aspekte der Haltung zum Computer untersucht werden.
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