Konzeption zur Qualifizierung der Lehramtsstudierenden im Bereich "Neue Medien und Informationstechnologien"

- Zur Implementation und zum Transfer von Ergebnisse und Erfahrungen aus dem Modellversuch "Informatische Bildung für Lehrerstudenten" in das Lehramtsstudium -




1. Ausgangslage und Voraussetzungen

Die heutigen Entwicklungen in der Informations- und Kommunikationstechik nehmen in immer größerem Umfang Einfluss auf alle gesellschaftlichen Bereiche. Dies gilt auch für das Bildungswesen. Kinder und Jugendliche wachsen heute in einer von Medien und Informations- und Kommunikationstechnologien stark bestimmten Welt auf. Das Lehren und Lernen mit und über neue Medien [ 1 ] erhält einen bedeutenden Stellenwert.

Die Informations- und Kommunikationstechnik (IKT), als technische Basis neuer Medien, bietet vielfältige Formen eines neuen pädagogischen Umgangs mit Informationen, insbeson- dere ergeben sich mannigfaltige Möglichkeiten ihrer Gewinnung, Verarbeitung, Auswertung, Darstellung und Präsentation. Sie erlauben die überregionale Gestaltung und Verbreitung multimedialer Produkte ebenso wie die damit verbundene internationale Kommunikation und Kooperation über die weltweit verteilten informationellen Datenbestände.

Für die Schule ergibt sich die Aufgabe,

In diesem Zusammenhang erhält der alte Begriff der Medienkompetenz eine völlig neue Dimension, nicht nur als schillernde Projektionsfläche für die noch neuen, z. T. unbekannten Möglichkeiten der Information und Kommunikation sondern auch als Schlüsselbegriff für die zukünftig auszubildenden Fähigkeiten und Fertigkeiten auf diesem Gebiet.

Danach meint Medienkompetenz nicht vorrangig den in der klassischen Medienpädagogik favorisierten souveränen Umgang mit Overhead-Projektor und Video. Vielmehr sollten weiterreichende Elemente von Medienkompetenz ins Auge gefasst werden wie sie etwa in der Konzeption des Europäischen Zentrums für Medienkompetenz vorgeschlagen werden.[ 2 ]

Angehende Lehrerinnen und Lehrer sind auf die mit dem Einsatz neuer Medien verbundenen Aufgaben in der Regel nicht hinreichend vorbereitet. Bisher ist daher vor allem versucht worden, notwendige Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten durch Lehrerfortbildung zu vermitteln. Entsprechende Aktionen sind zwar sehr wichtig, reichen aber auf die Dauer für den notwendigen Kompetenzerwerb nicht aus. Deshalb stellt sich der Lehrerbildung die Aufgabe, bereits während des Studiums einen angemessenen Kompetenzerwerb zu Fragen der neuen Medien zu ermöglichen. Diese Forderung einer "Medienbildung" gilt prinzipiell für alle zukünftigen Lehrerinnen und Lehrer. Die Realisierung dieses Anspruchs setzt ein entspre- chendes Lehrangebot im Lehramtsstudium voraus.

Entsprechende Forderungen auf bildungspolitischem Gebiet durch Bund und Länder haben bisher kaum Niederschlag in den Studien- und Prüfungsordnungen gefunden. Mit dem Modellversuch "Informatische Bildung für Lehrerstudenten" wurde versucht, die Frage zu beantworten, welche inhaltlichen Schwerpunkte solch eine Grundausbildung ausmachen und wie sie in die komplexe Struktur der Lehramtsausbildung integriert werden könnten.

2. Zur Konzeption "Neue Medien und Informationstechnologien" in die Lehrerausbildung

Mit den folgenden konzeptionellen Überlegungen sollen Wege aufgezeigt werden, wie der vielfach betonte Notwendigkeit und Dringlichkeit einer Grundausbildung aller künftigen Lehrerinnen und Lehrer Rechnung getragen werden kann.Dabei stützen wir uns auf Erfahrungen und Ergebnisse des Modellversuches "Informatische Bildung für Lehrerstudenten", die u.a. zu folgenden grundsätzlichen Anforderungen an solch eine Konzeption [ 3 ]führten : Das Lehrangebot zum Bereich "Neue Medien und Informationstechnologien" soll dazu dienen, dass sich die Studierenden wenigstens grundlegende Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten in den folgenden inhaltlichen Bereichen aneignen und schrittweise weiterentwickeln:

Für die 1. Phase der Lehrerausbildung wird vorgeschlagen: Eine Pflichtveranstaltung zum Bereich (1) sollen alle Lehramtsstudierenden im Grundstudium absolvieren. Darüber hinaus sollten sie Veranstaltungen aus den Bereichen (2) und (3) besuchen, die als Wahlpflicht- oder Wahlveranstaltungen anerkannt werden können oder als Zusatzveranstaltungen gelten. Dazu sollten einige Zusatzangebote je nach den Möglichkeiten der Hochschulen zur Wahl gestellt werden.

Studienbegleitend oder nach Abschluss des Lehramtsstudiums soll eine Zusatzqualifikation zu "Medien und Informationstechnologien" eingerichtet werden, mit der Lehrende ausgebildet werden, die in der Lage sind, sich in besonderer Weise der innovativen Aufgaben im Bereich von Medien und Informationstechnologien in Bildung, Schule und Unterricht anzunehmen.

Diese Konzeption folgt der folgenden schematisierten Modellvorstellung und wird im folgenden erläutert:

A. Verankerung im Lehramtsstudium 
Grundlegung in einer Pflichtveranstaltung
(bzw. alternativ in Wahlpflicht-/Wahlveranstaltungen)
Vertiefung im frei zu wählenden Studienbereich der Erziehungswissenschaft  (2SWS)
im Wahlpflichtbereich der Erziehungswissenschaft (4 SWS)
im fachdidaktischen Bereich
in hochschulspezifischen Zusatzangeboten
 
B. Zusatzstudium 


A. Verankerung im Lehramtsstudium

1. Pflichtveranstaltung im Grundstudium

Grundlagen der Verwendung und Gestaltung von Medien in Bildung, Schule und Unterricht

Ziel solch einer Veranstaltung soll es sein, wesentliche Grundlagen an Wissen und Können zu Elementen von Medienkompetenz zu entwickeln.

Inhaltliche Schwerpunkte sind:

Diese Veranstaltung soll in Einheit von Vorlesungsformen, Übungsphasen und selbständiger Arbeit der Studierenden gestaltet werden. Die einzelnen Lehrveranstaltungen sollen in ihrer Gestaltung handlungsorientierenden Gesichtspunkten Rechnung tragen, sie müssen die sinnvolle und kritische Nutzung neuer Medien durch die Studierenden in dieser Lehrveranstaltung einschließen, in exemplarischer Weise den praktischen Umgang mit den Informations- und Kommunikationstechnologien für Studium und späteren Beruf in den Mittelpunkt stellen.

Diese Veranstaltungen sollen zugleich eine relativ einheitliche Grundlage für weiterführende Studien in der Erziehungswissenschaft, der Fachdidaktik und den Fachwissenschaften zur Anwendung neuer Medien und Informationstechnologien gewährleisten.

Anhand der im Modellversuch entwickelten Materialien können die Studierenden z.B. in selbständiger Arbeit mit der CD-ROM oder den Materialien auf dem educat-Server notwendige Grundfertigkeiten erwerben und sich über grundlegende Anwendungen und theoretische Konzepte zum Umgang mit neuen Medien informieren. In Verbindung mit den Lehrveranstaltungen und solche Selbstinstruktionsmaterialien sollte eine tutorielle Begleitung für den anwendungsbezogenen Umgang mit den neuen Medien gesichert werden.

Die Veranstaltung umfasst 2 SWS im Grundstudium. Sie ist für alle Lehramtsstudierenden als verpflichtend auszuweisen und als Leistungsnachweis im Bereich Erziehungswissenschaft anzurechnen.

Es ist anzustreben, dass künftig für die Anmeldung zur Prüfung beim Landesamt für Lehramtsprüfungen ein Nachweis über die erfolgreiche Teilnahme an einer Einführungsveranstaltung zum Umgang mit neuen Medien und Informationstechnologien vorzulegen ist.

Anmerkung: Die hier genannte Veranstaltung kann - wenn man den Anspruch aufgibt, alle Lehramtsstudierenden in grundlegende Fragen der Verwendung und Gestaltung von Medien in Bildung und Erziehung einführen zu wollen, - auch als Wahlpflicht- oder Wahlveranstaltung angeboten werden. Diese Art einführender Veranstaltung könnte dann etwa im Rahmen der Lehrveranstaltungen des studium generale oder als "Einführung in die Erziehungswissenschaft" angeboten werden.

2. Wahlpflicht- oder Wahlveranstaltungen

2. 1. Vertiefung zu ausgewählten Themen der Pflichtlehrveranstaltung

Eine erste Vertiefung zu Themen aus dem Pflichtbereich kann im Rahmen eines Seminars aus dem frei zu wählenden Studienbereich des erziehungswissenschaftlichen Anteils des Lehramtsstudiums (2 SWS) erfolgen, sofern in diesen Veranstaltungen ein deutlicher Bezug zur Medienbildung erkennbar ist.

2.2. Erweiterung und Vertiefung der medienpädagogischen Grundkenntnisse im Wahlpflichtbereich des Hauptstudiums der Erziehungswissenschaft

Mit einem Angebot an Hauptseminaren (4SWS), in denen der Schein erworben wird, sollen die Grundlagenkenntnisse der Studierenden zu neuen Medien erweitert und zu speziellen Aspekten wie der Selektions- und Entscheidungskompetenz für den Tätigkeitsbereich des Lehrers vertieft werden. Zugleich soll Wissen und Können, um konstruktiv und verantwortungsbewusst auf Anforderungen an Bildung und Erziehung zu reagieren, weiterentwickelt werden.

Inhaltliche Schwerpunkte sind:

Hierfür ist ein Themenangebot mit deutlichem Bezug zu Medien und Informationstechnologien vorwiegend durch die erziehungswissenschaftlichen Bereiche wie z.B. Allgemeine Pädagogik, Schulpädagogik, Grundschulpädagogik, Pädagogik und Informatik sowie Museumspädagogik zur Verfügung zu stellen.

2.3. Vertiefung im Grund- oder Hauptstudium im fachdidaktischen Bereich

Die in der Erziehungswissenschaft erfolgte Grundlegung im medienpädagogischen Bereich findet ihre Erweiterung und fachspezifische Umsetzung in der fachdidaktischen Ausbildung und in den wissenschaftlichen Fächern derLehramtsstudiengänge.

Die Verantwortung für diesen Teil der Ausbildung liegt ausschließlich bei den Fachdidaktiken und den Fächern. Anzustreben ist sowohl eine integrative Nutzung der mit der Einführung gelegten Grundlagen in diesen Disziplinen als auch ein explizites Angebot an Themen, die den Umgang mit neuen Medien in Schule, Bildung und Erziehung zum Hauptgegenstand haben und damit das Wissen und Können der Studierenden weiter vertiefen.

Inhaltliche Schwerpunkte sollten sein:

3. Hochschulspezifisches Zusatzangebot

Über die in den Studienplänen und Prüfungsordnungen ausgewiesenen Anforderungen hinaus sollten durch Einrichtungen der Universitäten Angebote unterbreitet werden, mit denen Studierende ihre Kenntnisse und ihr Können zu ausgewählten und speziellen Gebieten der Anwendung neuer Medien und Informationstechnologien in Bildung, Schule und Unterricht erweitern können. Diese Zusatzangebote sollen vorwiegend der Ergänzung der unter 1. und 2. genannten Veranstaltungen dienen.

3.1. Projektorientierte Zusatzkurse

Durch Universitätseinrichtungen sollten Themen zur projektorientierten Einführung in Einzelthemen der Gestaltung und Anwendung neuer Medien und Informationstechnologien für Lehramtsstudierende angeboten werden [ 5 ]. Auf diesem Wege sollen Studierende selbst projekt-, handlungs- und anwendungsorientierte Arbeitsweisen kennenlernen und sich gleichzeitig Themenbereiche zu neuen Medien erschließen.

3.2. Tutorien, Projekttutorien

Die Ergebnisse des Modellversuches "Informatische Bildung für Lehrerstudenten" zeigen, dass von studentischen Hilfskräften begleitete und angeleitete Lernprozesse bei Studierenden, die mit Ängsten und Vorbehalten an die Nutzung neuer Medien und Informationstechnologien herangehen, gut angenommen werden.

Es sollten daher Möglichkeiten geschaffen werden, spezielle tutorielle Angebote für Lehramtsstudierende zu realisieren. Der Schwerpunkt der Arbeit sollte hier im Heranführen der Lehramtsstudierenden an die an instrumentell-qualifikatorischen Aneignungskompetenzen der Nutzung neuer Medien liegen.

In diesem Rahmen sollten Projekttutorien zu speziellen Themen neuer Medien und informatischer Bildung für Lehramtsstudierende gefördert werden, um weiterführende Erkenntnisse an die Studierenden zu vermitteln und den Anwendungsaspekt für Studium und späteren Beruf zu vertiefen.

3.3. Veranstaltungen von wissenschaftlichen und Service-Einrichtungen zur Einführung in Nutzungsmöglichkeiten moderner Medien und Informationstechnologie in Bildung, (Hoch-)Schule und Unterricht

Hierbei sollte es sich um Einführungen zu Einzelthemen der Nutzung neuer Medien und Informationstechnologien als Informations-, Kommunikations- und Arbeits- und Lernmittel in der Hand des Lehrers handeln, die in loser Reihenfolge für Lehramtsstudierende angeboten werden. Ergänzt werden sollten diese einführenden Veranstaltungen durch ein Angebot von Tutorien bzw. Projekttutorien zur weiteren Vertiefung des Wissens und Könnens der Teilnehmer.

B. Zusatzqualifikation "Medien und Informationstechnologien" im Zusammenhang mit dem Lehramtsstudium

Für die Schulen ist es bedeutsam, dass sie über Lehrende verfügen, die sich in besonderer Weise der innovativen Aufgaben im Bereich von Medien und Informationstechnologien annehmen. Mittel- und langfristig geht es darum, dass die Schulen in die Lage versetzt werden, mit ihrem Lehrpersonal gegenwarts- und zukunftsbedeutsame Konzepte für ihr Schulprofil bzw. Schulprogramm zu entwickeln, in deren Rahmen die Medienpädagogik und die Informationstechnische Grundbildung einen angemessenen Stellenwert erhalten. Dies setzt Lehrerinnen und Lehrer voraus, die über grundlegende Qualifikationen hinaus in der Lage sind, innerhalb der Schule Planungs-, Beratungs-, Qualifizierungs- und Unterstützungsfunktionen für die Entwicklung und Umsetzung schulspezifischer Konzepte zur Medienbildung zu übernehmen.

Für diesen Bedarf wird vorgeschlagen, ein Zertifikatsstudium "Medien und Informationstechnologien" im Zusammenhang mit dem Lehramtsstudium einzurichten [ 6 ].
Es soll eine freiwillige Zusatzausbildung sein, die auf das Lehramtsstudium bezogen ist und studienbegleitend oder nach Abschluss des Lehramtsstudiums absolviert werden kann.

Bei der Einrichtung solch einer Zusatzqualifikation handelt es sich nicht um ein neues Studienfach für Lehramtsstudierende. Vielmehr dient die Möglichkeit zum Erwerb dieser wichtigen Zusatzqualifikation der Profilbildung im Rahmen des Lehramtsstudiums an der jeweiligen Universität. Eine solche Zusatzqualifikation kann zugleich die Einstellungschancen im schulischen und außerschulischen Bereich erhöhen.

Das Zertifikatsstudium soll den Studierenden einen angemessenen Kompetenzerwerb zu Fragen der Nutzung der Informations- und Kommunikationstechnologien in Bildung, Schule und Unterricht ermöglichen. Es dient der wissenschaftlichen Vorbereitung auf die Auseinandersetzung mit der Informationstechnik und deren Nutzung in Erziehung und Bildung.

Es beansprucht, mit Hilfe eines wissenschaftlichen Studiums auf die pädagogische Praxis vorzubereiten, das Verständnis von Analyse, Entwicklung und Anwendung informationstechnischer Systeme in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen und insbesondere der Bildung zu entwickeln. Es bezieht sich auf theoretische, technische und praktische Grundlagen der Informationstechnik, ihrer Anwendung in Lern- und Kommunikationsprozessen in den Schulfächern. Im Zusammenhang des Studiums sollen die Studierenden die Möglichkeit erhalten, die Handhabung von bzw. den Umgang mit Informations- und Kommunikationstechnologien in hinreichender Weise zu üben. Die Zusatzqualifikation soll insbesondere auf folgende Kompetenzen bei den Studierenden zielen:

Die Zugangsvoraussetzungen zum Zertifikatsstudium entsprechen den Zugangsvoraussetzungen für das Lehramtsstudium.

Das Studium soll einen Umfang von ca. 28 SWS haben. Davon sollen 24 SWS auf Veranstaltungen an der Universität und ca. 4 SWS auf ein vierwöchiges Praktikum entfallen.

Die Studienleistungen können zum Teil durch Studienleistungen im Rahmen des Lehramtsstudiums erbracht werden, und zwar durch Studienleistungen im erziehungswissenschaftlichen, fachdidaktischen und fachwissenschaftlichen Studium für Lehrämter. Solche Studienleistungen sollten bis zum Umfang von 16 SWS anrechenbar sein. Die weiteren Studienleistungen sowie das vierwöchige Praktikum müssen zusätzlich erbracht werden. Es ergibt sich daraus ein Mehraufwand von einem Semester gegenüber der Regelstudienzeit.

Das Lehrangebot wird durch die an der Lehrerausbildung beteiligte Einrichtungen gewährleistet. Damit soll zugleich die Verbindung von Fragestellungen der Informatik mit der Erziehungswissenschaft, den Fachdidaktiken und mit den Fachwissenschaften gefördert werden. Das vierwöchige Praktikum ist an einer Medieninstitution durchzuführen und muss durch einen Praktikumsbericht nachgewiesen werden.

Für die Zulassung zur Prüfung sollten gefordert werden:

Die Prüfung soll im Anschluss an die Erste Staatsprüfung für ein Lehramt erfolgen.


Anmerkungen:

  1. Neue Medien sind angesichts der Entwicklung Informations- und Kommunikationstechnik vor allem gekennzeichnet durch
  1. In der Konzeption des Europäischen Zentrums für Medienkompetenz werden folgende Kompetenzbereiche vorgeschlagen (siehe Hillebrand/Lange, S.35/36):
    1. Selbstbestimmung- und Orientierungskompetenzen. Hier geht es um die Fähigkeit unterschiedlicher Zielgruppen, sich selbständig über die Konsequenzen neuer Medienentwicklungen und ihrer Konsequenzen für den eigenen Arbeitsbereich zu informieren, entsprechenden Handlungs- und Qualifikationsbedarf zu bestimmen und zu realisieren.
    1. Selektions- und Entscheidungskompetenzen. Hierunter werden Fähigkeiten verstanden, sich unter bestimmten Bedingungen für oder gegen inhaltliche Angebote, Anwendungen, technische Lösungen und Bildungsmaßnahmen zu entscheiden.
    1. Instrumentell-qualifikatorische Aneignungskompetenzen. Hierbei geht es um die grundlegenden Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang mit neuen Medien, ihre Inbetriebnahme, Bedienung, Wartung und Pflege.
    1. Konstruktiv-qualifikatorische Aneignungskompetenzen. Hierunter werden Fähigkeiten zur reflektierten Bewertung inhaltlicher Angebote und Dienste verstanden, um einen effektiven, kreativen und kritischen Umgang mit den Materialien zu gewährleisten.
    1. Lern- und Gestaltungskompetenzen. Bei diesem Kompetenzbereich geht es um die generelle Fähigkeit und Bereitschaft, auf Anforderungen der Informationsgesellschaft konstruktiv und verantwortungsbewusst zu reagieren, Konsequenzen für eigenes Handeln, die Bewältigung von Problemen und die Ausschöpfung der Chancen der Informationsgesellschaft zu ziehen. zurück
  1. Die folgenden Vorschläge stützen sich darüberhinaus auf konzeptionelle Vorstellungen zu einer "Basisqualifikation" für Studierende aller Lehrämter im Bereich "Medien und Informationstechnologien", die im Rahmen des von der Bertelsmann-Stiftung geförderten Hochschulnetzwerkes "Lehrerausbildung und neue Medien" erarbeitet wurden. zurück
  1. Die auf der im Modellversuch entwickelten CD-ROM bzw. auf dem educat-Server liegenden Materialien stellen solch eine Grundlage für den Bereich informatischer Bildung von Lehramtsstudierenden dar. Die erarbeiteten Materialien sind vorrangig auf die Vermittlung von nstrumentell-qualifikatorischen Kompetenzen der Mediennutzung ausgerichtet. Dazu gehören u.a. die Kommunikation mittels elektronischer Post, die Nutzung elektronischer Diskussionsforen, das Abonnement elektronischer Zeitschriften, die Nutzung elektronischer bibliografischer Hilfsmittel, der Bezug von Informationen, die für die berufliche Tätigkeit als Lehrer relevant sind, die gemeinsame Erarbeitung von Hypertexten in elektronischen Arbeitsgruppen, Kenntnisse und Fertigkeiten zum Einsatz moderner Informations- und Kommunikationstechniken in der Schule (Multimedia, virtueller Klassenraum u.a.), die Nutzung des Computers als Werkzeug und Medium bei der Bewältigung der Arbeitsaufgaben. Eine weitere Zielrichtung der Materialien ist es, angehende Lehrer mit dem drastischen Wandel der informationellen Umwelt und der dort ablaufenden Prozesse vertraut zu machen, Lernen in einer von Medien bestimmten Zeit als offenes System zu verstehen, um so erste Selbstbestimmungs- und Orientierungskompetenzen zu erwerben. zurück
  1. Solche Projekte wurden im Rahmen des Modellversuches IKARUS(Informations- und Kommunikationstechnologische Ausbildung im Rahmen des Universitären Lehramts-Studiums) an der Uni Dortmund realisiert. zurück
  1. Es kann hierbei an Erfahrungen der Universität Bremen, an der seit 1997 ein Zertifikatsstudium "Informationstechnische Grundbildung -Lehrerausbildung" durchgeführt wird, angeknüpft werden. Ebenso sind die konzeptionellen Bemühungen im Rahmen des Hochschulnetzwerk: Lehrerausbildung und neue Medien zu berücksichtigen, eine Zusatzqualifikation zu "Medien und Informationstechnologien in Erziehung, Unterricht und Bildung" im Zusammenhang mit der Lehramtsausbildung einzurichten. zurück