Peter Diepold
Wie verweist man auf Literatur?
Wissenschaft beruht auf Überprüfbarkeit der Argumentation
und der benutzten Information. Dazu gehört insbesondere, daß man die
benutzten Veröffentlichungen (Quellen) so genau benennt, daß der Leser anhand
dieser Literatur selbst überprüfen kann, wie der Autor gearbeitet hat.
Literatur zu benutzen, ohne die Quelle anzugeben, ist eine wissenschaftliche
Todsünde ("Plagiat"). Das kann einem das bestandene Examen kosten!
Zum richtigen Zitieren einer Quelle gehören Informationen über Autor, Titel, Fundort und Jahr der Veröffentlichung.
4 notwendige Informationen
- Wer?
Name und Vorname des Autors oder Herausgebers.
In der Regel wird der Nachname vorangestellt, weil man auf diese Weise eine Liste von Quellenangaben ("Benutzte Literatur") am Ende einer wissenschaftlichen Arbeit leicht alphabetisch ordnen kann. Es ist sinnvoll, aber nicht Vorschrift, den Vornamen auszuschreiben. Falls kein Autor vorhanden ist, wird "o.A." (ohne Autor) geschrieben. Bei mehr als 3 Autoren wird der erste genannt, gefolgt durch "u.a." (und andere).
- Was?
Titel und Untertitel der Veröffentlichung
Gegenüber dem (besonders bei Büchern) gern plakativen Titel enthält der Untertitel enthält oft eine sinnvolle Präzisierung. Titel und Untertitel durch einen Punkt trennen.
- Wo?
Fundstelle
(siehe nähere Ausführungen weiter im Folgenden)
- Wann?
Jahr der Veröffentlichung des Buches/des Aufsatzes
WO?
bei einem Buch
Ort des Verlages, Name des Verlages, ggf. ISBN (internationale Standard-Buch-Nummer)
Ort und Verlagsname durch Leerzeichen Doppelpunt Leerzeichen trennen.
Beispiele:
- Baethge, Martin; Oberbeck, Herbert: Zukunft der Angestellten. Neue Technologien und berufliche Perspektiven in Büro und Verwaltung. Frankfurt, 1986
- Kaiser, Franz-Josef: Die Fallstudie. Theorie und Praxis der Fallstudiendidaktik. Bad Heilbrunn, 1995
- Kron, Friedrich W.: Grundwissen Pädagogik. 4. verb. Aufl., München/Basel : Reinhardt, 1995, ISBN: 3-497-01314-5
bei einem Zeitschriftenartikel
- Name der Zeitschrift
- Jahrgang-Nummer (Jahr), Heft-Nummer
- Seitenzahlen (von - bis)
Beispiele
- Diepold, Peter: Der Deutsche Bildungs-Server (DBS). Log In, Jg. 16 (1996), H. 4, S. 59-63
- Zabeck, Jürgen: "Schlüsselqualifikationen". Zur Kritik einer didaktischen Zielformel. Wirtschaft und Erziehung, Jg. 41 (1989), H. 3, S. 77-86
bei einem Beitrag in einem Sammelband
- In: Name und Vorname des Herausgebers
- Titel des Sammelbands, Ort
- Seitenzahlen des Beitrags im Sammelband
Beispiele
- Rost, Friedrich: Erziehungswissenschaftlich relevante elektronische Dienstleistungsangebote. In: P. Diepold/D. Rusch-Feja (Hrsg.): Elektronische Informationsdienste im Bildungswesen. Berlin (GIB), 1995, S. 37-67
- Schwenk, Bernhard: Art. "Erziehung". In: Dieter Lenzen (Hrsg.): Pädagogische Grundbegriffe. Reinbek (rororo), Bd. 1, 1994, S. 429-439
Für Sonderfälle vgl. Rost unter "Weiterführende Literatur".
Wie verweist man auf Literatur in der Arbeit?
Nach einem in Anführungsstrichen gesetzten wörtlichen Zitat, einer sinngemäßen Zusammenfassung oder auch bei einem Hinweis muß'der Verweis genannt werden. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: (1) der ausführliche Verweis mittels einer Fußnote, die unter der Seite oder am Ende der Arbeit/des Kapitels stehen kann, oder (2) der Kurzverweis (sog. amerikanische Zitierweise), der seinerseits auf die ausführliche Literaturnennung im Literaturverzeichnis der eigenen Arbeit verweist.
- Langform (traditionell)
- als Fußnote, wie im Literaturverzeichnis plus Angabe der Seiten, auf die man sich bezieht, z.B.
vgl. Friedrich Rost, Lern- und Arbeitstechniken für pädagogische Studiengänge, Opladen 1997, S. 221
- bei mehrfacher Nennung
- direkt aufeinanderfolgende Verweise: Ebd. (ebenda, engl.: ibid.)
Ebd.
- sonst: Autor, ggf. Jahr, a.a.O. (am angeführten Ort), ggf. neue Seitenzahl(en) (englisch: Autor, op. cit. (für opus citatus), Seitenzahlen). Beispiel:
Rost, a.a.O., S. 222
- Kurzform
- Autorname, Jahr, Seitenzahl(en), auf die man sich bezieht (sog. amerikanische Zitierweise)
- entweder in einer Fußnote
- oder, einfacher und häufiger, im laufenden Text
- Bsp.: (Rost 1997, 217f)
Die Kurzform verweist auf die vollständigen Angaben, die man im Literaturverzeichnis aufführt.