Humboldt Universität zu Berlin                                    &nbs p;                               WS 1997/98
HS: Das Internet
Doz.: Prof. Dr. P. Diepold
Referenten: Juliane Holzmüller
                  Katrin Weller

Möglichkeiten und Grenzen des Interneteinsatzes im Englischunterricht

Inhalt:
Einleitung
Ziele im Enlischunterricht
Vorteile des Interneteinsatzes im Englischunterricht
Kritische Anmerkungen
Das Internet als Lehr-und Lernhilfe, was bietet es?
Wichte Adressen für EnglischlehrerInnen
Projekte
Literaturangaben


Einleitung

Bei der Fülle an authentischen und didaktisch aufbereiteten Quellen, auf die im Internet zurückgegriffen werden kann, beantwortet sich die Frage Internet im Englischunterricht ja oder nein ? fast von selbst. Bei gegebenen technischen Voraussetzungen wäre es geradezu frevelhaft, den Heimvorteil, den der Englischunterricht mit dem Netzanschluß als freebee dazubekommt, nicht auch zu nutzen. Hat man sich einmal mit dem Medium Internet vertraut gemacht, kann man beim Anblick der schier unendlichen Möglichkeiten durchaus in Euphorie verfallen - davor sei jedoch gewarnt - auch dieses Medium hat, wie jedes andere, seine Grenzen.


Ziele im Englischunterricht

Zu den beiden wichtigsten Zielen im Fremdsprachenunterricht zählen die
Entwicklung von:
1.  Sprachkompetenz:  Lesen-Schreiben-Hören-Verstehen-(Übersetzen)
2.  Sachkompetenz:     geschichtliche, landeskundliche und kulturelle Kentnisse

1. Sprachkompetenz

Lesen:         Im WWW sind englischsprachige Seiten dominant.Web-Recherchen, Mail,
                   Newsgroups und Mailing Listen bieten somit eine breite Basis zur Entwicklung der
                   Lesefertigkeit.
Schreiben:   Newsgroups und E-Mail schreien buchstäblich nach Anwendung. Die
                   Schreibsituation an sich bekommt einen realistischen Hintergrund.
Sprechen:    Im Zuge der fortschreitenden Ausrüstung der Computer mit der sogenannten
                   CU-SeeMe-Technik werden Videokonferenzen hoffentlich einen wichtigen
                   Bestandteil des Englischunterrichts bilden. Solange das nicht gegeben ist, scheint es
                   zumindest realistisch, wenn Arbeitsergebnisse, z.B. aus Gruppenarbeiten, sprachlich
                   aufbereitet und im Rahmen des Unterrichts oder Projekts vorgestellt werden.
Hören:         in Abhängigkeit von Audio- und Videoausrüstung des Computers;
                   entscheidender Vorteil: bei den Kommunikationspartnern handelt es sich (zumeist)
                   um Muttersprachler; eine real existierende Situation muß bewältigt werden.( kein 
                   Tonband, das beliebig oft zurückgespult werden kann.)
                   Insgesamt scheinen die derzeitigen Möglichkeiten zur Entwicklung der Hörfahigkeit
                   durch das Internet eher gering.
Es wird deutlich, daß das Internet Möglichkeiten zur Entwicklung sämtlicher Sprachfertigkeiten bietet und der Einsatz im Unterricht daher durchaus sinnvoll und auch wünschenswert ist.

2. Sachkompetenz


Welche konkreten Vorteile hat nun der Internet-Einsatz im Englischunterricht?

*Authenzität. Im gemein gebräuchlichen Englischunterricht werden immer wieder fiktive Situationen und fiktive Personen für den Lernprozeß herangezogen. Die Schüler fragen einander nach Namen und anderen persönlichen Informationen, deren Antworten sie eigentlich schon kennen. Aber diese Fiktivität gibt dem Lehrer meist die einzige Möglichkeit,  überhaupt eine kommunikative Situationen zu schaffen.
Im Rahmen eines e-mail Projekts oder der Selbstdarstellung mittels Web-Page, erhalten  wir eine real-existierende Situation. Der Rezipient weiß tatsächlich nichts über seinen Kommunikationspartner und ist daher an dessen Informationen interessiert. Es besteht also auf beiden Seiten ein Bedürfnis, etwas vom anderen zu erfahren - der interkulturelle Dialog wird auf dieser Grundlage gefördert. .
*Im Rahmen des Fremdsprachenunterrichts wird eine realistische Kommunikationssituation geschaffen. Da der Kommunikationspartner entweder Muttersprachler ist oder aber Englisch als Kommunikationsspache zwischen Schülern verschiedener Nationalitäten genutzt wird, sollten die Lernenden stärker motiviert sein, als das in künstlich hervorgebrachten Situationen der Fall sein kann.
* Das Kommunikationsmittel Englisch wird nicht mehr zum Selbstzweck benutzt.
* Real existierende Diskussionsgrundlagen können gestaltet werden.
* Die Materialien im WWW sind authentisch, aktuell und zahlreich. Es bietet sich die Möglichkeit einer detailierten Recherche zu Themen und Problemen, die mittels Printmedien nur schleppend und unzureichend abgedeckt werden könnten. Gewöhnlich eintönige Lehrbuchtexte werden nun anschaulich und zum Teil auch hörbar dargeboten.
* In ausgewählten Übungen online bekommen die Schüler eine sofortige Rückmeldung bzw. es wird durch eine Punktwertung ein zusätzlicher Anreiz geschaffen. Auf diesem Wege werden selbst die als langweilig empfundenen, aber notwendigen Wiederholungen beim Üben interessanter.
* Multimedia Technologien sprechen mehrere Lernkanäle gleichzeitig an, was sich günstig auf den Lernprozeß auswirken sollte. Die Möglichkeiten für die Unterrichtsgestaltung erweitern sich.
* Die Arbeit am Computer eignet sich besonders für binnendifferenziertes Arbeiten. Das individuelle Lerntempo kann berücksichtigt und unterschiedlichem Leistungspotential, mehr noch als mit konventionellen Medien, entsprochen werden.
* Web-Seiten können ausgedruckt und als ergänzendes Unterrichtsmaterial eingesetzt werden.
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Und hier noch einige kritische Anmerkungen 
* Web-Recherchen sollten vom Unterrichtsthema bestimmt werden. Nicht immer ist  eine Suche im WWW auch sinnvoll.
* Bevor die Schüler auf den "Information Highway" geschickt werden, sollten sie in jedem Fall sprachlich und inhaltlich auf die Aufgabe vorbereitet werden.
* Für den Lehrer bedeutet die Arbeit im Netz zusätzliche Vorbereitung.
* Als schwierig könnte sich die z.T. notwendige Bestimmung des sprachlichen Anspruchsniveaus von relevanten Originaltexten oder auch Sprachübungen erweisen. Da von den Autoren oftmals keine sprachlichen Einstufungen vorgenommen werden, kann sich die Suche nach dem richtigen Material für die spezielle Klasse zu einem sehr zeitaufwendigen Unterfangen werden.

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Das Internet als Lehr-und Lernhilfe, was bietet es ?


Einige Adressen sind ein MUSS für jeden EnglischlehrerIn:

Anmerkung: folgende Adressen verstehen sich als Empfehlungen, um den Start ins "Netz"
erfolgreich anzugehen.

Projektideen und Unterrichtsmaterialien


Projekte

Die Einbindung der Internetarbeit in Projekte bringt folgende Vorteile mit sich:
- der Zeitdruck, der durch eine 45-minütige Unterrichtsstunde gegeben wäre, entfällt
- Recherchen können ausgeweitet werden, die Erfolgschancen für relevante Suchergebnisse erhöhen sich, eine intensivere Auseinandersetzung mit der jeweiligen Thematik wird somit ermöglicht
- es kann fachübergreifend gearbeitet werden
- bei der Projektarbeit kann die Binnendifferenzierung weiter vorangetrieben werden, einzelnen Schülern können verschiedenste Verantwortungsbereiche übertragen werden

Grundregeln für die computergestützte Projektarbeit im Englischunterricht

1. Annäherung an die Thematik auf sprachlicher und inhaltlicher Ebene mit Hilfe des Lehrbuchs
2. Vertiefung durch Einbeziehung weiterer Informationsquellen, wie z.B. Printmedien, Enzyklopädien auf CD-ROM etc. und/oder (ergänzende) Recherchen im WWW.

Es müssen klare Richtlinien und Zielsetzungen vorgegeben werden !

- Arbeitsauftrag:     Wonach suche ich?
- Suchstrategie:      Wie und wo suche ich?
- Suchergebnisse:   Was erwarte ich?
- Präsentation:       Wie soll ich meine Ergebnisse vorstellen?

(vgl. Donath: Englischunterricht in der Informationsgesellschaft)

Entschließt man sich, daß Internet für eine Projektarbeit zu nutzen, empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

Projektarbeiten mit Interneteinsatz - Vorgehensweise bei einem Umfang von ca. 10
                                      & nbsp;                       Unterrichtsstunden

1. Sprachliche und inhaltliche Erarbeitung des Lehrbuchtextes
2. Vorbereitung einer Informationsrecherche; Erarbeitung eines Fragenkatalogs; parallele Erarbeitung einer Wortschatzliste zum Thema
3. Gruppen einteilen und mit den entsprechenden WWW-Adressen versorgen
4. Web-Recherchen mit den vorgegebenen Adressen durchführen
5. Reflektion der Recherche: Vorgehensweise, Ergebnisse, Eindrücke
6. Auswertung der Informationen in den Gruppen (inhaltlich und sprachlich)
7. die Gruppen stellen ihre Ergebnisse vor
8. Erweiterung der Wortschatzliste
9. Zusammenstellen und Veröffenlichen der Ergebnisse (Wandtafel, Magazin, etx.)

Beispiele und Vorschläge dafür, wie sich dieses Vorgehen thematisch umsetzen läßt, finden Sie unter:        http://www.englisch.schule.de

Wie ein außerunterrichtliches e-mail Projekt aussehen kann, möchten wir an einem Beispiel darstellen.
Und hier gehts zu einem Beispielprojekt

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Literaturangaben