Ein fachübergreifendes e-mail Projekt für den außerunterrichtlichen Einsatz

Im folgenden soll ein Beispiel-Projekt vorgestellt werden, welches unter dem Titel "Europas Zukunft"  an der Clemens-Bretano-Schule in Lollar durchgeführt wurde.

* Hintergrund bildeten die jährlich stattfindenden Europatage, zu denen auch ca.250 Schüler aus
   anderen europäischen und australischen Partnerschulen erwartet wurden
* das Motto lautete: Viele Gesichter, viele Sprachen - eine Welt
* beteiligt waren 17 Schülerinnen der Klassenstufen 7-12
* eine andere Projektgruppe hatte das Ziel, eine schuleigene Homepage zu erstellen
* das gesamte Projekt war für eine Woche konzipiert
 

Vorüberlegungen und Zielsetzungen

Erstellung eines e-mail Projekts, bei dem Schüler aus ganz Europa zum Thema "Europas Zukunft" befragt werden sollten.
Die anwesenden ausländischen Gäste sollten ebenfalls einbezogen werden, um eine mögliche ausbleibende Reaktion abzufangen.
Am Ende der Woche soll das Ergebnis der Umfrage auf der schuleigenen Homepage erscheinen. Dies sollte gleichzeitig Anreiz dafür sein, sich wirklich am Projekt zu beteiligen.

Notwendige Vorarbeiten

Mit Hilfe des Web66 unter http://web66.coled.umn.edu wurden Schulen in Europa ausfindig gemacht und auf Grund der angegebenen Webseiten wurden die entsprechenden e-mail Adressen von 300 Schulen aufgelistet.

Das Projekt

In einer kurzen Orientierungsphase machten sich die beteiligten Schüler erst einmal selbst Gedanken zum Thema "Wie stellt ihr euch die Gegenwart bzw. Zukunft Europas vor?". Dieses war eine Orientierungsbasis für die später zu entwerfenden Fragestellungen.

Zunächst in Einzelarbeit und anschließend in stetig größer werdenden Gruppen wurde dann ein Fragebogen entworfen. Dabei mußten die Schülerinnen so kooperieren, daß am Ende alle Vorschläge auf 5 Kernfragen reduziert wurden.

Die Gruppe teilte sich in eine Abteilung, die die Befragung der Gäste übernahm und die notwendigen Materialien dafür erstellte und eine Abteilung, die sich mit dem Entwurf eines Briefes für das e-mail Projekt befaßte. Sowohl auf dem Schulhof, als auch über den Computer wurde die Befragung auf Englisch durchgeführt.

In Partner- und Gruppenarbeit wurde es jeder Beteiligten ermöglicht, am Computer zu arbeiten und die Briefe zu senden.

Fragen: 1a    Which language do you learn in school ?

            1b    Do you think that there should be one language spoken in Europe ? y/n
                    If yes, which language would you choose ?

            2     Will it be easier to stop war in a united Europe ?

            3    How can we overcome differences between rich/ poor East/ West in a united
                  Europe ?

            4     Will race relations get better or worse in united Europe ? Why ?

            5    Do you see the future as paradies or as a black hole ?

Rund 300 Briefe waren bis Dienstag abend verschickt und man wartete sehnlichst auf Antwort.
 

Auswertung

Die eintrudelnden Antworten wurden mit Hilfe der Informatiktruppe in Diagramme umgewandelt; zwei Schülerinnen beantworteten sehr interessante Briefe.

Von den 300 gesendeten mails wurden 85 beantwortet, 50 kamen aufgrund fehlerhafter Adressen zurück; in der Schule wurden 142 Fregebögen ausgefüllt.

Es kann davon ausgegangen werden, daß nur die Schüler geantwortet haben, die das Thema auch tatsächlich interessiert hat. Das Ergebnis wurde mit Hilfe der Homepage-Gruppe verarbeitet und dargestellt.
 

Allgemeine Hinweise zu einem e-mail Projekt

* Es ist wichtig, daß sich die beteiligten Lehrkräfte auf beiden Seiten der Verbindung genau absprechen. Eine zeitliche Vorstellung ist genauso wichtig, wie eine thematische.
* Ein intensiv betriebenes Projekt innerhalb einer oder zwei Wochen kann erfolgreicher und befriedigender sein, als ein langatmiges, da die Spontanität abnimmt.
* Es ist sinnvoll, Informatik- und Fremdsprachenlehrer zusammenarbeiten zu lassen.
*Je mehr die beteiligten Schulen bzw. Klassen über den Kommunikationspartner wissen (Alter, Sprachkenntnisse, Themenwünsche, etc.) umso besser läßt sich ein Projekt koordinieren und zur Zufriedenheit aller Seiten durchführen.