Das Jahr 1798

Napoleon Bonaparte, vom oberitalienischen Kriegsschauplatz als Triumphator nach Paris zurückgekehrt, bricht Mitte Mai nach Ägypten auf und landet Anfang Juli bei Alexandria. - England reißt Ceylon an sich; eine Erhebung in Irland wird niedergeschlagen.

Napoleons ägyptische Invasion vereitelt Humboldts Plan einer Reise an den unteren Nil und nach Palästina. Humboldt trifft Anfang Mai in Paris ein, wird alsbald zu einer von der Republik geplanten Weltumseglung eingeladen, auch dieses Unternehmen wird durch den Kaperkrieg verhindert. Im Oktober brechen Humboldt und Bonpland nach Marseille auf, um nach Nordafrika überzusetzen und von dort nach Ägypten vorzustoen. Als auch dieser Plan aufgegeben werden muß, reisen die Freunde Ende Dezember nach Madrid, um die Möglichkeit einer Reise in die spanischen Kolonien zu prüfen.

Der Deutsche Friedrich Konrad Hornemann stößt als erster europäischer Forscher von Kairo aus in die Sahara vor. Er reist im Auftrag der Britischen Afrikanischen Gesellschaft, durchquert Sahara und Sudan, erreicht den mittleren Niger und bleibt seither verschollen, nachdem er wahrscheinlich als erster Europäer bis zum Tschadsee gelangt war.

Der englische Geistliche Thomas Robert Malthus lehrt, die Menschheit habe die Tendenz, sich schneller zu vermehren als die Produktion an Nahrungsmitteln; Elend und Armut folgern aus dieser angeblichen Gesetzmäigkeit (Malthusianismus).

Cavendish mit mit Hilfe der von Coulomb erfundenen Drehwaage die Dichte der Erde und die Gravitationskonstante. Luigi Galvani stirbt. - Geboren wird der Mineraloge Gustav Rose, Humboldts Begleiter auf der Sibirischen Reise.

 


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