[anklickbar Menubar]

Ausgabe #12

Locus Ausgabe Nr.12



Meinem Antagonisten Alex


Ich errinnere mich noch ziemlich genau daran, als ich Alex das erste Mal in der Redaktion sah. Zuerst war da seine kräftige, männlich - dunkel angehauchte Stimme zu vernehmen. Als ich daraufhin unseren damaligen Redaktionsraum (heilig) betrat, sahen mich zwei große, kugelrunde, braune Augen an. Dieselbigen hatten bereits zahlreiches weibliches Publikum angelockt. Franzi saß mit verdrehten Augen und entzücktem Gesicht irgendwo in der Ecke, andere standen schmachtend herum, ohne einer Wahrnehmung fähig zu sein, die nicht Alex galt.
Dieses Trauma sollte uns von jetzt an für immer verfolgen. Wie waren doch noch Franzi's Worte:"In einem Anfall geistiger Umnachtung habe ich mich breitschlagen lassen, für Alex einen Abschiedsartikel zu schreiben." (Hat Sie diesen Anfall bereits überwunden?) Alex ist und bleibt der geborene Journalist. Keiner konnte wie er so penetrant neugierig sein, keiner konnte einen mehr nerven und zur Raserei bringen und keiner war so unpünktlich mit seinen Artikeln (Motto übrigens:"Legastheniker rules O.K.") Alex und ich haben uns immer gestritten, sei es bei der Auswahl des Radiosenders, bei der Gestaltung des Layouts oder bei der Kommasetzung (die sowieso bei uns beiden falsch war). Stundenlang haben wir uns dabei die übelsten Bosheiten an den Kopf geworfen, ohne daß einer bereit war nachzugeben. Und - wer hat recht behalten? Jaaaa - Alex, nach mir kommen und vor mir gehen! Aber ich will ja jetzt nicht ins Sentimentale abrutschen: Die Zeit mit Dir war sowieso schön und irgendwie kann ich Dir kein größeres Kompliment machen, als daß mir unsere Diskussionen und Raufereien fehlen werden...
Dein Gunter