[anklickbar Menubar]

Ausgabe #12

Schmacht, Schmatz und Leiden


Hundeblick, ein liebes Lächeln, ein flehendes "bitte, bitte" - so oder ähnlich hat mich unser guter Alex wohl dazu gebracht, mich freiwillig für seinen Abschiedsartikel zu verpflichten. Da ich mich aber seit Wochen diesbezüglich in einem hoffnungslos überforderten Zustand befinde, habe ich mir mit Katja Verstärkung geholt (Irgendjemand hat meine Gebete um weibliche Unterstützung in dieser leicht machohaft angehauchten Redaktion erhört!). Die Frage nach dem: "Warum habe ich diesen Artikel versprochen?" scheint also beantwortet. Zu meiner Verdeidigung bleibt nur zu sagen, daß seit diesem Vorfall bestimmt schon 2 Jahre vergangen sind, und weder Katja noch ich uns von unserem Knuddelbären haben einwickeln lassen (Ätsch!). Außerdem fallen wir sowieso nicht mehr auf seine wunderschönen, großen, braunen Augen (Hach ja) und seine warme, dunkle Stimme herein...
Nun aber mal ernsthaft: Als Alex nach der ersten Ausgabe zu uns stieß, hatte er wohl noch die Illusion, so etwas wie Niveau in die Zeitung zu bringen. Nach kurzer Zeit mußte er jedoch feststellen, daß er damit bei uns völlig fehl am Platze war. Troztdem hielt er tapfer aus. Aber Alex zeichnete sich nicht nur durch seine endlose Geduld aus, er prägte auch ganz entschieden unser Arbeitsklima. Erinnert sei nur an kleine Auseinandersetzungen zwischen Alex und Gunti:
Alex: "Oh Mann, Gunter kotzt mich schon wieder an!"
Gunti: "Ey, ich weiß gar nicht, was das jetzt schon wieder sein soll!"
Habe ich schon erwähnt, daß sich diese Konversationen auf derart hohem Niveau nur positiv auf die Produktivität der Redaktion ausgewirkt haben?
Seit es den LOCUS gibt, hatte wohl jedes Redaktionsmitglied die Phase, wo es einfach keine Lust mehr auf stundenlanges Arbeiten am Nachmittag hatte. Aber irgendwie hat es Alex dann doch immer wieder geschafft, uns zu motivieren - beispielsweise durch das Setzen unmöglicher Redaktionsschluß-Termine, die kein Mensch - am wenigsten er selbst - einhalten konnte. Häufig gebrauchtes Zitat: "Morgen sind meine Artikel ganz bestimmt fertig!"
Als V.i.s.d.P. hat er immer wunderbar den Kopf für andere hingehalten (Danke, danke, danke...). Und obwohl Alex in seiner Freizeit genug Anderes zu tun hatte (er schreibt u.a. für ein Studentenmagazin), fand er dennoch genügend Zeit für uns und den LOCUS (wunderbar abzulesen an seiner Abi-Note).
Wir können unseren Knuddelbären jedoch nicht verabschieden, ohne auf das Egebnis seines LOCUS-Daseins zu sprechen zu kommen: seine Artikel.
Vielleicht ist es Euch ja auch schon aufgefalllen, daß Alex sich mit vielen Themen auseinandergesetzt hat. Ob es sich nun um Sport, Musik oder aktuelle Themen handelte. Alex ließ kaum etwas aus. Den höchsten Bekanntheitsgrad haben sicherlich seine Plattentips, die fast regelmäßig im LOCUS zu finden waren. In diesem Zusammenhang habe ich es tatsächlich gewagt, seine Sprache als "süß" zu bezeichnen.(Ich glaube er war tödlich beleidigt.) Trotzdem zwei klitzekleine Auszüge aus seinen Musikartikeln:
"Mit einer Achterbahnfahrt zwischen totaler Verletzlichkeit, Selbstsicherheit und Zerbrechlichkeit lockt sie den Hörer in eine Traumwelt, fernab der Realität, wo diese undefinierbare Sehnsucht nach irgendwas in einem hochsteigt und das Leben einfach nur schön ist." (LOCUS Nr.10)
oder:
"Unser Körper hat Hunger auf die Melodien, die so gänsehautfördernd sind, wie kaltes Eis auf nackter Haut." (LOCUS Nr. 8)
Bleibt nur noch: Alex, Du wirst uns fehlen. Aber nicht nur uns, sondern auch Deiner (nicht unbedigt kleinen) weiblichen Anhängerschaft - ihnen voran natürlich wir beide.
Tschüß

Franzi & Katja