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Ausgabe #12

Die USA - ein Land der Gleichberechtigung


Für viele sind die Vereingten Staaten das Land der Träume. Doch für einige Randgruppen sind sie die Hölle. Dieser Artikel soll auf die Probleme der Mexikaner aufmerksam machen und die von einigen Schwarzen geforderte Rassentrennung darstellen.

Das harte Leben der illegalen Einwanderer
Etwa 300.000 bis 500.000 illegal eingewanderte Mexikaner befinden sich zur Zeit im sonnigen Kalifornien, doch ihr Leben ist alles andere alls schön. Sie arbeiten dort auf den Farmen für vier Dollar die Stunde als Landarbeiter unter schwersten Bedingungen. Meist sind sie den giftigen Pflanzenschutzmitteln hilflos ausgesetzt, die kurz bevor sie auf das Feld gingen, versprüht wurden. Doch keiner der Menschen traut sich zu wehren, denn sie sind den Aufpassern auf den Plantagen ausgeliefert, da sie keinen Paß und damit keine eigenen Rechte mehr besitzen. Außerdem können sie es sich nicht leisten, die Arbeit aufzugeben, denn mit ihrem gesparten Geld würden sie nicht einmal zurück nach Mexiko kommen. Die Mexikaner kommen in die USA mit der Hilfe von Menschenschmugglern, die sie für ein Honorar von tausend Dollar über die Grenze bringen und ihnen für weitere hundert Dollar einen ersten Job vermitteln. Das Geld haben sich die Auswanderer in ihrer Heimat gespart oder erbettelt.
Danach arbeiten sie je nach Saison auf Tomaten-, Erdbeer- oder Knoblauchfeldern, natürlich illegal, und das mit dem Wissen der Plantagenbesitzer.
Von den Kaliforniern sind die Mexikaner unerwünscht. Sie fürchten bereits eine "Überfremdung". Doch gerade diese billigen Arbeitskräft sind das Einzige, was die kalifornische Landwirtschaft noch zusammenhält. Deswegen kämpfen die Farmer auch entschieden gegen jeden Versuch der Gewerkschaft UWF (United Farm Workers), die Landarbeiter zu organisieren, um dann geschlossen die Mißstände aufzudecken. Und daß es vereint besser geht, zeigt die Kündigung von einigen Vorarbeitern wegen sexueller Belästigung letzten Sommer, als 400 Pflückerinnen streikten.

Erneute Rassentrennung in den Staaten?
Es hört sich seltsam an, aber der Schwarzenführer Louis Farrakhan ist wirklich für getrenntes Leben der beiden größten in Amerika lebenden Gruppen. Nach seiner Meinung sollten beide Gruppen ohne gegenseitige Berührung in den Staaten leben. In einem SPIEGEL-Interview verglich er die Situation mit einer Ehe: Gibt eine Beziehung beiden Seiten gleich viel, so werden sie keine Trennung anstreben, aber bestehen unversöhnliche Gegensätze, leitet man eine Scheidung ein.
Louis Farrakhan ist der Führer der "Nation of Islam". Seine erklärten Gegner sind Juden, die er mit "Blutsauger" bezeichnet, weil sie in den Gettos der Schwarzen Handel treiben, aber nicht dort investieren. Er verbreitet schlimmste Verleumdungen, wie z.B., daß jüdische Reeder am Sklaventransport verdient hätten. Laut Farrakhan ging es für die Juden nur "... vorwärts, für die Schwarzen rückwärts." Dies ist gemeinster Antisemitismus, dennoch hören viel Schwarze auf diesen Mann, denn er zeigt ihnen einen neuen Feind. Was ist bloß aus dem Traum von Martin Luther King geworden , in dem Schwarze und Weiße gleichberechtigt und vor allem miteinander leben, ohne Rassenunterschiede.
Immer mehr Menschen folgen dem Motto "separate but equal" (getrennt aber gleichberechtigt), denn die Integrationspolitik der vergangenen Jahre hat ihnen nichts gebracht. Das Durchschnittseinkommen der Schwarzen liegt immer noch bei nur 60% dessen, was Weiße verdienen. Über ein Drittel lebt sogar unterhalb der Armutsgrenze. Die früher in den Gettos herrschenden sozialen Beziehungen und der Zusammenhalt wurden empfindlich gestört. Jeder dritte Mann um die 25 ist im Gefängnis oder nur auf Bewährung frei. Die Gewalt innerhalb der eigenen Gruppe ist sehr hoch.
Die Separatisten fordern zwar keine Reservate, wollen aber eigene Wohnviertel mit einer eigenen Infrastruktur. So sollen dort afro-amerikanische Schulen und Kirchen eingerichtet werden, anstatt die Kinder wie jetzt in weit entfernte Schulen zu bringen, um die Integration zu fördern. Untersuchungen zu folge sollen Schwarze bei schwarzen Lehrern auch besser lernen. Es sollen auch neue Vorbilder entstehen, wozu Schwarze zählen sollen, die es zu etwas gebracht haben und sich in Wohnviertel zurückgezogen haben, in denen nur Afro-Amerikaner leben. Die neuen Vorbilder sollen die Menschen des schwarzen Mittelstandes sein und nicht Schwarze, die sich den Weißen anpassen, oder gar die Kriminellen, die im "Gangsta-Rap" heroisiert werden.
Ist das wirklich die Lösung des Problems? Zum Glück denken noch nicht alle Schwarze wie Louis Farrakhan. Die meisten wollen immer noch ein friedliches Zusammenleben.
Stefan Schade