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Ausgabe #14

Locus Ausgabe Nr.14



Weihnachtskonzert

Angespannt und nervös ist die Stimmung kurz vor Beginn. Jetzt bloß nicht Herrn Heims oder Frau Müller in die Quere kommen - die würden unweigerlich explodieren. Warum erzählt mir eigentlich jeder, daß alles katastrophal ist und überhaupt nichts klappt?
Eigentlich sollte 18.00 Uhr Einlaß sein, aber alles verzögert sich ein bißchen, weil bis zum letzten Augenblick noch geprobt wird. Dann geht es doch noch los. Eltern, Lehrer, Schüler stürzen sich auf die Sitzplätze. Um wievieles ärmer wäre diese Schule ohne ihr Weihnachtskonzert, schießt es mir durch den Kopf. Es gibt eben nur diesen Tag, an dem Eltern, Lehrer, Schüler (und gleich so viele) unter einem Dach sitzen.
Prestigeobjekt Weihnachtskonzert. Warum kann ich eigentlich meinen Direktor nirgendwo sehen? Vielleicht ist es auch gut, keine Rede zu hören. Das Programm schreitet zügig voran. Statt der großen Katastrophe gibt es nur kleine Unstimmigkeiten. Gott sei Dank gibt es diese, denn wer will schon etwas völlig Perfektes - das paßt nicht zu uns.
Eigentlich erstaunlich, wieviele gute Musiker wir an unserer Schule haben. Fast ebenso erstaunlich ist die Zahl der Helfer, Helfershelfer und Chormitglieder - man kommt sich ja schon fast einsam vor, wenn man mehr Leute auf der Bühne als im Publikum kennt. Beachtlich die Zwischeneinlagen; gelungen die Kostüme.
Die Schwachstellen sind die gleichen wie jedes Jahr - sollten hier aber nicht weiter erwähnt werden.
Das einzige was mir völlig mißfallen hat (was kurzgesagt grauenvoll und peinlich gewesen ist), war die zweite Strophe von "Mitternacht", das Loblied auf unsere ach so gute Schule. Vielleicht war es ja ironisch gemeint (ich hoffe), angekommen ist es so nicht.
Es war kein Wunder, daß nach monatelanger Vorbereitung und der Anspannung der letzten Tage beide Musiklehrer, heiser und mitgenommen wirkten. Ohne Idealismus - von allen Beteiligten - ist so etwas wohl kaum zu veranstalten. Kann man eigentlich mit Blumen und einer Flasche Jacobi den Streß wenigstens ein bißchen kompensieren? Ich hoffe. Äußerst enttäuschend fand ich übrigens, daß die Schulleitung nicht fähig war, etwas in dieser Hinsicht zu initiieren.
Alles in allem war es eines der besten Weihnachtskonzerte, die es bisher gab - es gibt uns und unserer Schule ein Stück Identität, die sie so bitter nötig hat.

P.S. Die Fotos vom Konzert sind leider bis zum Redaktionsschluß dieser Ausgabe noch nicht fertig gewesen. Entweder findet ihr sie demnächst an der Wandzeitung oder im nächsten LOCUS.
G