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Locus Ausgabe Nr.15
Ein Traum in Alu
Wie ich aus einer sicheren Quelle erfahren habe, geht das Gerücht an unserer Schule um, daß die allseits beliebten Assietten beim Essen abgeschafft werden sollen, sobald der Umzug in den neugebauten Pavillon vollbracht ist.
Seid Ihr Euch denn schon im klaren darüber, was das für Folgen haben kann?
Schon bald wird unsere Assiettentradition nicht mehr existieren.
Nun muß sich jeder an den Gedanken gewöhnen, daß die Gabel kein schönes Kratzgeräusch auf dem Boden des Fressnapfes erzeugen wird, wenn wir in Zukunft von Plaste- oder Porzellantellern essen werden.
Wo werden die Überraschungen beim Öffnen der Assiette bleiben? Wir wußten doch nie, wie liebevoll und appetitlich das Essen angerichtet worden war. Auch das Abenteuer, wie z. B. das Essen der Suppe aus zwei Kammern wird uns vorenthalten werden.
Die Essenfrauen jedoch werden sich freuen, wenn sie keine kreativen, niveauvollen und künstlerisch wertvollen Gestalten, Figuren oder sonstige Kunstwerke mehr bekommen. Beim Vergleich Berliner Schulen hätten wir ganz bestimmt mit unseren einmaligen Gebilden nicht schlecht abgeschnitten. Leider haben wir es auch nie geschafft, eine Ausstellung dieser Kunstwerke beim Schulleiter durchzusetzen.
Werden die Preise sinken, wenn der Reiz, das Abenteuer und die fantasievolle Kunst verlorengehen?
Ist das wirklich das Ende unserer Assiettentradition?
Susann Paetz
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