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Locus Ausgabe Nr.15
Demo zur Köpenicker Blutwoche
Kurz nachdem der Reichstag in Flammen aufging, gab Hitler bekannt, daß dies eine Aktion der KPD oder SPD sei. Daraufhin wurden die Mitglieder der KPD und SPD verfolgt und die Parteien verboten. Auch in Köpenick, wo viele SPD-Mitglieder wohnten, kam es zu Verfolgungen, sie wurden verhaftet, zum Verhör auf den "Dachboden" (Puchanstraße) oder in die "Scheune" (Pohlstraße 13) gebracht und unter Folterung zum Geständis gezwungen. Die meisten von ihnen starben an den Verletzungen der Folterungen, zum Beispiel fand man Richard Aßmann (Kreisleiter des Reichsbanners), nach dem die heutige Aßmannstraße benannt wurde, ermordet am Oder-Spree-Kanal. Doch bis heute weiß man nicht, wer den Reichstagsbrand gelegt hat.
Am 27. Januar fand aufgrund dieser Ereignisse eine Demo zum Gedenken der Opfer der Köpenicker Blutwoche statt. Diese begann 16.00 Uhr am Schloßplatz-Köpenick, wo auch viele alte Leute vom Antifaschistischen Verein waren.
Ziel der Demonstration war der Platz des 23. Juni, wo der Bürgermeister von Köpenick, Walter Ulbricht, eine Rede hielt, in der er die Nazidemo vom November des vergangenen Jahres erwähnte und sagte, daß man solche Demonstrationen nicht ignorieren, sonder seinen Unmut kundtun sollte, damit dieses Schweigen nicht als falsche Toleranz gewertet wird. Danach legten viele alte Leute ihre Kränze am Denkmal nieder. Die meisten von ihnen waren Widerstandskämpfer im zweiten Weltkrieg gewesen. Wir fanden es toll, daß so viele alte und junge Menschen zusammengekommen waren und gemeinsam über die Grausamkeiten der Köpenicker Blutwoche geredet haben.
Nach der Demonstration gab es noch eine Ausstellung über die Köpenicker Blutwoche in der Puchanstraße.
Die Theatergruppe des Kietz-Clubs interpretierte Gedichte von Schriftstellern dieser Zeit.
Tina, Wiebke, Anika
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