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Ausgabe #5

Locus Ausgabe Nr.5



In letzter Sekunde - wie immer

Alle Jahre wieder ...- es ist der 23.Dezember und sicherlich fehlt Euch noch ein Geschenk. Um Euch die Suche ein wenig zu erleichtern, hier noch ein paar Plattentips:

Entspannt, sinnlich und ein bißchen cool kommt es daher, das neue Massive Attack Album "Protection", auf das drei Jahre gewartet werden mußte. Mit ihm gelang Massive Attack wieder einmal der Beweis, daß moderner Dancefloor nicht nur aus monotonen Beats bestehen muß.
Warme, faszinierende und sinnliche Klänge, ein schleppender Groove, dazu die langatmige und voller Gelassenheit steckende Stimme Tracey Thorns;das Ganze gewürzt mit coolem Sprechgesang der Rapper 3d und Trickey - und fertig ist Entspannung für Leib und Seele.

Das Gegenstück dazu: Megadeath - "Youthanasia" Das neuste Album der einstigen Trash- Rebellen zeigt, daß auch sie sich weiterentwickelt haben. Zwar wird auch weiterhin hart in die Saiten gegriffen und der Head gebangt, das Ganze aber mit viel mehr Abwechslung und Melodie.
Früher oder später merkt eben jeder einmal, daß es sinnlos ist, mit dem Kopf durch die Wand zu hechten. Ebenfalls positiv: Die Jungs von Megadeth haben endlich aufgehört, ihre Kollegen von Metallica zu kopieren. Bleibt zu hoffen, sie jetzt ein wenig mehr Erfolg haben.

Dem Erfolg und Ruhm hinterherhecheln muß er nicht mehr. Eric Clapton vermehrt ihn nur noch - sicherlich auch mit seinem neuen Album "From The Cradle". Ein reines Blues Album mit 16 Interpretationen klassischer Bluesstandards, in das er all seine Wissen über legendäre - aber auch längst vergessene - Bluesgrößen der ersten Jahrhunderthälfte gesteckt hat.
Das Ergebnis: Leidenschaftlicher und voller Emotionalität steckender Blues. Gemischt mit Claptons kraftvollem und farbigem Gesang entstand ein Blues Album, das selbst schwarzen Blues-Musikern einen kalten Schauer über den Rücken jagen könnte.

Kalte Schauer - diesmal allerdings für Euch - gibt es auch bei dem zweiten Geniestreich der westirischen Band The Cranberries "No Need To Argue". Ein Album, das man nicht zu jeder Tageszeit hören kann - für diesen, mit träumerischen Stimmungen und sehnsüchtigen Gefühlsregungen belegten, Folkpop braucht man etwas Ruhe... Und dann die Stimme der Sängerin Dolores O´Riordan - betörender, ja sogar becircender Gesang, der selbst den größten Ärger über die Geschenke zerschmelzen läßt.

Zum aus den Träumen reißen empfehle ich "Come" von Prince (oder wie immer er jetzt auch heißen mag). Neben seinem Singen wartet Mr. ? mit einer ganzen Palette verschiedenster Geräusche auf: Er quiekt und stöhnt, wimmert und bettelt, und lockt damit seine Band New Power Generation in unterschiedlichstes Musik-Terrain. Von seinen funkigen Grooves rutscht er ins Jazzige, verirrt sich ab und zu in brachiale Gitarrensolos, um dann beim nächsten Anschlag den Blues zu zelebrieren. Und so geht's dann munter weiter: von Rap in schwärzester Bronx-Manier über den Rave bis hin zu coolen Soulbeats. Kurz: Ein Album a'la Prince - sehr extravagant.
So, jetzt nichts wie los und ab in den nächsten Plattenladen, sonst schafft Ihr es nicht mehr bis Heiligabend!!!
Alexander Eschment/Virgin/WEA/BMG/EMI