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Locus Ausgabe Nr.5
Puschkin - Aktion
Wie in den letzten 3 Jahren, so wird auch in diesem Jahr wieder eine Hilfsaktion für Puschkin
laufen. Weil ihr vielleicht nichts genaues mehr darüber mehr wißt oder noch nie wußtet, sei hier
noch einmal etwas darüber erzählt.
Puschkin ist eine ca. 80000 Seelen zählende Stadt, etwa 20km von St. Leningrad entfernt. Da es
dort den meisten Leuten, wie überall in Rußland, ziemlich schlecht geht, beschloß der
Bürgermeister von Neukölln (Puschkin ist Partnerstadt von Neukölln), zu helfen, was dann auch
geschah. Dazu wurde die Bevölkerung zu Paket- und Geldspenden aufgerufen.
Als die Aktion anlief, gab es wenig zu Essen in Rußland, die Läden waren leer und es wurde nicht
selten gehungert - in den Familien, die die überteuerten Schwarzmarktpreise nicht bezahlen
konnten.
Inzwischen ist dank der auch in Rußland einziehenden Marktwirtschaft Fülle in die Regale der
Lebensmittelläden eingekehrt. Das Problem ist nur, daß sich diese Sachen nur diejenigen mit dem
richtigen Beruf leisten können, vor allem bei Arbeitslosen und Rentnern reicht das Geld nur für das
allereinfachste Essen und nichts anderes. Die galoppierende Inflation stellt inzwischen auch dies in
Frage. Also läuft die Hilfsaktion weiter.
 Mitarbeiter der Hilfsaktion in Puschkin
Von dem gespendeten und vom Bezirk Neukölln bereitgestellten Geld (dieses Jahr sind nur noch
Paketspenden möglich!) werden zu günstigen Bedingungen Lebensmittel gekauft und von
Bibabundeswehrsoldaten in Familienpakete verpackt. Das Ganze wird dann mit Hilfe von vom Bezirk
gemieteten Sattelschleppern nach Puschkin gefahren. Unter Zusammenarbeit mit der deutschen
Arbeiterwohlfahrt werden von den dortigen Behörden die besonders Hilfsbedürftigen ermittelt. Die
Verteilung vor Ort wird ebenfalls von der Arbeiterwohlfahrt überwacht und vorgenommen - so ist
garantiert, daß die Hilfe auch wirklich bei denen ankommt, die sie auch wirklich brauchen und daß
nichts in dunkle Kanäle verschwindet.
 Russische Soldaten helfen beim Abladen der Pakete
Anke Zesch, ihres Zeichens Schülersprecherin der AvH a.D. hat in diese Aktion auch unsere
Schule einbezogen, indem sie zusammen mit Antje Peach in Köpenick und an unserer Schule die
Werbetrommel gerührt hat und die Sammlung hier organisierte.
Im letzten Jahr kamen mit eurer Hilfe in Köpenick über 250 Pakete zusammen. In diesem Jahr
setzen Frau Seeber und vier Leute vom LOCUS diese Arbeit fort und bitten euch auch an dieser
Stelle wieder um Mithilfe, damit die Aktion auch diesmal zum Erfolg wird.
Wer von Euch mit Leuten aus Puschkin in Kontakt treten möchte, lege einfach seine Adresse
sowie einen diesbetreffenden Wunsch bei, es können auch Pakete direkt adressiert werden, wenn
ihr eine Adresse habt. Ich selbst habe damit gute Erfahrungen gemacht und wurde sogar eingeladen
- so durfte ich in diesem Sommer die Gastfreundschaft der Leute und deren Not hautnah erleben
(meinen Einbruch im Russisch-Sprechen übrigens auch).
 Olaf Thran - Initiator der Hilfsaktion
Lebensmittel sollten mindestens 3 Monate haltbar und die Pakete gut verpackt sein
(Transport)
gebraucht werden u.a.: Trockenfrüchte, Nüsse, Haferflocken, Buchweizen, Reis, Nudeln, Käse,
Wurst, Fleischkonserven, Pflanzenöl, Milchpulver, Puddingpulver, Trockenbrühe, Süßigkeiten aller
Art, Hygieneartikel (unbedingt von Lebensmitteln getrennt einpacken)
(P.S. Die Bilder wurden aus einer Puschkiner Zeitung eingescannt, daher die schlechte Qualität !)
StS
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