[anklickbarer menubar]

Ausgabe #6

Locus Ausgabe Nr.6



Todesstrafe in den USA

In New York wurde die Todesstrafe auf Initiative von Gouverneur George Pataki (Republikaner) wieder eingeführt. In 38 von 50 Bundesstaaten kann nun die Hinrichtung als Höchsstrafe gefordert und verhängt werden.
In New York und in anderen Staaten war die Wiedereinführung ein beliebtes Wahlkampfthema. Viele propagieren diese menschenunwürdige und von amnesty international scharf kritisierte Strafe als Mittel zur erfolgreicheren Kriminalitätsbekämpfung, was aber erwiesenermaßen unsinnig ist. Seit 1977 wurden in den USA mehr als 250 Personen auf diese Weise durch den Staat getötet. Entweder durch Strang, Gaskammer, elektrischer Stuhl oder Giftspritze. In den Todestrakten der Gefängnisse warten noch hunderte weitere Verurteilte auf ihre Hinrichtung. Die Umwandlung der Strafe kann nur durch den Gouverneur des jeweiligen Bundesstaates erfolgen.

Ein besonders hartes Beispiel ist der Fall der 73-jährigen Faye Copeland in Missouri. Sie wurde zusammen mit ihrem inzwischen verstorbenen Mann im April 1991 für die Ermordung von fünf Männern zum Tode verurteilt. Dies geschah mit der Begründung der Richter, sie habe den Verbrechen Vorschub geleistet, obwohl keine Beweise für ihre konkrete Tatbeteiligung vorlagen. Beweise für Einschüchterungen mittels Mißhandlungen und Gewalt seitens ihres Mannes wurden ignoriert. Derzeit läuft ein Berufungsverfahren. Zweifel an der Fairneß von Gerichtsprozeßen, die zur Verhängung der Todesstrafe führen, sind sehr häufig; eine beängstigende Tatsache, die daraufhin weist, daß die Prozeße oft mit sehr viel Emotionen geladen sind und unter "Erfolgsdruck" geführt werden, was zu fatalen Fehlentscheidungen führen kann.

Wenn Ihr gegen die Todesstrafe seid und in diesem konkreten Fall der Faye Copeland etwas tun wollt, dann schreibt bitte höflich formulierte Briefe auf Englisch oder Deutsch mit der Forderung nach Umwandlung der Strafe an den Gouverneur von Missouri:
The Honourable
Mel Carnahan
Governor of Missouri
P.O.B. 720 Jefferson City, MO 65102
USA

Sendet bitte eine Kopie des Briefes an:
Kanzlei der Botschaft
der Vereingten Staaten von Amerika
S.E. Herr Charles E. Redman
Deichmanns Aue 29
53179 Bonn

In Deutschland, sowie anderen Staaten Europas wurde die Todesstrafe abgeschafft, zuletzt 1983 in Frankreich. In vielen anderen Ländern wird sie jedoch weiterhin regelmäßig verhängt, auch bei vergleichsweise geringen Vergehen (z.B. China), tausende werden jährlich hingerichtet, oft aus politischen Gründen. Weitere Informationen dazu könnt Ihr bei amnesty international, Sektion der Bundesrepublik Deutschland e.v., 53108 Bonn erhalten.
Borries Schwesinger