Das Risiko des politischen Engagements.




Im zweiten Weltkrieg wird Sartre in ein Funkerbataillon eingezogen und gerät in deutsche Kriegsgefangenschaft. Die Erfahrungen des Krieges und des Faschismus politisieren den bisher unpolitischen Sartre. Seit dieser Zeit sieht er es als seine Pflicht an, in politischen Konfliktlagen mit vollem Risiko Stellung zu beziehen. Nach seiner Entlassung aus dem Internierungslager organisiert er unter Einsatz seines Lebens den aktiven Widerstand in Frankreich: "Niemals sind wir freier gewesen als unter deutscher Besatzung. Da das Nazigift sich bis in unser Denken einschlich, war jeder richtige Gedanke eine Eroberung..., jedes Wort kostbar wie eine Grundsatzerklärung ..., jede unserer Gesten hatte das Gewicht eines Engagements." Ebenso mutig schlägt er sich Ende der fünfziger, Anfang der sechziger Jahre auf die Seite der algerischen Freiheitsbewegung, die ihr Land von dem Joch der französischen Kolonialmacht befreien will. Sein Name findet sich auf der Todesliste französischer Rechtsextremisten wieder. Sartre läßt sich nicht einschüchtern und bekommt im Jahre 1962 die Quittung präsentiert. In seiner Wohnung an der Rue Bonaparte geht eine Bombe hoch - Sartre ist glücklicherweise außer Haus und entgeht dem Anschlag.
Bis an sein Lebensende wird Sartre emanzipatorischen Bewegungen sein Renommée, seine Arbeitskraft und seine inzwischen beträchtlichen Einkünfte als Bestsellerautor zur Verfügung stellen.

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