Die Philosophie des Existentialismus
Sartre begründete die Philosophie des modernen
Existentialismus. Im Mittelpunkt dieses Existentialismus steht der moderne
Mensch in einer von Gott verlassenen Welt ohne überirdische Sinnstiftung.
In dieser Lage hat der Mensch im Unterschied zum Tier die Möglichkeit,
seine Existenz zu entwerfen bzw. sein Da-sein durch Taten sinnvoll zu gestalten.
Dies wird zu einer besonderen Herausforderung vor allem in Situationen,
die für den Menschen katastrophal sind. Es sind Grenzsituationen,
in denen der Mensch seine bisherigen Werte und Ordnungen nicht mehr als
Orientierung wiederfindet. Geworfen werden kann der Mensch in solche Grenzsituationen
z.B. durch gesellschaftliche Umbrüche, Naturkatastrophen oder Kriege.
Aber auch zwischenmenschliche und existentielle Krisen, sei es nun Trennung,
Krankheit oder Tod, stellen den Menschen in diese Bewährungsprobe.
Dann ist der Mensch sich selbst überlassen und zu der Freiheit verurteilt,
seine Handlungen alleine zu bestimmen. Freiheit ist also für Sartre
kein bequem konsumierbares Geschenk, sondern eine unter Anstrengungen zu
leistende Aufgabe. Der Ekel vor dem Nichts (Sinnlosigkeit des Da-Seins)
und die Angst davor werfen den Menschen in eine Verzweiflung, aus der ihm
nur die Tat helfen kann. Das Tragen der Verantwortung für mein Sein
beinhaltet zugleich die Verantwortung für das Sein des Anderen. Das
Leben des eigenen Da-Seins-Entwurfs nennt Sartre "authentisch"
Freiheit definiert Sartre als die Möglichkeit, sich selbst zu entwerfen.
Sie darf nicht mit Ungebundenheit verwechselt werden, die für ihn
ein Zeichen von Unreife und Verantwortungslosigkeit ist. Die Freiheit als
verantwortungsvolle Gestaltung seiner Existenz gibt der Vergangenheit ihren
Sinn. Mit dem Tod ist die Möglichkeit sinnvoller Lebensgestaltung
zu Ende. Der Mensch ist dann das, was er vollbracht hat.
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