Der Koreakrieg - ein Schulreferat
In Zusammenarbeit von
Frank Barwandt
&
Karsten Liebert
kurs: pw1
schule: Sartre-Gymnasium
12. Klasse
Politische Weltkunde Grundkurs 1997
Berlin, den 06.05.1997
Inhaltsverzeichnis
1.) Vorwort
2.) Die Koreakonflikte in der Geschichte
2.1.) Der Konflikt im chinesisch-japanischen Krieg
2.2.) Der Konflikt im russisch-japanischen Krieg
2.3.) Der Konflikt im II. Weltkrieg
3.) Die Entstehung von Nord- und Südkorea
3.1.) Die Entstehung von Südkorea
3.2.) Die Entstehung von Nordkorea
4.) Der Koreakrieg
4.1.) Der Anlaß des Koreakrieges
4.2.) Der Verlauf
4.3.) Die Folgen des Krieges
4.3.1) Neue Konflikte
4.4.) War der Koreakrieg gerechtfertigt?
5.)Zusammenfassung
6.) Der Koreakrieg in Thesen
7.) Anhang
7.1.) Personen- und Begriffserklärungen
7.2.) Quellennachweis
1.) Vorwort
Der Koreakrieg ist auch heute noch ein aktuelles Gesprächsthema, da er in den 50er Jahren die Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf sich zog. Denn er war ein potentielles Risiko für die Weltsicherheit, wäre er mit atomaren Waffen, wie es General MacArthur forderte, geführt worden.
Der Koreakonflikt war das Resultat der Teilung des Landes durch den Kalten Krieg zwischen der USA und Rußland, die ihre Vorherrschaft in Asien sichern und ihren Machtbereich mit "allen" Mitteln ausweiten wollten.
Somit war der Krieg mehr eine Auseinandersetzung der beiden Großmächte und ihrer Ideologien auf koreanischem Boden als eine Bekämpfung einer Nationalität untereinander. Außerdem bleibt das geteilte Korea weiterhin ein Krisenherd, da sich die beiden Staaten bis heute noch nicht auf eine Wiedervereinigung einigen konnten. Und deshalb hört man auch weiterhin noch vereinzelt von Überläufen hauptsächlich nordkoreanischer Politiker.
Konfliktparteien:
Demokratische Volksrepublik (Nord-)Korea gegen Republik (Süd-)Korea
weitere Beteiligte:
USA und weitere 15 Mitgliedstaaten der UNO, VR China
Konfliktbeginn:
1945, Kriegsausbruch am 25. Juni 1950
Konfliktende:
Waffenstillstand am 27. Juli 1953; Das geteilte Korea bleibt ein potentieller Krisenherd
2.) Die Koreakonflikte in der Geschichte
2.1) Der Konflikt im chinesisch- japanischen Krieg
Korea lag seit jeher im Brennpunkt der Auseinandersetzungen zwischen übermächtigen Nachbarn: China, Japan und Rußland bestimmten weitgehend sein Schicksal. Es läßt sich der chinesische Einfluß auf die einander folgenden Dynastien in Korea nachweisen. Nach seiner Niederlage im chinesisch-japanischen Krieg 1894/95, indem sich beide Parteien um Korea stritten, erkannte Peking die Unabhängigkeit Koreas an. Japan hatte schon 1876 im Vertrag von Kanghwa die Freigabe einiger Handelshäfen erzwungen.
Ähnliche Verträge wurden mit den USA (1882), Großbritannien (1883), dem Deutschen Reich und Rußland (1884) geschlossen.
2.2)Der Konflikt im russisch-japanischen Krieg
Nach dem Sieg Japans im russisch-japanischen Krieg
1904/05 wurde Korea mit Zustimmung der USA und Großbritanniens japanisches Protektorat, 1910 schließlich als Generalgouvernement annektiert. Während der japanischen Herrschaft wurde die koreanische Kultur unterdrückt, selbst der Koreanisch-Unterricht in den Schulen war verboten.
2.3) Der Konflikt im II. Weltkrieg
Obwohl Korea im II. Weltkrieg kein Feindstaat der Alliierten war, sondern selbst unter der japanischen Besetzung zu leiden hatte, beschlossen Roosevelt, Churchill und Tschiang Kai-schek (s. Anhang) auf der Konferenz von Kairo nicht die sofortige Wiederherstellung der koreanischen Unabhängigkeit nach Kriegsende, sondern stellten diese in der Erklärung vom 1. Dezember 1943 erst nach einer gewissen Zeitspanne in Aussicht. Nach der Befreiung des Landes von den Japanern durch die ab dem 12. August 1945 vom Norden her vorrückenden Sowjettruppen und die im September bei Intschon gelandeten amerikanischen Einheiten schlugen die USA den 38. Breitengrad (s. Karte) als Demarkationslinie beider Armeen vor. Diese später so wichtige Grenze war unter rein militärischen Gesichtspunkten und ohne längere Diskussion festgelegt worden. Mit der Besetzung beider Landesteile gingen die ehemals japanischen Souveränitätsrechte auf die sowjetischen und amerikanischen Militärbefehlshaber über.
Der 38. Breitengrad erhielt damit auch eine administrative und politische Bedeutung.
Auf der Moskauer Außenministerkonferenz im Dezember 1945 wurde beschlossen, eine provisorische demokratische koreanische Regierung zu errichten unter der Treuhandschaft der USA, der UdSSR, Großbritanniens und Chinas anstelle der bisherigen getrennten Besatzungsherrschaft über Nord- und Südkorea. Zur Hilfestellung wurde eine gemeinsame sowjetisch- amerikanische Kommission eingesetzt. Diese scheiterte aber letztlich an der Frage, welche koreanischen gesellschaftlichen Kräfte bei der Regierungs- bildung mitarbeiten sollten.
Die USA legten der UNO am 17. September 1947 den Antrag vor, die Korea- Frage aus den Händen der vier Treuhänder in die der Vereinten Nationen zu übertragen. Dies verstieß nicht nur gegen die Moskauer Deklaration, da die UNO nach Artikel 107 ihrer Charta für Angelegenheiten, die mit dem Ausgang des II. Weltkrieges zusammenhängen, nicht zuständig ist. Moskau schlug statt dessen den Abzug aller Besatzungstruppen und anschließende freie Wahlen in ganz Korea vor, was die USA ablehnten.
Die UN-Vollversammlung beschloß daraufhin, Wahlen schon vor einem Abzug der ausländischen Streitkräfte abhalten zu lassen, zwar unter der Aufsicht einer UN- Kommission, allerdings (dem amerikanischen Vorschlag entsprechend) getrennt in beiden Landesteilen. Der Süden wie der Norden sollten dann gewählte Vertreter in die zu bildende Nationalversammlung entsenden. Dieser Beschluß stieß auf den Widerstand der UdSSR, da die Anzahl der Vertreter dem jeweiligen Bevölkerungsanteil entsprechen sollte, Nordkorea aber nur 10 Millionen, dagegen der Süden immerhin 22 Millionen Einwohner besaß. Daraufhin verweigerte die UdSSR der Kommission den Zutritt nach Nordkorea.
3.)Die Entstehung Nord- und Südkoreas
3.1.) Die Entstehung Südkoreas
Am 10. Mai 1948 wurden Wahlen in Südkorea durchgeführt (Von der UNO wurde nur am Rande vermerkt, daß das Wahlgesetz alle Analphabeten und damit etwa die Hälfte der Landbevölkerung von der Stimmabgabe ausschloß), aus den schließlich Syngman Rhee(s. Anhang) als Sieger hervor ging, der am 15. August die Republik Korea (ROK) unter seiner Präsidentschaft proklamierte.
Rhee errichtete eine Diktatur, gestützt auf ein Gremium, dem vor allem Großgrundbesitzer, Unternehmer und Kollaborateure der Besatzungszeit angehörten. Wobei der Diktatur viele politische Gegner zum Opfer fielen.
Angesichts der brutalen Verfolgung der Opposition muß bezweifelt werden,
daß die Wahlen vom Mai 1948 einen gültigen Ausdruck des Volkswillens erbrachten. Selbst die UN-Beobachter, die die Wahl schließlich sanktionierten, registrierten in den vorangegangenen sechs Wochen offiziell
589 politische Morde. Das Regime Syngman Rhees war des öfteren durch Putschversuche, Meutereien in der Armee und Unruhen in der Bevölkerung bedroht. Die dagegen angewandten Terrormethoden der Regierung ließen die UN-Kommission in Südkorea im Sommer 1949 aus Protest ihre Arbeit unterbrechen. Obwohl Rhee die USA wiederholt beschwor, auf keinen Fall ihre Truppen abzuziehen, mußten die Besatzungstruppen dennoch
- bis auf 500 Militärberater - im Herbst 1949 auf Druck des US-Kongresses Südkorea verlassen, nachdem die Sowjets bereits im Dezember 1948 den Norden geräumt hatten. Neue Bauernaufstände brachen aus. Rhee rief wieder nach amerikanischer Hilfe und begründete seine immer dringlicheren Appelle unter anderem mit einem angeblich unmittelbar bevorstehenden Angriff aus dem Norden. Dagegen erklärte er aber gleichzeitig, der Süden sei jetzt stark genug, um Nordkorea befreien zu können. Parlamentswahlen am 30. Mai 1950, die Rhee vergebens zu verhindern versucht hatte, brachten ihm eine vernichtende Niederlage.
Rhee jedoch weigerte sich zurückzutreten.
3.2.) Die Entstehung Nordkoreas
Am 25. August fanden im Norden ebenfalls Wahlen statt, und
es wurde am 9. September die Koreanische Demokratische Volksrepublik
(KDVR) ausgerufen. Präsident wurde Kim Il Sung (s. Anhang). Die Teilung des Landes war vollzogen.
Im Norden des Landes war 1945 das System der Volkskomitees, die sich nach der Entmachtung der Japaner in ganz Korea gebildet hatten, übernommen worden. Den Sowjets kam zugute, daß etwa 250.000 koreanische Exilkommunisten aus der UdSSR nach Korea zurückkehrten.
Dennoch wurde mit sowjetischer Billigung Tscho Man Sik, der Führer der Demokratischen Partei, die sich auf die Christen stützte, zum Vorsitzenden des ersten Politischen Ausschusses für das Gebiet nördlich des 38. Breitengrads gewählt. Die bürgerlichen Kräfte waren allerdings relativ schwach im Verhältnis zur Linken, die den nationalen Widerstand gegen die Japaner getragen hatte, und sie verloren weiter an Gewicht, als Teile von ihnen sich der Bodenreform widersetzten, die 1946 die entschädigungslose
Enteignung der Großgrundbesitzer und die Aufteilung des Landes unter die Kleinbauern und Tagelöhner brachte. Im August 1946 gründeten verschiedene kommunistische Gruppierungen die "Partei der Arbeiter".
In den Wahlen zu den Volkskomitees vom 3. November 1946 errang sie 31% der Mandate, fast zwei Drittel der Delegierten waren parteilos, 1% gehörte der Demokratischen Partei an. Kim Il Sung, seit 1931 KP-Mitglied und Führer der kommunistischen Partisanen gegen die japanische Besetzung, wurde Chef der Regierung, die von der im März 1947 aus den Mitgliedern der Volkskomitees gebildeten Volksversammlung gewählt wurde.
4.) Der Koreakrieg
4.1.) Der Anlaß des Koreakrieges
Trotz der denkbar unterschiedlichsten politischen und gesellschaftlichen Ausrichtungen der Regime trafen sich die Führer des Nordens und des Südens in ihrem Anspruch, die Interessen des ganzen Landes zu vertreten,
und in ihrer Absicht, das jeweils andere Regime zu beseitigen.
Die südkoreanische Armee war von 60.000 Mann Anfang 1949 auf 181.000
Ende Mai 1950 verstärkt worden. Der Norden hielt im Juni 1950 etwa 135.000 Mann unter Waffen. Beide Seiten beschuldigten sich mehrfach der Grenzverletzung. Syngman Rhee warnte abwechselnd vor einem Angriff aus der Volksrepublik und drohte dann den eigenen "Marsch nach Norden" an.
Dagegen behauptete Nordkorea, daß Südkorea unter Einfluß der USA eine Vereinigung Koreas mit friedlichen Mitteln verhindere.
4.2.) Der Verlauf
Am 25. Juni 1950 kommt es zu Kampfhandlungen, die sich nicht auf Grenzscharmützel beschränken, sondern den drei Jahre währenden Koreakrieg auslösen. Nach südkoreanischer Darstellung greifen morgens um vier Uhr nordkoreanische Truppen unprovoziert die völlig überraschten Einheiten der ROK an. Innerhalb von drei Tagen überrollten die Invasoren die südkoreanischen Verbände bzw. treiben sie in die ungeordnete Flucht und nehmen Seoul ein. Etwa sechs Wochen später kontrollieren sie das ganze Land bis auf 100 qkm großes Gebiet um die südöstliche Hafenstadt Pusan.
Allerdings hat auch die Armee der KDVR bis zu diesem Zeitpunkt schon circa 60.000 Mann verloren. Schon in den ersten Tagen fallen aber nicht nur auf dem Schlachtfeld, sondern auch auf internationaler Ebene weitreichende Entscheidungen. Bereits am 25. Juni, also noch am Tag des Kriegsausbruchs, tritt auf Antrag der USA der Sicherheitsrat der UNO zusammen, beschuldigt - nachdem lediglich ein südkoreanischer Berichterstatter gehört worden ist - Nordkorea der Aggression und fordert die Einstellung der Kampfhandlungen. Neun Mitglieder stimmen für den Beschluß, nur Jugoslawien stimmt dagegen, weil kein Vertreter der Gegenseite sich äußern konnte. Die Sowjetunion ist wegen der Auseinandersetzung um die rechtmäßige Vertretung Chinas nicht anwesend - ein Umstand, der darauf hindeutet, daß auch Moskau vom Kriegsausbruch überrascht wurde. Am 27. Juni befiehlt US-Präsident Harry S. Trueman den Einsatz von Luft- und Seestreitkräften zur Unterstützung Südkoreas.
Wenige Stunden später sanktioniert der Sicherheitsrat das militärische Eingreifen der USA, in dem er in einem weiteren Beschluß den UN-Mitgliedsstaaten "empfiehlt" der ROK "alle erforderliche Hilfe zu leisten".
Diesmal enthalten sich Ägypten und Indien der Stimme.
Am 7. Juli wird den USA vom Sicherheitsrat das Oberkommando über die UN-Truppen übertragen, Oberbefehlshaber wird General Douglas MacArthur (s.Anhang).
Am 15. Juli unterstellt Syngman Rhee auch die südkoreanischen Einheiten MacArthur. Die US-Verbände bilden aber eindeutig das Hauptkontingent der UN-Truppen: über 50% der Land-, 86% der See- und 93% der Luftstreitkräfte gegenüber 40%, 7% und 6%, die die Südkoreaner stellen.
Der eher symbolische Rest entfällt auf 15 UN-Mitgliedstaaten
( Großbritannien, Frankreich, die Niederlande, Belgien, Luxemburg, Griechenland, die Türkei, Kanada, Australien, Neuseeland, Südafrika, Äthiopien, die Philippinen, Thailand und Kolumbien ), die die Entsendungsabkommen bezeichnenderweise nicht mit den Vereinten Nationen, sondern mit Washington abschließen. Den wenigen nichtamerikanischen Einheiten wird ein amerikanischer Kommandant zumindest beigeordnet. Ohne diese massive US-Unterstützung wäre der letzte südkoreanische Brückenkopf bei Pusan nicht zu halten gewesen.
Nun gehen die Amerikaner mit 200.000 Mann zum Angriff über, die schon stark dezimierten Truppen der KDVR werden zurückgeworfen.
Nach dieser ersten Wende im Krieg und einem Landungsmanöver der US-Truppen bei Intschon westlich von Seoul wird die südkoreanische Hauptstadt am 28. September 1950 zurück gewonnen. Am 7. Oktober überschreiten die Streitkräfte den 38. Breitengrad. Warnungen Chinas, daß es ein Einrücken der Amerikaner in den Norden Koreas als Bedrohung seiner Grenzen ansehen und in den Krieg eingreifen werde, tut MacArthur als nicht ernst zu nehmen ab. Am 19. Oktober wird Pjongjang eingenommen.
Die UN-Truppen rücken auf den Jalu, den Grenzfluß zur Volksrepublik China vor, die amerikanische Luftwaffe bombardiert Kraftwerke auf chinesischem Gebiet. Am 24. Oktober 1950, zwei Tage, bevor MacArthur den Jalu erreicht, entschließt Peking sich zur Intervention mit "Volksfreiwilligen".
Darüber liegen verschiedene Angaben vor: von 200.000 Mann bis zu einer halben Million. Der chinesisch-nordkoreanische Gegenangriff bringt die zweite Wende im Krieg. Pjongjang wird am 6. Dezember zurückerobert,
am 8. Januar 1951 nehmen die Truppen des Nordens Seoul erneut ein und stoßen bis zum 37. Breitengrad vor. Nochmals gelingt es den UN-Truppen das Geschehen zu wenden und Seoul zurück zu gewinnen. Entlang einer Linie etwa am 38. Breitengrad, also ungefähr in der Ausgangsposition vor Kriegsbeginn, entwickelte sich nun ein mehr als zwei Jahre dauernder Stellungskrieg. Am 15. April 1951 wird General MacArthur, als er von seiner Meinung nicht abgeht, nur eine atomare Bombardierung Chinas könne den Krieg zugunsten der USA entscheiden, von seinem Kommando abberufen und durch General Ridgway ersetzt. Am 10. Juli 1951 findet in Kaesong eine erste Zusammenkunft zu Waffenstillstandsverhandlungen statt.
Die Gespräche werden in der Folgezeit mehrfach unterbrochen, und beide Seiten unternehmen zahlreiche militärische Offensiven, ohne dabei allerdings nennenswerte Erfolge zu erzielen. Während der zweijährigen, immer wieder unterbrochenen Verhandlungszeit bombardiert die amerikanische Luftwaffe mehrfach nordkoreanische und chinesische Siedlungsgebiete. Pjongjang wird völlig zerstört, die Zahl der Opfer unter der Zivilbevölkerung ist hoch. Am 27. Juli 1953 schließlich unterzeichnen der nordkoreanische und der amerikanische Chefdelegierte - gegen den Willen Syngman Rhees - in Panmunjom ein Waffenstillstandsabkommen, das in territorialer Hinsicht in etwa den Status quo ante wiederherstellt.
4.3.) Die Folgen des Koreakrieges
Nach UN-Angaben sind bei den Kampfhandlungen mehr als eine halbe Million Nordkoreaner und fast ebenso viele Chinesen ums Leben gekommen,
auf der Gegenseite fielen ca. 240.000 südkoreanische und knapp 40.000
UN-Soldaten. Die Zahl der getöteten Zivilisten dürfte die Millionengrenze überschreiten. Im Abkommen von Panmunjom wird unter anderem vereinbart, eine Konferenz über die friedliche Wiedervereinigung des Landes abzuhalten. Sie findet jedoch niemals statt, da Vorgespräche bereits im Dezember 1953 scheitern. Bemühungen der USA, Großbritanniens und Frankreichs sowie der UdSSR und Chinas, die Korea-Frage auf der Genfer Indochinakonferenz (26. April - 21. Juli 1954) zu lösen, haben gleichfalls keinen Erfolg. Der westliche Vorschlag, Wahlen in ganz Korea unter UN-Aufsicht abzuhalten, wird von Nordkorea, China und der Sowjetunion mit der Begründung abgelehnt, erst müßten sämtliche ausländischen Truppen das Land verlassen haben - womit die UN-Truppen unter amerikanischer Führung in Südkorea gemeint sind -, da die Chinesen ihre Einheiten bereits aus den Norden zurückgezogen haben.
1971 kommt es zu Geheimgesprächen zwischen beiden Regierungen, denen im folgenden Jahr der Austausch von Delegationen folgt, die - unter Vermittlung des Internationalen Roten Kreuzes - neben anderem über Möglichkeiten der Familienzusammenführung verhandeln.Einen geheimen Vorschlag Pjongjangs für einen Friedensvertrag weist Südkorea im Februar 1973 zurück. Im August werden die Verhandlungen abgebrochen mit dem beidseitigen Vorwurf der mangelnden Verständigungs- bereitschaft. Es wird kein wesentlicher Fortschritt erzielt, zumal Seoul dem Norden mehrfach gewaltsamer, ja terroristischer Akte beschuldigt, für die Pjongjang allerdings regelmäßig die Verantwortung zurückweist: so schon im Januar 1968, als ein Attentatversuch auf den damaligen südkoreanischen Präsidenten Park Chung Hee scheiterte und 16 Personen getötet werden. Im August 1988 treffen sich in Panmuniom Delegationen beider Landesteile zu Verhandlungen. Am Ende des Jahres werden direkte Wirtschaftsbeziehungen aufgenommen. Gespräche zwischen Regierungsvertretern aus Seoul und Pjongjang, die im Februar 1989 über eine Verbesserung der gegenseitigen Beziehungen geführt werden, bleiben jedoch zunächst erfolglos. Seit November 1989 kommt Bewegung in das internationale Gefüge um die geteilte Halbinsel. Die ehemals kommunistisch regierenden Länder in Osteuropa nehmen diplomatische Beziehungen zu Südkorea auf, und Moskau vereinbart am 26. März 1990 mit Seoul die Einrichtung ständiger Vertretungen. Am 4. Juni trifft Gorbatschow während eines USA-Besuchs mit dem südkoreanischen Staatschef Roh Tar Woo in
San Francisco zusammen. Die Regierung in Pjongjang kritisiert zwar die Annäherungspolitik Moskaus, nimmt ihrerseits aber im August Kontakte zu dem japanischen Nachbarn auf. Ende September besucht eine japanische Delegation unter Leitung eines früheren Vizepremiers Nordkorea.
Am 30. September normalisieren der Süden und die UdSSR endgültig ihre Beziehungen und tauschen Botschafter aus. Vor diesem gewandelten außenpolitischen Hintergrund kommt es am 4. und 5. September 1990 zu einem ersten, offiziellen Treffen der Ministerpräsidenten beider koreanischer Staaten in Seoul. Zwar gelangte man nicht zu konkreten Ergebnissen, jedoch wird schon die Tatsache, daß die Gespräche ohne Zwischenfall beendet werden, als historischer Fortschritt betrachtet. Die Delegationen vereinbaren die Fortsetzung der Begegnungen abwechselnd in beiden Hauptstädten.
4.3.1.) Neue Konflikte
Die KDVR drängte auf Fortschritte in Richtung Wiedervereinigung, aber immer unter der Voraussetzung eines vorherigen Abzugs der
US-Streitkräfte. Die ROK dagegen verfolgt eine Politik der Abgrenzung und des Status quo, um die amerikanische Präsenz im Lande zu sichern.
Der Regierung in Washington erscheint ebenfalls die Stützung des befreundeten Regimes im Süden vorteilhafter als ein schwer einzuschätzendes vereintes Korea. Aber in der Bevölkerung bleibt das Zusammengehörigkeitsgefühl wach, was mehrfach zu inneren Krisen führt.
(Koreanisches Sprichwort: "Der Meister der Schönschreibekunst wird sich nie über den Pinsel beklagen, den er benutzt." Die Koreaner wollten kein geteiltes Land.)
Man einigt sich in der gemeinsamen Zone eine Demarkationslinie festzulegen, um Zusammenstöße zwischen Amerikanern und Nordkoreanern in Zukunft zu verhindern. In den 70er Jahren entdecken die Südkoreaner Tunnels, die unter der demilitarisierten Zone in Nord-Süd-Richtung verlaufen. Am 9. Oktober 1983 wird in Rangun auf die Delegation des südkoreanischen Präsidenten Chun Doo Hwan, der sich zu einem Staatsbesuch in Burma aufhält, ein Bombenanschlag verübt, dem 19 Menschen zum Opfer fallen, darunter mehrere Minister der Regierung Chun. Der Präsident selbst bleibt unverletzt. Südkorea versetzt daraufhin die gesamte Armee sowie die Polizei in Alarmbereitschaft - und auch Washington ordnet für seine Stationierungstruppen den Alarmzustand an -, um, wie es heißt, mit einer möglichen Provokation aus dem Norden fertig zu werden. Es wurden auch noch viele andere Anschläge verübt, so zum Beispiel:
- Am 29. November 1987 geht eine Boing 707 der südkoreanischen Fluggesellschaft KAL über dem Andaman-Meer westlich von Burma, kurz vor der geplanten Zwischenlandung in Bangkok, mit 115 Passagieren an Bord verloren. Die Absturzursache ist nicht eindeutig zu ermitteln. Seoul geht von einem Bombenanschlag aus und macht sofort Nordkorea dafür verantwortlich. Eine junge Frau wird in Bahrein verhaftet. Sie wird an Südkorea ausgeliefert und bestätigt nach einiger Zeit, sie habe im Auftrag des nordkoreanischen Präsidenten Kim Chong Il eine Sprengladung an Bord des Flugzeugs geschmuggelt. Zweifel an dieser Darstellung - auch in Südkorea selbst - wollte nicht verstummen, zumal die Regierung in Seoul, die im Wahlkampf um ihr politisches Überleben kämpft, den Vorfall propagandistisch ausgeschlachtet und ihm vielleicht den schließlichen Sieg verdankt.
- Die Olympischen Spiele 1988 bringen dann Südkorea insofern einen außenpolitischen Erfolg, als der nordkoreanische Aufruf zum Boykott auch von den meisten sozialistischen Staaten, vor allem von der UdSSR unter Gorbatschow, nicht befolgt wird. Im August 1988 treffen sich in Panmunjom
Delegationen beider Landesteile zu Verhandlungen, und Ende des Jahres werden direkte Wirtschaftsbeziehungen aufgenommen. Gespräche zwischen
Regierungsvertretern aus Seoul und Pjongjang, die im Februar 1989 über eine Verbesserung der gegenseitigen Beziehungen geführt werden, bleiben jedoch zunächst erfolglos. Seit November 1989 kommt Bewegung in das internationale Gefüge um die geteilte Halbinsel. Die ehemals kommunistisch
regierten Länder in Osteuropa nehmen diplomatische Beziehungen zu Südkorea auf, und Moskau vereinbart am 26. März 1990 mit Seoul die Einrichtung ständiger Vertretungen. Am 4. Juni trifft Gorbatschow während eines USA-Besuchs mit dem südkoreanischen Staatschef Roh Tar Woo in
San Francisco zusammen. Die Regierung in Pjongjang kritisiert zwar die Annäherungspolitik Moskaus, nimmt ihrerseits aber im August Kontakte zu den japanischen Nachbarn auf. Ende September besucht eine japanische Delegation unter Leitung eines früheren Vizepremiers Nordkorea. Am 30. September dieses Jahres normalisieren der Süden und die UdSSR endgültig ihre Beziehungen und tauschen Botschafter aus. Vor diesem gewandelten außenpolitischen Hintergrund kommt es am 4. und 5. September 1990 zu einem ersten, offiziellen Treffen der Ministerpräsidenten beider koreanischer
Staaten in Seoul. Man gelangt zwar nicht zu konkreten Ergebnissen, aber das Treffen kann als historischer Fortschritt betrachtet werden, da die Gespräche ohne Zwischenfall beendet werden. Die Delegationen vereinbaren die Fortsetzung der Begegnungen abwechselnd in beiden Hauptstädten.
Auch heute noch kann man in der Zeitung von neuen Konflikten und Wiederannäherungen lesen. So auch am 20. April 1997, als der nordkoreanische Chefideologe Hwang Jang Yop (73) nach jahrelangen Aufenthalt auf den Philippinen, was eine Bedingung Chinas war, nach Südkorea überläuft, indem er sich schon am 12. Februar bei einem Peking-Besuch in die südkoreanische Botschaft absetzte, um politisches Asyl nachzusuchen.
a name="12.">4.4.) War der Koreakrieg gerechtfertigt?
Die Teilung Koreas 1945 wie auch der nachfolgende bewaffnete Konflikt lassen sich ohne Berücksichtigung der ideologischen Entfremdung zwischen den Siegermächten des zweiten Weltkrieges - an dessen Ausbruch das koreanische Volk keinerlei Schuld trug - nicht angemessen beurteilen.
Zwar hatten die rivalisierenden Parteien und Strömungen in Korea schon vor der Befreiung von der japanischen Besetzung Bedeutung erlangt und trugen danach wesentlich zur Verfestigung der aufgezwungenen Spaltung des Landes bei, indem sie konsequent die Interessen der sie tragenden gesellschaftlichen Kräfte vertraten. Ohne die politische Rückendeckung und materielle Hilfe der jeweiligen Schutzmächte jedoch hätten weder der Norden noch der Süden die Fähigkeit zu einer militärischen Austragung des Konflikts erlangt. Die Zuweisung der Verantwortlichkeit an diesem verlust- reichen Konflikt ist noch heute umstritten. Die in der Zeit des Kalten Krieges - dessen Produkt der Koreakrieg war und den er seinerseits verschärfte - in der amerikanisch dominierten Hemisphäre nicht weiter hinterfragte Schuld des kommunistischen Nordens und seiner sowjetischen Schutzmacht am Kriegsausbruch muß in dieser Einseitigkeit in Frage gestellt werden. Belege für südkoreanische Provokationen sind schon früh vorgelegt, ebenso Zweifel an der Rechtmäßigkeit und Angemessenheit der Maßnahmen der UNO geäußert worden - wie überhaupt an der Unpartei- lichkeit der Weltorganisation zur damaligen Zeit -, ohne das sie allerdings eine weitere &Ozligffentlichkeit mitgeteilt worden wären. Auch wird das Ein- greifen der Volksrepublik China in den Konflikt - von der UNO 1951 als Aggression verurteilt - heute als ein durch die konkrete Bedrohung gerechtfertigtes, mindestens verständlich ist Verhalten bewertet. Doch vor dem Hintergrund der weltpolitischen Lage der beginnenden 50er Jahre war eine differenzierte Beurteilung des Konflikts noch nicht möglich, von den Regierungen auch nicht gewünscht. Der Koreakrieg bot den westlichen Militärbündnis die Möglichkeit, sich in der &Ozligffentlichkeit als notwendig darzustellen. Die Sowjetunion bemühte sich, das Eintreten der USA für das diktatorische Regime in Seoul propagandistisch auszuschlachten. Heute, nach 40 Jahren, hat sich die politische Situation völlig gewandelt. Im über- greifenden Konflikt zwischen den USA und der Sowjetunion konnte sich der Westen durchsetzen, wodurch unter anderem die deutsche Teilung beendet wurde. Auch auf das Verhältnis der beiden koreanischen Staaten wirkt sich das veränderte globale Kräfteverhältnis aus. Abzuwarten bleibt, ob die bis- herigen Versuche der Annäherung in eine Wiedervereinigung ohne Einsatz von Gewalt führen werden.
5.) Zusammenfassung
Aufgrund der Verstärkungen der Armeen auf beiden Seiten (181.000 Mann
in Südkorea und im Norden 135.000 Mann) und der gegenseitigen Beschuldigungen der Grenzversetzung kam es am 25. Juni 1950 zu einem Einmarsch nordkoreanischer Truppen in Südkorea.
Die UNO beschloß die Unterstützung Südkoreas, wobei die US-Verbände
die stärkste Beteiligung der UN-Truppen beinhaltete. Mehrmals wurden
die Hauptstädte Nord- und Südkoreas von den verschiedenen Einheiten
erobert. Darauf fand ein jahrelanger Stellungskrieg im Gebiet des
38. Breitengrades statt. Oberbefehlshaber General MacArthur wird am
15. April 1951 durch General Ridgway ersetzt, da er von seiner Meinung
nicht abzubringen ist, daß nur eine atomare Bombardierung Chinas, den Krieg zugunsten der USA entscheiden könne. Schließlich wird am 27. Juli
1953 ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet.
Bei den Kampfhandlungen kamen auf Seiten der Nordkoreaner ca. eine halbe Million sowie auf Seiten Südkoreas ca. 240.000 Menschen ums Leben.
Mehrfach wurde vergeblich versucht mit Konferenzen eine friedliche Wiedervereinigung zu erreichen. Dagegen wurden aber direkte Wirtschaftsbeziehungen sowie Beziehungen zu anderen europäischen oder
asiatischen Ländern aufgenommen. Und weiterhin wurde die Fortsetzung
der Verhandlungen zur Wiedervereinigung vereinbart.
Es fanden in den 70er und 80er Jahren mehrere Anschläge auf überwiegend südkoreanische Politiker statt, wobei die Regierung Südkoreas immer sofort
Nordkorea in Verdacht hatte, und diese Vorfälle für ihren Wahlkampf im eigenen Land propagandistisch ausnutzte. Weitere Konflikte finden auch noch
in der Gegenwart statt.
Ohne die Hilfe der jeweiligen Schutzmächte (USA und UdSSR) hätte der Krieg
und seine schrecklichen Folgen niemals stattfinden können. Die Zuweisung der Verantwortlichkeit ist heute noch umstritten, wobei die von der USA und dessen Anhängern nicht weiter hinterfragte Schuld Nordkoreas wegen seiner Einseitigkeit in Frage gestellt werden muß. Außerdem provozierte Südkorea den Norden. Und weiterhin muß man Zweifel gegenüber der Rechtmäßigkeit der Maßnahmen der UNO äußern, die zur damaligen Zeit
nicht gerade unparteiisch waren.
6.) Der Koreakrieg in Thesen
2.1.) Der Konflikt im chinesisch-japanischen Krieg
Es wird der Einfluß der übermächtigen Nachbarn Koreas, wie zum Beispiel China und Japan, gezeigt, welche sich unter anderem im chinesisch-japanischen Krieg um Korea stritten.
2.2.) Der Konflikt im russisch-japanischen Krieg
Im russisch-japanischen Krieg wurde Korea japanisches Protektorat und die koreanische Kultur wurde unterdrückt.
2.3.) Der Konflikt im II. Weltkrieg
Nach Kriegsende wurde nicht die sofortige Wiederherstellung der Unabhängigkeit von Japan beschlossen, statt dessen wurde der 38. Breitengrad als Demarkationslinie zwischen den Sowjettruppen im Norden und den amerikanischen Einheiten im Süden festgelegt. Und die Souveränitätsrechte hatten nun Rußland bzw. die USA inne. Es sollten Wahlen stattfinden, wogegen die UdSSR protestierte, da die Bevölkerungsanteile für die Wahlen ungleich verteilt waren und daraufhin verweigerte sie der UN-Kommission den Zutritt nach Nordkorea.
3.1.) Die Entstehung Südkoreas
Nach den Wahlen in Südkorea errichtete der Sieger, Syngman Rhee, eine Diktatur, wobei ihr viele politische Gegner zum Opfer fielen. Deshalb fanden viele Putschversuche und Meutereien statt. Und daraufhin forderte Rhee amerikanische Hilfe gegen die Aufstände und zur Unterstützung vor einem eventuellen Angriff aus dem Norden.
3.2.) Die Entstehung Nordkoreas
Nach den Wahlen im Norden wurde Kim Il Sung Präsident der Koreanischen Demokratischen Volksrepublik. Etwa 250.000 koreanische Exilkommunisten kehrten aus der UdSSR nach Korea zurück. Wie auch in der DDR wurde 1946 die entschädigungslose Enteignung der Großgrundbesitzer und die Aufteilung des Landes unter die Kleinbauern und Tagelöhner durchgeführt.
4.1.) Der Anlaß des Koreakrieges
Die südkoreanische Armee war bis Ende Mai 1950 auf 181.000 Mann verstärkt worden, und die Armee im Norden beinhaltete nochmals 135.000 Mann. Beide Seiten beschuldigten sich mehrfach der gegenseitigen Grenzverletzung.
4.2.) Der Verlauf
Der Koreakrieg begann am 25. Juni 1950 mit dem Einmarsch nordkoreanischer Truppen in Südkorea. Die UNO beschloß mit den Einsatz von UN-Truppen die Unterstützung Südkoreas, wobei die US-Verbände am stärksten vertreten waren. Außerdem wurden die meisten nichtamerikanischen Einheiten von einem amerikanischen Kommandanten geleitet, und den Oberbefehl über die UN-Truppen führte General MacArthur. Die Hauptstadt Südkoreas wurde mehrmals von den verschieden Einheiten erobert, bzw. zurückerobert. Nach dem MacArthur zum Gegenschlag ausholte und Pjongjang besetzte, kurz darauf aber wieder an die Nordkoreaner unter Unterstützung chinesischer Truppen verlor, fand in den darauffolgenden Jahren ein Stellungskrieg im Gebiet etwa des 38. Breitengrades statt. Am 27. Juli 1953 wurde ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet.
4.3.) Die Folgen des Koreakrieges
Bei den Kampfhandlungen fielen ca. eine halbe Million Nordkoreaner sowie ca. 240.000 Südkoreaner. Mehrfach wurde versucht mit Konferenzen eine friedliche Wiedervereinigung des Landes zu erreichen, was aber nicht gelang. Dagegen wurden aber direkte Wirtschaftsbeziehungen sowie Beziehungen zu anderen europäischen oder asiatischen Ländern aufgenommen. Weiterhin wurde die Fortsetzung der Verhandlungen vereinbart.
4.3.1.) Neue Konflikte
In den 70er und 80er Jahren wurden mehrere Anschläge, überwiegend auf südkoreanische Politiker, verübt, wobei die südkoreanische Regierung immer sofort Nordkorea verdächtigte, und diese Vorfälle für ihren Wahlkampf propagandistisch ausschlachtete. Konflikte finden auch noch in der Gegenwart statt.
4.4.) War der Koreakrieg gerechtfertigt?
Aufgrund des Kalten Krieges zwischen den zwei Supermächten und dessen ideologischen Entfremdung kann man dies nicht angemessen beurteilen. Jedoch hätte der Krieg ohne die Hilfe der jeweiligen Schutzmächte nicht stattfinden können. Die Zuweisung der Verantwortlichkeit ist heute noch umstritten, wobei die von der amerikanisch dominierten Hemisphäre nicht weiter hinterfragte Schuld Nordkoreas wegen seiner Einseitigkeit in Frage gestellt werden muß. Außerdem provozierte Südkorea den Norden, und man muß Zweifel gegenüber der Rechtmäßigkeit der Maßnahmen der UNO äußern, die zur damaligen Zeit nicht gerade unparteiisch war. Somit steht fest, daß der Koreakrieg ein Produkt des Kalten Krieges war.
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7. Anhang
7.1.) Personen- und Begriffserklärungen
Tschiang Kai-schek:
geboren 1887, gestorben 1975; chinesischer General und Politiker; Nachfolger Sun Yatsens als Führer der Guomindang, 1928-49 unter wechselnden Titeln Staatschef; unterlag im Bürgerkrieg gegen die Kommunisten und floh nach Taiwan, dort war er von 1950-75 Präsident;
Syngman Rhee:
geboren 1875, gestorben 1965; hatte die Zeit der japanischen Besetzung im amerikanischen Exil verbracht; 1945 kehrte er nach Korea zurück und wurde von den USA im Februar 1946 als Vorsitzender eines "Repräsentativen Demokratischen Rates" eingesetzt. Er war von 1948-60 Präsident der Republik Südkorea. Er regierte autoritär und mußte nach Unruhen zurücktreten und emigrieren.
Kim Il Sung:
geboren 1912, gestorben 1994; seit 1931 KP-Mitglied und Führer der kommunistischen Partisanen gegen die japanische Besetzung; seit 1946 Vorsitzender der kommunistischen Partei der Arbeit
(ab 1966 Generalsekretär); 1948-72 Ministerpräsident, seit 1972 Staatspräsident von Nordkorea;
General MacArthur:
geboren 1880, gestorben 1964; US-amerikanischer Offizier; 1945 Oberbefehlshaber der Besatzungstruppen
in Japan; nach Ausbruch des Koreakriegs Oberbefehlshaber der UN-Streitkräfte; 1951 abgesetzt;
KDVR:
Koreanische Demokratische Volksrepublik (Nordkorea)
ROK:
Republik Korea (Südkorea)
7.2.) Quellennachweis
Literatur:
Bonwetsch, Bernd/ Kuhfus, Peter M.: Die Sowjetunion, China und der Koreakrieg. In: Vierteljahreshefte zur Zeitgeschichte 1(1985), Seite 28-87;
Gupta, Karunakar: How did the Korean War begin? In: The China Quarterly 52(1972), Seite 699-716;
Loth, Wilfried: Die Teilung der Welt. Geschichte des Kalten Krieges 1941-1955 (dtv-Weltgeschichte des 20. Jahrhunderts). München 1980, Seite 256-281;
Sichrovsky, Harry: Koreareport. Vom Bruderkrieg zur Wieder- vereinigung? Wien 1973;
Bertelsmann Universallexikon, Seite 473, Gütersloh 1994;
Lexikographisches Institut Falken-Lexikon: Das Wissen unserer Zeit(1993);
Friedrich Schultes/ Weltbild Kolleg: Abiturwissen-Geschichte, Seite 287-289, Augsburg 1992;
Verlag Die Wirtschaft Berlin: Länder der Erde, Seite 354-360, Berlin 1980;
ARD/ZDF, Nachrichten um 20.00 Uhr: Tagesschau, am 20. April, Berlin 1997;
Kurier, Frankfurter Allgemeine, The Times vom 20. April 1997;