Griechische Plastiken
(schriftliche Hausarbeit)
Autor: Michael Stenschke
11. Klasse
Kunst Basiskurs 1993/94
Berlin, der 19.12.1993
Inhaltsverzeichnis
* * *
Griechenlands Geschichte
Mein Thema , welches ich in diesem schriftlichem Referat
behandle, ist ein Teilgebiet der griechischen Kunst. Wenn man sich mit
griechischen Plastiken beschaeftigt, ist es unausweichlich, sich
auch mit der allgemeinen griechischen Kunst zu beschaeftigen,
ausserdem werde ich kurz die Geschichte vom Alten Griechenland
erzaehlen.
Griechenland liegt im Suedosten von Europa auf der
Balkanhalbinsel. Zu Griechen- land gehoeren die Ionischen Insel,
Kreta und die Žgaeischen Insel, z.B. die Kykladen, Dodekanes mit
Rhodos, die Noerdlichen und Suedlichen Sporaden, mit Samos, Chios,
Lesbos und anderen kleineren Insel. Ausserdem besitzte es Land
auf Kleinasien, wo heute die Tuerkei ist. Beruehmte Staedte sind
Athen, Olympia, Knossos, Delphi, Ephesos und Halikarnass.
Griechenland hatte sehr weite Verbindungen mit anderen Laendern,
eine grosse Flotte und besitzt vier der 7 Weltwunder der Antike.
Aber wie konnte sich solch ein Staat bilden, der fast nur aus
Inseln besteht?
Die Geschichte Griechenlands begann um 1900 v.Chr. mit der
Einwanderung indogermanischer Staemme die durch die Vermischung
mit der aelteren einheimischen minoischen Kultur die mykenische
Kultur bildete. Durch die Einwanderung der Dorier wurde die
mykenische Kultur um 1100-900 zerstoert. Unter Einfluss
orientalischer Kultur kam es wieder zur Entfaltung. Im 10./9.
Jh. kam es zur Aufsplitterung in Kleinstaaten, es bildete sich
eine Aristokratie. Waren zunaechst die Kuesten Kleinasiens von den
Griechen besiedelt worden, so richtet sich die Kolonisation im
8.-6. Jh. v. Chr. besonders nach Unteritalien und Sizilien, zur
Rhoenemuendung und zum Schwarzen Meer. Die ueber die regionalen
Machtbereiche hinausgehende Einheit der Griechen zeigt sich im
Orakel- Heiligtum von Delphi und bei kulturellen
Wettspielen(Olympia). Zunaechst kommt es zur einer
Vormachtstellung von Sparta, dessen Rivalitaet zu Athen die
klassische Zeit Griechenlands mitformt. 507 v.Chr. entwickelte
sich in Athen die Demokratie. Um 500 v.Chr. leiteten grosse
Unruhen in Kleinasien die Perserkriege ein. Themistokles schlaegt
die Perser unter Xerxes bei Salamis im Jahr 480 v.Chr. .
Athen, das unter Perikles 446-429 v.Chr. seine geistige und
kuenstlerische Bluetezeit erlebte, wurde im Peloponnesischen
Krieg(431-404) von Sparta(mit persischer Hilfe) besiegt. Der
Niedergang Griechenlands beginnt, der Aufstieg der Makedonier
unter Philipp II. ist nicht aufzuhalten. Sein Sohn Alexander
der Grosse (336-323) erobert sich im Namen Gesamt-Griechenlands
gegen die Perser sein Weltreich zwischen Nil und Indus. Unter
seinen Nachfolgern bildet sich aus griechischen und
orientalischen Elementen die hellenistische Weltkultur heraus,
die auch das roem. Reich nach dessen Ausdehnung in den oestlichen
Mittelmeer- raum beeinflusste.
* * *
Erhaltung der Plastiken
Den griechischen Bildhauern waren bestimmte Aufgaben gestellt,
die sie vor allen Dingen im Dienst und Auftrag der religioesen
und staatlichen Gemeinschaft zu erfuellen hatten. In den fruehen
Jahrhunderten konnte sich die griechische Plastik nur in diesem
verhaeltnismaessig begrenzten Rahmen entwickeln, so dass es sich
hauptsaechlich um Opfer- und Grabbeigaben, um Kultbilder, Grab-,
Votiv- oder Ehrenstatuen, Grab- oder Weihreliefs, Skulpturen an
Tempeln und Altaeren oder schmueckende Teile an Geraeten und
Gefaessen handelte.
Die Verluste an griechischen Originalplastiken ist unermesslich
hoch, natuerliche Ursachen sind z.B. Vergaenglichkeit des
Materials und die Zerstoerungen durch Erdbeben.Menshliche
Ursachen traten durch Pluenderungen und Brandschatzungen der
Staedte und Heiligtuemer bei kriegerischen Ereignissen auf. Spaeter
kam der Kampf der Christen gegen heidnische Zeugnisse hinzu.
Daneben hat in vielen Faellen der hohe Materialwert der
Skulpturen zu ihrem Verlust beigetragen, Statuen, Statuetten und
Geraete aus Bronze und Edelmetall wurden immer wieder
eingeschmolzen und fuer andere Zwecke verwendet, Marmorskulpturen
bis in unsere Gegenwart zu Kalk verbrannt. Uns blieb keine
einzige griechische Rundplastik, nicht ein einziges griechisches
Relief im urspruenglichen Zustand. Einstige goldene
Bronzeplastiken erscheinen heute durch chemische Zersetzung
dunkel verfaerbt, oft auch mit einem schoenen, satten Gruen oder
Blau patiniert. Die Steinplastiken waren farbig bemalt oder
vergoldet. Aber durch Witterungseinfluesse und Bodenfeuchtigkeit
ging die Bemalung und Vergoldung zum groesstem Teil verloren,
waehrend in Žgypten durch das trockene Klima an sehr vielen
Reliefs die bunte Bemalung vorhanden blieb. Am besten hielten
die Farben bei kleinen Statuetten in Graebern und in der Erde der
Heiligtuemer. Leider sind bei vielen Skulpturen keine Signaturen
vorhanden, welche uns etwas ueber die Kuenstler gesagt haetten. In
der geometrischen Zeit fehlen sie noch ganz, sie traten erstmals
im 7. Jahrhundert auf. Erst zu dieser Zeit trat der Kuenstler aus
der urspruenglichen Anonymitaet seines Standes heraus und fuehlte
sich als eigene Persoenlichkeit.
* * *
Kunst im alten Griechenland(mit Plastiken)
Ungefaehr 1 Jahrtausend herrschte die mykenische Kunst vor. Vom
12.-8. Jh. v.Chr. bildete sich die geometrische Epoche. Waehren
bei der mykenischen Epoche die Figuren noch sehr einfach
aussehen, erinnern die Plastiken in der geometrischen Epoche
sehr an aegyptische. In diese Zeit faellt auch der Umbruch von der
Bronze- zur Eisenzeit. Die griechische Kultur entwickelte sich
zunaechst auf der Basis der von den Einwanderern mitgebrachten
Stammesverfassung, sowie der einfachsten Natural- und
Hauswirtschaft. Vor allem keramische Produkte und Kleinplastiken
aus Bronze, gebrannten Ton und anderem Material. Die
unmonumentale Bauweise dauerte bis in die spaete geometrische
Epoche(9./8.Jh.) hinein, deren figuerlichen Bildschoepfungen auf
Vasen einen ersten Einblick in die Lebewelt der Menschen gibt.
Auf den Vasen wurden kult. Begehungen, Schlachten und Hinweise auf
Schiffahrt und Totenaufbewahrung abgebildet. Zu dieser Zeit lassen
sich die ersten Zusammensiedlungen mit politischen und wirtschaftlichen
Zentrum nachweisen.
Unter den Einfluss des Vorderen Orients kam es in Griechenland um
7. Jh. v.Chr. zu einen entscheidenden Schritt der monumentalen
Gestaltung von Bauwerken (Heraion von Olympia), Freiplastiken,
Reliefs und Grossmalerei. Eine Freiplastik ist zum Beispiel der
Nikandros. Der Fries von Prinias ist ein Relief .Seit der Mitte
des 7.Jh. v.Chr. entwickelte sich die archaische Plastik in
Marmor und Kalkstein, Ton und Bronzeblech . Als Kunstzentren
waren die nordoestlichen Peloponnes, die Kykladen und Kreta
beteiligt. Die geometrische Zeichenwelt erscheint dabei in eine
substantiellere Koerperwelt verwandelt. Dies erkennt man im
einzelnen auch an der Vasenmalerei, die auch die orientalischen
Fabelwesen und Ornamente sowie die Vielstimmigkeit der
Lokalstile, unter denen der korinthische dominiert, wiedergibt.
Diese erste Phase der Archaik ist der sogenannte
orientalisierende Stil. Auf diesen folgte die zweite Stufe, die
Archaik des 6. Jh., die entsprechend den historischen
Umwaelzungen das monumentale Erbe des 7. Jh. in seiner
Ungebrochenheit und Unbedingtheit aufloest und in eine
gespraechigere Figuren- und Bildwelt ueberfuehrt, die den Mythos
abwandelt und Alltagsszenen einbezieht. Das Erwachen des
allgemeinen Persoenlichkeitsbewusstseins schlaegt sich in einer
Fuelle von Meister- und Lieblingsinschriften nieder. Im Typus der
nackten Juenglingsfigur wurden Verstorbene oder siegreiche
Wettkaempfer dargestellt , ebenso verschiedene Goetter, daneben
entstand die bekleidete weibliche Figur als Goettin, Verstorbene
oder als Weihgeschenk. Der Typus des Kuros leitet sich in seiner
strengen Frontalitaet, dem Schrittstand und den anliegenden Armen
von orientalischen, besonders aegyptischen Vorbildern ab. Neben
der dorischen Kunst gewann die ionische immer mehr an Bedeutung.
Neben der Freiplastik entwickelte sich auch seit dem 6.Jh. die
Reliefkunst. Den Architekturreliefs, d.h. den Giebeln, Friesen,
Metopen sind die Entwicklungsstufen der archaischen
Flaechendekorationen ebenso abzulesen wie der stattlichen Reihe
von Grab- und Weihreliefs. Fruehe Giebelskulpturen entstanden auf
Korfu und auf der Athener Akropolis, Giebelkompositionen von
Tempeln und Schatzhaeusern entstanden aus weichen Kalkstein. In
spaetarchaischer Zeit wurde Marmor benutzt. Unter den
vollplastischen Schoepfungen ragen die in grosser Zahl vertretenen
Kuroi gleichermassen epochemachend hervor wie die beeindruckende
Schar der auf der athenischen Akropolis gefundenen
Maedchenstandbilder(Koren). An diesen Koren sind noch beachtliche
Farbspuren der einstigen Bemalung haften geblieben. Die
Maedchenstandbilder von der Akropolis zeigen den spaetarchaischen
attisch-ionischen Typ des spaeten 6.Jh.v.Chr. mit reichen
Gewaendern und ornamentalisierter Haartracht. Athen uebernahm seit
der Jahrtausendmitte die Fuehrung in der Bemalung von Vasen. Im
7.Jh. v.Chr. herrschte ein Tierfriesstil vor, dieser wurde von
einem alle Lebensbereiche erfassenden Erzaehlstil verdraengt. Als
Einzeldenkmaeler wurden in Athen schmale hohe Grabstelen mit dem
Reliefbild des Verstorbenen, in Sparta Heroenreliefs mit dem
thronenden Heros und seiner Gemahlin geschaffen.
Der Durchbruch zur Klassik des 5.Jh. ist aufs engste mit den
einschneidenden historischen Geschehnissen(Perserkriege,
Tyrannensturz) und den gesellschaftlichen Wandlungen Athens verbunden,
die zur konsequenten Herausbildung der Sklavenhalterdemokratie unter
Perikles fuehrten.
Die Plastik des 5.Jh. v.Chr. wird wesentlich bestimmt durch den
Wandel der Ponderation, bezogen auf die Koerperfunktionen von
Stand- und Spielbein. Zur Zeit des "Strengen Stils" erfolgt die
Preisgabe des spaetarchaischen Formenreichtums zugunsten
organischer Durchdringung und Vereinheitlichung. Bis zur
Jahrhundertmitte bahnt sich die reife Klassik an, die bis etwa
430. v.Chr. waehrt.
Der dorische Baustil erreichte mit dem Zeustempel in Olympia die
fruehklassische, mit dem sogenannten Theseion in Athen die
hochklassische Stufe. Am Parthenon scheint der dorische
Kanon(Richtschnur) mit ionischen Elementen vermischt.
Der Doryphoros(Speertraeger) des Meisters Polykleitos, ein
Inbegriff klassischer Plastik und schon zu seiner Zeit
offenbar Kanon idealer Koerperbildung, gehoert in die Reihe von
Standbildern, die das athletische und kriegerische Ideal der
klassischen Kunst verkoerpern. Das Goetterbild erfuhr monumentale
Steigerung in den Goldelfenbeinstandbildern des Zeus in Olympia
und der Athena Parthenos. Portraets von Dichtern (Homer,
Sophokles), Philosophen und Strategen(Perikles des Kresilas)
brachte die Bildniskunst in ihrem gesellschaftlichen Rang, also
die noch ein kollektives Menschenbild verkoerpern.
Die Spaetklassik nimmt das letzte Jahrhundertviertel ein. Eine
grosse Zahl von Athletenbildern wird geschaffen(Diadumenos,
Diskobol), auch als Kleinbronze ausgefuehrt. Die Kleinplastiken
aus Bronze und Terrakotta haben aehnlich wie die Vasenmalerei
Grosswerke imitiert, variiert und oft realistische Einblicke in
den Alltag sowie in die Taetigkeiten des einfachen Mannes
gewaehrt. Im 5. Jh. bahnte sich nach dem Stadium der Abrundung
des Gestaltraumes und der Ausbildung vollkommener
Rundansichtigkeit in der 1. Jahrhunderthaelfte, in der
Freiplastik der 2. Jahrhunderthaelfte und in der
Bildniskunst(Platon, Aristoteles) ebenso an wie in den
Figurenkompositionen der Reliefs(Friese vom Mausoleum in
Halikarnassos) und der Vasenbilder.
Die 3 letzten Jahrhunderte griechischer
Kunstentwicklung(3.-1-Jh. v.Chr.) die man als Hellenismus
bezeichnet, zerfallen in eine Fruehphase des geschlossenen
Stils(300-240/30), eine Hochphase des geoeffneten
Stils(240/30-150) und in die Spaetphase(150-50 v.Chr.).
* * *
Weltwunder
Als naechstes moechte ich zwei besondere Plastiken aus
Griechenland beschreiben, sie zaehlen zu den Sieben Weltwunder
der Antike. Zum einen waere der Koloss von Rhodos zu nennen und
das Kultbild des Zeus zu Olympia. Selbst die Roemer waren noch
von der Statue des Zeus beeindruckt:
"Nach der Schlacht bei Pydna besuchte der roemische
Feldherr Aemilius Paullus das
Heiligtum von Olympia. Der Sohn des bei Cannae
gefallenen gleichnamigen Konsuls
hatte den Makedonenkoenig Perseus besiegt und damit
dessen Versuch, die Hegemonie ueber Griechenland wiederzugewinnen,
vereitelt. Es war im Jahr 168 v.Chr. Vor
dem Kultbild im Zeustempel fuehlte sich der Roemer
zutiefst ergriffen, 'als sei der Gott
selbst gegenwaertig'. Er liess grosse Opfer darbringen und
soll gesagt haben, einzig
Phidias habe Zeus so dargestellt, wie er von Homer
geschildert wurde: 'Sprachïs und
winkte Gewaehrung mit dunklen Braunen Kronion, / und die
ambrosischen Locken des
Herrschers wallten nach vorne / von dem unsterblichen
Haupt; es erbebten die Hoehn des Olympos.'
Philon von Byzanz erklaerte in seiner Schrift ueber die
Weltwwunder: ' Darum haben
wir gewiss fuer die anderen der sieben Sehenswuerdigkeiten
einfach Bewunderung,
dieses aber verehren wir kniefaellig. ' Noch die Menschen
der roemischen Kaiserzeit
meinten, es sei ein Unglueck, zu sterben, ohne den Zeus
des Phidias gesehen zu
haben ; wer ihn aber erblickt habe, koenne in seinem
Leben nie mehr ganz ungluecklich
werden. So pries der Chrysostomus genannte Philosoph und
Rhetor Dion Cocceianus
von Prusa, ein Freund des Kaisers Trajan, in seiner
zwoelften Olympischen Rede die
Monumentalfigur mit den Worten: ' Wer schwer bedrueckt
ist in seiner Seele, wer viel
Missgeschick und Leid im Leben erfahren hat und so von Sorgen
heimgesucht wird,
dass er selbst die Erquickung des Schlafs entbehren muss,
auch der wird, so glaube
ich, wenn er vor diesem Bildwerk steht, alles vergessen,
was es im menschlichen
Leben an Schwerem und Furchtbarem gibt. ' Drei von
vielen Stimmen der Antike, die
die ausserordentliche und ehrfurchtgebietende Wirkung des
Zeusbildes zu Olympia bekunden. "
(Egon Bauer, DIE SIEBEN WELTWUNDER (Weltbildverlag GmbH,
1993))
Diese Aussagen zeigen, dass dieses Bauwerk wirklich beeindruckend
gewesen sein muss, leider ist es heute nicht mehr erhalten. Der
Tempel mit der Zeusstatue entstand ungefaehr 430-410 v.Chr. in
Olympia, wo auch die Olympische Spiele stattfanden. Der Erbauer
war der beruehmte Bildhauer Phidias. Von ihm weiss man, dass er
nachweisbar zwischen 460 und 430 v.Chr., vielleicht bis 420
lebte. Die Werkstatt wurde bereits 440 v.Chr. gebaut, sie war
mit dem Zeustempel das hoechste Gebaeude in Olympia. Ein 1,10
Meter hohes Podest von 6,65 Meter Breite und 9,93 Meter Tiefe
trug die Monumentalplastik, die mit ueber zwoelf Metern die Hoehe
eines vierstoeckigen Haus unserer Tage erreichte. Die Zeusstatue
bestand aus Holz, Eisenarmierung, Gips und Ton. Die nackten
Koerperteile formten Elfenbein- stuecke. Aus Gold waren das Haar,
Gewand, Sandalen, der Kranz um das Haupt und das Zepter, ebenso
der Reliefschmuck des aus Ebenholz geschreinerten Thronsessels und
Fussschemels. Hinzu kamen Einlagen aus Edelsteinen,
Obsidian, Bergkristall und Glas. Auf dem Fussschemel war die
Meistersigniatur zu lesen:
' Phidias, des Charmides Sohn, der Athener, hat mich
geschaffen.'
Die Zeustatue stammt aus der klassischen Epoche, der Meister gab
eine Signatur, und er war ein beruehmter Kuenstler.
Der Koloss von Rhodos war vielleicht die hoechste jemals
existierende Statue auf der Erde. Sie stellte den Sonnengott
Helios dar. Von Helios gibt es viele gute Legenden, trotzdem
wurde ihm nur ein einziger Tempel gewidmet, der auf Rhodos
stand. Dieser Koloss soll in zwoelf Jahren erbaut worden sein, fuer
300 Talente, und zwar aus dem Kriegsgeraet, welches der Koenig
Demetrios, des langen Aufenthaltes ueberdruessig, vor dem
belagerten Rhodos zurueckgelassen hatte. Die Statue muss un-
gefaehr zwischen den Jahren 294 und 282 v.Chr. entstanden sein.
Erst wollte man eine 18 Meter hohe Gestalt bauen, aber dann
verdoppelte man die Hoehe auf ca. 33 Meter. Der Kuenstler der
beauftragt wurde war Lindier Chares, ein Schueler des Lysipp. Der
Koloss wurde mit Eisenstreben und Steinquadern verstaerkt. Die
einzelnen Koerperteile wurden nach und nach uebereinander gegossen.
Der Koloss von Rhodos soll bereits nach 56 Jahren durch ein
Erdbeben zerstoert worden sein. Ob es den Koloss aber wirklich gab
ist noch ungeklaert, denn das Wort kolossos stammt aus
Vorderasien und steht fuer Statue oder Statuette. Wenn die
Rhodier ihr Weihgeschenk Koloss von Rhodos nannten, muss es nichts
ueber die gigantische Groesse sagen.
Zu der Zeit war der Hellenismus in Griechenland ausgebildet.
* * *
Begriffserklaerung
Plastik: Kommt aus dem griechischen, und bedeutet " Geformtes "
. Im Unterschied z.B. zur flaechenhaften Malerei sind
Plastiken dreidimensionale
Bildwerke, die entweder aus Rohmaterial(Stein,
Holz) herausgeformt
oder aus formbarem Material(Ton, Gips, Wachs u. a.)
modelliert und auch in Metall gegossen werden.
* * *
Bibliographie
Brockhaus Enzyklopaedie (Band 9 ,18. Auflage,Mannheim)
Jugendlexikon (VEB Bibliographisches Institut Leipzig , 14.
Auflage, 1987)
Kunst Geschichte, Die Griechen und ihre Nachbarn, Karl Schefold
( Propylaeen Verlag Berlin, 1990)
Lexikon der Antike ( VEB Bibliographisches Institut Leipzig , 9.
neubearbeitete Auflage, 1987)
Lexikon der Kunst ( VEB E.A. Seemanns Verlag ,Leipzig, 1976)
Lexikon, Das neue grosse farbige ( Bassermannïsche
Verlagsbuchhandlung Niederhausen , 1988/1991)
Sieben Weltwunder, Die , Egon Bauer(Weltbild Verlag GmbH,
Augsburg 1993)
© 1996 by Michael Stenschke, alle Rechte vorbehalten