Zukunft von Hellersdorf
Das zukünftige Stadtteilzentrum
Inhalt
Zur Ausschreibung
Der Entwurf
Zur Beschreibung
Zur Lage
Zur Geschichte
Das Vorwort
Berlin ist derzeit die größte Baustelle Westeuropas, für die über 2000 unterschiedliche Architekturbüros Projekte und Vorstellungen entwickeln.
Hellersdorf zählt neben Marzahn und Hohenschönhausen zu den sogenannten Betonwüsten oder Schlafstädten.
Das Ziel der Verantwortlichen ist es, im Herzen des 23. Berliner Stadtbezirkes urbanes Leben auf einer 31 ha großen Fläche zu ermöglichen, um ein attraktives, vielseitiges Stadtteilzentrum zu schaffen.
Weil wir gerne in Hellersdorf wohnen wollen, ist es uns wichtig, das Projekt auf den folgenden Seiten umfangreich und möglichst detailgetreu wiederzugeben, da es unsere Zukunft mit beeinflussen könnte.
Die Ausschreibung
Am 26.6.1990 faßte der Magistrat und der Senat von Berlin den Beschluß, das Neubaugebiet von Berlin Hellersdorf weiterhin auszugestalten.
Deshalb wurde zu einem städtebaulichen Idenwettbewerb aufgerufen, der Ende September 1990 ausgelobt und am 15.2. 1991 entschieden wurde.
Ziel des Wettbewerbs war es, ein städtisch dichtes und mit Wohnungen durchmischtes Zentrum für die Großsiedlung zu schaffen.
Das Preisgericht wählte den Beitrag der Architekten Andreas Brandt und Rudolph Böttcher einstimmig zum ersten Preis und empfahl ihre Arbeit zur Grundlage der weiteren Planung.
Die eingegangenen Wettbewerbsarbeiten wurden vom 15.bis 27. März in Hellersdorf öffentlich ausgestellt. Der Bürger hatte die Gelegenheit dazu Stellung zu nehmen.
Am 15.Oktober 1992 schloß das Land Berlin mit der MEGA Entwicklungs und Gewerbe Ansiedlung AG einen Rahmenvertrag ab, um mit ihr einen Koordinator der Bauarbeiten zu haben.
Die Freie Planungsgruppe Berlin GmbH wurde mit der Erarbeitung des Bebaungsplanes beauftragt.
Der Entwurf
Hellersdorf soll eine städische Mitte gegeben werden, mit zahlreichen Einkaufs-, Gewerbe-und Dienstleistungseinrichtungen, mit Freizeit-und Kulturellen Einrichtungen, mit Einrichtungen für den Gemeinbedarf und mit Flächen für öffentliches Grün.
Der Ort, an dem dies alles umgesetzt werden soll, befindet sich an der Kreuzung der Hellersdorfer und Stendaler Straße. Des weiteren bildet das entstehende Zentrum die Kreuzung zwischen der U5 und der Straßenbahn.
Kern des Siegerentwurfs ist ein quardratischer Platz von 120x120m mit einer 6-geschossigen Randbebauung
und Arkaden im Erdgeschoß.
In den Randbebauungen werden sich zahlreiche Einzelhandelseinrichtingen befinden; gleichzeitig entstehen hier Flächen für öffentliche Verwaltung und eine Fachhochschule.
Das zweite wesentliche Element sind die vom Platz abgehenden Diagonalen, die die einzelnen Wegebeziehungen in die umliegenden Quartiere aufnehmen.
Das dritte städtebauliche Element sind die vorgeschlagenen Hochhäuser als Markierungs- und Orientierungspunkte.
Insgesammt sind 12 Architekten an den Entwürfen für die Gebäuden beteiligt.
Der Kern des Stadtteils um den Platz herum soll im Sommer bzw. im Herbst 1997 fertiggestellt werden. In acht Jahren wollen die MEGA und der Senat das gesammte Werk vollendert haben.
Gesamtinvestitionen von 2 Mrd. DM sind veranschlagt worden.
Näheres zu den geplanten Einrichtungen in dem nun folgenden Kapitel.
Die Beschreibung einzelner Objekte des Stadtteilzentrum
Das Rathaus
Der Hauptausschuß des Berliner Abgeordnetenhauses hat am 16.6.1993 die Einordnug eines Radthausstandortes geschlossen.
Das Rathaus wird in einem Turm (D) am kleinen Stadtplatz errichtet. Die Architekten dieses Gebäudes sind Stutzer und Behrendt.
Die zwei weiteren Türme sind für das Finazamt (D) und für Büroräume (G) vorgesehen.
Allerdings wird nur ein Teil des Rathauses mit den Abteilungen Personal und Verwaltung, Bau und Wohnungswesen sowie repräsentative Funktionen belegt werden.
Die übrigen Teile der Stadtverwaltung befinden sich im Rathaus an der Riesaer Straße.
Die Hauptbibliothek
Sie befindet sich gleich gegenüber vom Rathauses. In ihr sollen etwa 100000 Medieneinheiten enthalten sein.
Ebenfalls in diesem Gebäude soll ein Kleinkunstzentrum untergebracht werden, um Personal und Nebenräume einzusparen. Ein attraktives Angebot für kulturelles Leben soll dieses Objekt schaffen.
Die Alice Salomon Fachhochschule für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (FHSS)
Am 28. August wurde der Grundstein für die FHSS (N) gelegt. Entworfen haben den fünfgeschossigen Klinkerbau, der auf einer Fläche von ca. 5500 m² errichtet werden soll, der Architekt Prof. Dr. Bernhard Winking und sein Team.
Das Konzept dieses Hauses zeichnet sich besonders durch seine vielseitige Funktionalität aus.
Fachspezifische Räume für Seminare, ein Prüfungsamt, ein Computerzentrum, die Bibliothek, Werkräume, ein Audimax und ein begrünter ruhiger Innenhof sind geplant. Die Einrichtung wird behindertengerecht gebaut.
Im Erdgeschoß werden eine Cafeteria und eine Buchhandlung auch der öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Die Kosten betragen rund 37 Millonen D-Mark.
Mehr als 1000 Studenten müssen mit ihren Dozenten auf Grund von Platzmangel Schöneberg verlassen.
Hellersdorf kann von diesem Bau nur profitiern. Dadurch kommt reges Leben in das Stadtteilzentrum.
Außerdem hätten Menschen, die nicht in diesem Bezirk wohnen, einen Anlaß nach Hellersdorf zu kommen.
Desweiteren trägt die FHSS einen Beitrag zu dem Zusammenwachsen von Ost und West bei.
Das Seniorenhaus
Der Grundstein für dieses gleich hinter der Volkshochschule befindene Gebäude, wurde am 19. Oktober 1995 gelegt.
Die etwa 150 Eigentumswohnungen werden zum größten Teil 35 m² groß sein. Desweiteren sind aber auch
45 m² und 55 m² große Wohnungen geplant.
Das Konzept des Seniorenwohnhauses sieht , neben altersgerechten Wohnungen auch Gemeinschaftsräume vor. Ferner ist ein Geschäft mit Waren für den täglichen Bedarf und ein Frisör geplant.
Das Oberstufenzentrum und die Volkshochschule
Für diese Einrichtung ist der Block (I) vorgesehen. Die beiden Gebäude sollen mit einem Brückenbauwerk verbunden werden.
Ebenfalls für diesen Block ist eine Jugedfreizeiteinrichtung mit etwa 120-150 Plätzen geplant.
Für die Jugentlichen ist eine große Diskothek (Q) sowie ein Kinozentrum mit 10 Vorführsäälen im Plan enthalten. Das letzte Wort für den Bau einer Schwimmhalle ist noch nicht gesprochen.
Im Plan ist ein Hallenbad allerdings vorgesehen.
Die Ein- und Verkaufseinrichtungen
Im Entwurf ist ein Markt Brandenburg vorgesehen, auf dem feste und fliegende Händler ihre Waren anbieten können.
Außerdem sind ein C&A Kaufhaus, welches schon Weihnachten 1996 seine Pforten öffnen will, und das Kaufhaus Kriegbaum geplant.
Weitere Einkaufspassagen sind vorgesehen.
Die MEGA bemüt sich um ein attraktives und abwechslungsreiches Angebot an Waren bzw. Firmen, um neben den wenig Kilometer entfernten Kaufpark Eiche bestehen zu können.
Das Hotel
Diese Einrichtung der Hotelkette "garni" ist mit 60 Zimmern für das Stadtteilzentrum geplant.
öffentliche Grünflächen
Südlich der U-Bahntrasse, parallel zur U-Bahnlinie zwischen den Bahnhöfen Cottbuser Platz und Hönow, ist ein übergeordneter Grünzug geplant.
Dieser 9,5 ha große Park dient der Deckung eines Defizites an öffentlichen Grünflächen in der Großsiedlung Hellersdorf.
Dieser Park soll als Kaltluftschleise dienen, die nicht durch bauliche Anlagen unterbrochen werden darf und die einen wichtigen Ausgleich zu den Wärmeinseln der bebauten Flächen darstellt.
Gestalterisch soll ein klarer Kontrast gegenüber der dichten Bebauung der nördlich der U-Bahntrassen gelegenen Fläche geschaffen werden.
Des weiteren sollen die Innenhöfe der Blöcke intensiv und die Dächer der Blockrandbebauung extensiv begrünt werden.
Die Lage des Stadtteilzentrums
Die kurze Geschichte des Stadtteilzentrums
Seit der Planung des Stadtbezirks Hellersdorf, gab es auch die Idee eines Stadtteilzentrums. Zu dieser Wunschvorstellung hieß es in einem Magistratsbschluß vom 07.07.1986, daß die absolute Priorität des Wohnungsbaus und den notwendigen Wohnfolge-und Infrastruktureinrichtungen, es unmöglich machten, daß gleichzeitig mit den Wohnungen ein Stadtteilzentrum gebaut werden kann. Das Projekt wurde bis 1989 auf Eis gelegt, trotzdem nie vergessen. Beweis dafür ist die Freihaltung der 22 ha großen Fläche zwischen Stendaler-/Risaer-/Neue Hellersdorfer Straße und der Kastanienallee. Schon damals wurde der Platz mit einem Rathaus geplant.
Mit der Wende wurden alle Planungen in die Schublade gesteckt und ersteinmal nicht weiter beachtet. Doch das riesen Filetstück am U-Bahnhof Hellersdorf interessierte die Wirtschaft. So wurde die Idee eines Zentrums inmitten des Bezirkes wiedergeboren.
Das Gebiet wurde um 9 ha auf 31 ha vergrößert. Und eine Ausschreibung ins Leben gerufen.

Inhalt: Katja Urbich, Uta Krone
Gestaltung: René Neumann, Uta Krone, Ina Zemmrich